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Segeberg Deponie Tensfeld fast voll? Wege-Zweckverband dementiert
Lokales Segeberg Deponie Tensfeld fast voll? Wege-Zweckverband dementiert
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18:46 03.12.2018
Die WZV-Mülldeponie in Tensfeld. Quelle: LN-ARCHIV
Bad Segeberg

Die Hiobsbotschaften beim Wege-Zweckverband (WZV) reißen nicht ab. Nach Millionendefiziten bei der Unterhaltung der sogenannten GIK-Wege und in der Abwassersparte könnte ein weiterer Finanz-Hammer folgen: Die Deponie in Tensfeld soll nach LN-Informationen nicht – wie in vergangenen Verbandsversammlungen behauptet – zu Zweidrittel, sondern zu knapp 96 Prozent gefüllt sein. Den Gemeinden des Kreises Segeberg droht damit ein finanzielles Desaster. Der WZV dementiert.

„Dass die Deponie in Damsdorf/Tensfeld bereits zu circa 96 Prozent verfüllt ist, kann der WZV nicht bestätigen. Wie sich diese Prozentzahl errechnet, entzieht sich der Kenntnis des WZV; die Zahl ist nicht vom WZV errechnet“, heißt es dazu in einer von Justiziar Nis Nissen verfassten Presseerklärung. Das aktuelle Deponiebewirtschaftungskonzept gehe von einer Restlaufzeit der Deponie bis zur vollständigen Verfüllung im Jahr 2030 aus.

Deponie-Daten sind Grund für Gebührenerhöhung

Allerdings hatte Julia Hobohm, Chefin der WZV-Abfallwirtschaft, die angekündigte Erhöhung der Abfallgebühren um 17,7 Prozent vor einigen Wochen auch mit „neuen Berechnungen“ bei der Deponie erklärt. Um ausreichend Platz für die hoheitliche Müllentsorgung zu haben, müsse der Zustrom von gewerblichen Müll reduziert werden. In mehreren Protokollen ist nachzulesen, dass der WZV sein Bewirtschaftungskonzept für die Deponie daher anpassen will. Nach gutachterlicher Betrachtung sollten dazu ab Herbst 2018 belastbare Zahlen für die Restlaufzeit der Deponie vorliegen. Nach LN-Informationen liegt ein Konzept, das von einem alarmierenden Verfüllungsgrad der Deponie ausgeht, bereits vor. Auf der Tagesordnung der Verbandsversammlung am Dienstag steht das Konzept jedoch nicht.

Vor fast genau zwei Jahren, am 6. Dezember 2016, sind die Bürgermeister der WZV-Gemeinden aus allen Wolken gefallen, als sie aus den LN erfuhren, dass der Breitbandausbau im Ostkreis zum größten Teil aus Mitteln der Deponie-Rücklage als interne Darlehen finanziert worden sind. Damit hatten sich nicht nur die Verbandsleitung, sondern auch der Hauptausschuss als Aufsichtsorgan über einen Beschluss der Verbandsversammlung hinweggesetzt. Die nämlich hatte beschlossen, den Breitbandausbau ausschließlich aus Fremdmitteln zu finanzieren.

Bürgermeister in Sorge vor neuem Millionen-Loch

Die Angst der Bürgermeister, zum Zeitpunkt der Deponieschließung nicht mehr genügend Geld für die Folgekosten zur Verfügung zu haben, zerstreute der WZV damals. Erstens bleibe für die Rückzahlung noch genügend Zeit. Zweitens sei die Verwendung von Eigenmitteln deutlich günstiger als teure Kredite, hieß es damals. Damit gaben sich die Verbandsbürgermeister zufrieden, stimmten am 21. März 2017 rückwirkend der langfristigen Finanzplanung und den internen Darlehen zu.

Sollten sich die neuesten Deponie-Daten jedoch bewahrheiten, wäre das alles Makulatur. Der „Deckel“, mit dem die Deponie abgedichtet werden soll, ist mit 15 Millionen Euro berechnet. Weitere 15 Millionen Euro sollen zudem für die Nachsorge in Folgejahren aufgebracht werden. Die vom Entgeltzahler angesparte Deponierücklage aber soll bis auf zwei Millionen Euro nahezu leer sein. Wer kommt nun für die Kosten auf? Können die internen Darlehen zur Finanzierung des Breitbandausbaus kurzfristig zurückgezahlt werden? Wie sich der WZV gegenüber der Politik geäußert hat, soll es ein Sonderkündigungsrecht dafür geben.

Dennoch geht bei den Verbandsbürgermeistern die Angst um. „Wenn sich das bewahrheitet, wäre das ein finanzielles Desaster, aus dem wir alle nicht mehr rauskommen“, sagt etwa Schmalensees Bürgermeister Sönke Siebke. Kreispräsident Claus Peter Dieck: „Das wäre eine Bombe.“

Die Verbandsversammlung beginnt am heutigen Dienstag um 16 Uhr im Bürgerhaus, Beckersbergstraße 34, in Henstedt-Ulzburg. Bürgerfragen zur bevorstehenden Erhöhung der Abfallgeführen sollen dort ab 14.30 Uhr beantwortet werden.

Petra Dreu

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