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Mehr Platz für Storch und Dachs

Großenaspe Mehr Platz für Storch und Dachs

Wildpark Eekholt investiert kräftig in neue Gehege, eine größere Pflegestation und in Ausstattung.

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Auch ein Schwarzstorch lebt im neuen Gehege, dessen Teich einen Steg für Besucher bekommen soll.

Großenaspe. „Ein turbulentes und ereignisreiches Jahr liegt hinter — ein spannendes Jahr vor uns“, fasste Mitinhaberin Isabelle Mahnert beim traditionellen Neujahrsempfang am Donnerstagabend im Wildpark Eekholt zusammen. Es hat sich in den vergangenen Monaten viel getan in der Naturerlebnisstätte: So teilen sich Land und Wildpark seit Mitte 2015 die Aufgaben des Wolfsinformationszentrums — das Monitoring und alles rund ums Thema Herdenschutz liegen seither beim Land in hauptamtlichen Händen, während der Park sich um die Öffentlichkeits-, Informations- und Bildungsarbeit kümmert.

Nicht nur in freier Wildbahn hat sich bei Isegrim etwas getan — im Herzogtum Lauenburg wurde 2015 Schleswig-Holsteins erstes Wolfsgebiet ausgewiesen, auch in Eekholt gab es Entwicklungen.

Die alte Wölfin „Mascha“, die im Jungrudel nicht anerkannt war und darum einzeln gehalten werden musste, hat seit drei Wochen den 11-jährigen Wolfsrüden „Knickohr“ aus dem Zoo Osnabrück zur Gesellschaft.

Traurige Nachrichten gibt es allerdings von Dachsdame „Emma“, die ganz überraschend im Sommer verstarb, und Fuchs „Frederick“, der ihr mit 14 Jahren folgte. Statt die Gehege wieder neu zu besetzen, hat das Wildpark-Team mit den Planungen zu einem rund 1000 Quadratmeter großen neuen Gemeinschaftsgehege für ihre Nachfolger begonnen. Durch ein Tunnelsystem soll es Besuchern später möglich werden, teilweise das Gehege zu begehen. In der Natur würden Dachse große Burgen bauen, in denen der Fuchs quasi als Untermieter geduldet werde, „da herrscht also Burgfrieden, und den wollen wir nachstellen“, so Ute Kröger, Leiterin der Wildparkschule. 50 000 Euro sollen allein in den ersten Bauabschnitt investiert werden. Noch vor Ostern erwarten die Pfleger Fuchs- und Dachswelpen, die mit der Hand aufgezogen werden sollen — entweder zwei und zwei, unter Umständen auch drei jeder Art.

Einen herben Schlag musste der Wildpark Eekholt hinnehmen, als ein Wildtier, vermutlich ein Fuchs, eines Nachts in das Storchengehege eindrang und die Schar um mindestens fünf Vögel reduzierte. Auch hier reagierte man, das Gehege wurde komplett überarbeitet. Nun ist es größer. Der Teich wurde ausgebaggert und vertieft und der Bereich für Besucher großzügig neu gestaltet. Außerdem hat der Wildpark die Umzäunung noch sicherer gemacht. Zusätzlich sind eine Ausstellung zu Adebar und eine Voliere geplant. Vor wenigen Tagen, zwischen Weihnachten und Neujahr, sind die ersten Bewohner eingezogen: ein Schwarz- und einige Jungstörche. Und sie fühlen sich sichtlich wohl.

Dem tierischen Wohlbefinden soll auch 2016 mit einem Tiertrainer Rechnung getragen werden. Zum einen soll dafür gesorgt werden, dass mit seiner Hilfe bestimmte natürliche Verhaltensweisen abrufbar werden, zum anderen sollen die Tiere auch auf bestimmte Alltagssituationen im medizinischen Bereich konditioniert werden: Statt beispielsweise Waschbär oder Wildkatze einfangen zu müssen, haben die gelernt, freiwillig auf die Waage zu gehen. Auch kann bei nötigen Spritzen auf eine Betäubung verzichtet werden. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Unsere Tiere sind ausgeglichener“, sagt Wildpark-Geschäftsführer Wolf-Gunthram von Schenck.

„Denksportaufgaben“ in Form von Futterspielen oder Beschäftigungsanreize sollen zudem den tierischen Tagesablauf bereichern. Zu den großen Projekten, die dieses Jahr anstehen, gehört die Vergrößerung der Pflegestation um eine Auswilderungsvoliere und die Anschaffung eines Röntgengeräts für Untersuchungen vor Ort. Investitionsvolumen: 100 000 Euro.

Die Wildpark-Zahlen

246726 Besucher kamen 2015 in die Naturerlebnisstätte (2014: 260079).

7000 Gäste kamen im Rahmen von Projektgruppen in den Wildpark.

44 Prozent betrug 2015 der Anteil der Kinder und Jugendlichen an den Besuchern.

15000 Besucher lockten die „Dunkel Munkel Nächte“ an und 12000 waren es zur Osterumweltrallye und den Wikingertagen.
40 Jahre alt wird in diesem Jahr der Förderverein, zu dessen Gründungsmitgliedern Wildpark-Miteigentümerin Theda Hatlapa (86) zählt.

Heike Hiltrop

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