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Segeberg Meister des Aquarells in der Villa Flath
Lokales Segeberg Meister des Aquarells in der Villa Flath
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21:26 09.06.2017
Bereits beim Aquarellfestival hängte Guntram Funk (l.) seine Arbeiten mit Klaus Tippmann (Kunstverein) auf. Dieses Mal half eine ganze Armada. Quelle: Foto: Kullack

„Gelassen stieg die Nacht an Land“, so heißt eines der 42 Aquarelle von Guntram Funk in der Villa Flath. Gar nicht besonders groß, bescheidene 30 mal 22 Zentimeter. Es hat nicht viele Farben. Schwarz, blau, ein fein gemischtes blaugrau – sanft fließt alles ineinander über. Dennoch ist dieses kleine Blatt voller Poesie, es verrät die ganze Meisterschaft des Stuttgarter Aquarellisten. Morgen, am Sonntag, beginnt um 11.30 Uhr seine Vernissage.

Guntram Funk

1941 geboren in Stuttgart

1968 - 1972 Studium Bildende Künste und Kunsthistorisches Institut der Universität Stuttgart

1970 Studienaufenthalt in Japan

1975 - 2006 Kunstdozent an den

Pädagogischen Hochschulen Reutlingen und Heidelberg

2012 - 2016 Künstlerischer Beirat der Deutschen Aquarellgesellschaft

Segeberger Kunstfreunden ist Guntram Funk (76) kein Unbekannter. Als der örtliche Kunstverein zusammen mit der Deutschen Aquarellgesellschaft 2015 an gleich drei Ausstellungsorten das „Festival des Aquarells“ veranstaltete, da hatte Funk nicht allein als künstlerischer Beirat der Gesellschaft fungiert – er hatte auch selbst eine eindrucksvolle Auswahl an Werken mit nach Bad Segeberg genommen und zudem in der Remise ein „Offenes Atelier“ veranstaltet. Der Kontakt war zustande gekommen, als der inzwischen verstorbene Gründungsvorsitzende des Segeberger Kunstvereins, Uwe Wolf, und seine Frau Ute Baier-Wolf auf dem Scheersberg ein Malseminar mit Guntram Funk besucht hatten. Auch die jetzige große Einzelausstellung – samt neuem Workshop – ist dem Kontakt zu Ute Baier-Wolf zu verdanken. Aquarellfreunde kennen Funk sowieso: Sein Buch „Handbuch der Aquarellmalerei“ gilt allen Freunden dieser Malart als „Bibel der Aquarellisten“ und ist nun, nach drei Auflagen, restlos ausverkauft und deshalb begehrt wie nur irgendein theoretisches Werk der Malerei. Das Buch ist wie der Mensch, das Bild ist wie sein Maler: Guntram Funk theoretisiert nicht verschwiemelt herum – er lässt Farben und eigene Betrachtung wirken. Malt er eine Lilie aus dem „Wonnegarten“ der Herrad von Landsberg, dann duftet diese Blume. Fasst er eine Straßenszene aus Marrakesch zusammen, dann muss es diese Straße in der Realität nicht so geben – Funks Sichtweise umfasst die Seele des Landes. Erzählt er seine abstrakten „Erdgeschichten“, darf sich jeder seinen eigenen Reim auf diese malerischen Erzählungen machen. Guntram Funk bildet zwar ab – aber stets, indem er Kern und Inhalt des Abgebildeten herausarbeitet, begreiflich macht.

Guntram Funk „Malerei“, bis 2. Juli donnerstags bis sonnabends 15 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr, Villa Flath, Bismarckallee 5; Eintritt frei; Offenes Atelier: 1.

Juli, 15 bis 18 Uhr; Finissage 2. Juli; Aquarelle 600 bis 1800 Euro.

Lothar Hermann Kullack

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