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Mehrfamilienhaus an der Kanaltwiete?

Bad Segeberg Mehrfamilienhaus an der Kanaltwiete?

Uwe Dietrichsen möchte den hinteren Teil der ehemaligen Tischlerei „Dabelstein“ abreißen und neu bauen.

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Beste Lage am „Marienhof“: Uwe Dietrichsen will einen Teil seines Hauses abreißen und plant dort ein Mehrfamilienhaus.

Quelle: Glombik

Bad Segeberg. Kreditzinsen sind niedrig, der Bedarf an zentrumsnahen Wohnungen in Bad Segeberg ist hoch: Überall wird geplant und gebaut. Nun soll es auch an der Kanaltwiete, schräg gegenüber vom kirchlichen Seniorenwohnheim „Marienhof“, losgehen. Zumindest mit dem ersten Schritt. Grundstückseigentümer Uwe Dietrichsen lässt prüfen, ob auf seinem Grundstück der Bau eines Mehrfamilienhauses denkbar wäre.

LN-Bild

Uwe Dietrichsen möchte den hinteren Teil der ehemaligen Tischlerei „Dabelstein“ abreißen und neu bauen.

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„Die Politik wird ihm sicher keine Knüppel zwischen die Beine werfen.“ Wolfgang Tödt (Ausschussvorsitzender)

Nachdem die langwierige und komplizierte Bauleitplanung und der städtebauliche Vertrag zum Bau eines großen Geschäftshauses gegenüber am Schweinemarkt abgeschlossen ist, und man hier nur noch auf den Bauantrag des Investoren Torsten Ahlert wartet, möchte nun auch sein Nachbar Uwe Dietrichsen von gegenüber groß einsteigen. Es handelt sich um sein Grundstück Große Seestraße 3/Kanaltwiete, genauer um den hinteren Teil der Bebauung. Dafür würde er einen Teil der ehemaligen Tischlerei Dabelstein opfern. Der Anbau — zurzeit bietet dort ein Trödler gebrauchte Dinge feil — soll abgerissen werden.

Mit dem dazugehörenden großen Garten an dem Hanggrundstück ist reichlich Fläche für einen Neubau vorhanden. Das Gebäude soll zwei oder dreistöckig „plus Penthouse“ werden, genauer hat sich Dietrichsen darüber noch keine Gedanken gemacht. Details muss noch ein Architekt planen. Die Kosten für die Bauleitplanung muss der 59-jährige Bad Segeberger selber tragen.

Am morgigen Mittwoch, 13. April (18.30 Uhr Bürgersaal), werden sich die Politiker damit befassen. Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt ist sicher, das die Rathauspolitiker Dietrichsen „keine Knüppel zwischen die Beine werfen werden“. Ein Neubau an dieser Ecke könnte städtebaulich sogar ein großer Gewinn sein.

Auch Stadtplanerin Ute Heldt von der Bad Segeberger Bauverwaltung hat hier keine Bedenken. „Wir müssen aber eine Änderung der Bauleitplanung vornehmen. Eine Bebauung kann hier nur straßenseitig erfolgen.“ Der Gartenbereich hinten am Hang darf nicht bebaut werden. Erst muss die Politik sagen, ob sie bereit sei, einen Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplanes zu fassen. Erst später werde geprüft, was städtebaulich vertretbar sei. Aber gerade weil es sich um ein Eckgrundstück handele, sei hier ein Neubau sinnvoll, der Flächennutzungsplan sehe Wohnnutzung vor.

Da liegt die Frage nahe, warum Dietrichsen nicht gleich die ganze langgestreckte, ehemalige Tischlerei Dabelstein abreißt und dort einen lukrativen Neubau errichtet. Doch der 59-jährige Tischler hängt an dem alten Haus von 1880. 1944 überlebte das Haus sogar den Absturz eines Flugzeuges ins Dach, und nach einem Brand im Juni 2014 hat es Dietrichsen wieder renoviert und nutzbar gemacht. Das Vorderhaus bleibe bestehen, der extrem sanierungsbedürftige hintere Teil könne abgerissen werden. „Ich will erst wissen, was die Stadt dazu meint — bevor ich hier mit der Planung beginne.“ Und wenn er darf, möchte er das Projekt schnell durchziehen. „Vielleicht bin ich ja noch vor dem Bau gegenüber fertig“, schmunzelt Dietrichsen.

Von Wolfgang Glombik

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