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Segeberg Millionenerbe zur Unterstützung von Halb- und Vollwaisen
Lokales Segeberg Millionenerbe zur Unterstützung von Halb- und Vollwaisen
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18:27 19.10.2013
Geldregen zur Förderung bedürftiger Waisenkinder oder solcher, die von den Eltern verlassen wurden: 1,2 Millionen D-Mark und 500 000 D-Mark in Aktien hinterließ Erich Machac nach seinem Tod 1995 als Stiftungskapital. Quelle: Fotolia

Über 20 Stiftungen gibt es im Kreis Segeberg, drei davon sind in Bad Segeberg ansässig. Vielen bekannt ist die Otto-Flath-Stiftung (1978), die sich um die Pflege der künstlerischen Werke des Bildhauers kümmert und die Kunsthalle Flath betreibt. Am jüngsten ist die Stiftung Fledermaus-Zentrum, die 2003 gegründet wurde, um die Segeberger Fledermauspopulation durch Förderung von Natur- und Umweltschutz, Bildung, Wissenschaft und Forschung zu schützen.

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Rechtsanwalt und Notar Achim Molls war der Testamentsvollstrecker von Erich Machac.

Wenig bekannt dagegen ist die Erich-Machac-Stiftung, die sich seit 1998 für die Unterstützung von bedürftigen Voll- und Halbwaisen bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres einsetzt. „Wir fördern auch Kinder, bei denen ein Elternteil verschwunden ist, sich verpieselt hat“, sagt Rechtsanwalt und Notar Achim Molls und erzählt, was er vom Wahlstedter Erich Machac weiß. Der war Prokurist bei der Firma Pelz in Wahlstedt, hat gut verdient und sehr sparsam in einem Ein-Zimmer-Appartement in der Ostlandstraße gelebt. „Er hatte noch nicht einmal ein Fernsehgerät“, so Molls. Machac war weder verheiratet, noch hatte er Kinder. So hat er sein gespartes Geld international erfolgreich angelegt. „1995 verstarb er 90-jährig, sein Testament hatte er bereits 1984 gemacht“, sagt Molls. Der Notar war damals vom Amtsgericht als Testamentsvollstrecker eingesetzt worden. Er erinnert sich: Das Testament war handgeschrieben, einigen Verwandten hatte Machac Geld und ein paar Gegenstände vermacht, doch Haupterbin sollte eine Stiftung sein, die sich für Voll- und Halbwaisen einsetzt.

„Also habe ich mich auf die Suche nach solch einer Stiftung gemacht und keine gefunden. Deshalb wurde im Februar 1998 die Erich-Machac-Stiftung gegründet“, blickt Molls zurück. 1,2 Millionen D-Mark und Aktien im Wert von 500 000 D-Mark besaß Machac. „Die Aktien habe ich verkauft, mit Stiftungsgeld darf nicht spekuliert werden“, erklärt Molls. Er sei tief beeindruckt von dem Mann, auch wenn er ihn persönlich nicht kennengelernt habe.

Bis zu einem Dutzend Anträge bearbeitet der Stiftungsvorstand jährlich. Bargeld wird nicht ausgezahlt. Die bedürftigen Kinder werden durch Sachmittel unterstützt. Das kann Förderunterricht sein, die Ausstattung eines Kinderzimmers, Kosten einer logopädischen Behandlung, Winterkleidung oder Beiträge zu einer Klassenfahrt. Mehrere Anträge sind möglich, auch für mehrere Kinder. „Die Bedürftigkeit wird geprüft, so sind zum Beispiel ein Waisenrente- oder ein Hartz IV-Bescheid erforderlich“, sagt Molls und betont, dass die Prüfung vertraulich sei und die Stiftungsaufsicht keine Einzelheiten erfahre. „Wir beschränken unsere Hilfe nicht auf die Stadt und den Kreis Segeberg“, so Molls. „Wir würden auch Aidswaisen in Afrika helfen, doch meist sind die Familienverhältnisse nicht eindeutig geklärt.“

Weitere Informationen unter Anwalts- und Notarkanzlei Achim Molls, An der Trave 114, Telefon 04551/8515.

Silvie Domann

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