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Segeberg Mini-Eisenbahn mit Halt in Westerrade
Lokales Segeberg Mini-Eisenbahn mit Halt in Westerrade
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20:23 09.01.2016
Die Schellackplatte mit dem „Pussy Cat March" kostete 30 Dollar.

Das Ganze ist aus Blech, an manchen Stellen hat bereits der Rost genagt, aber wenn er den Schlüssel umdreht und die kleinen Züge ihre Runden drehen, schlägt das Herz von Dieter Harfst einen Tick schneller: Eine Mini-Eisenbahn des einst weltweit größten Spielzeugherstellers „Bing“ aus Nürnberg ist es, die ihn in Verzückung geraten lässt. Gefertigt wurde sie Ende der 1920-Jahre und ist seit kurzem im Heimatmuseum Westerrade zu sehen.

Auf einem Flohmarkt in Bad Segeberg auf dem Gelände von Möbel Kraft hat der Sammler das Spielzeug entdeckt und für 25 Euro erstanden. „Eine Garantie, dass sie überhaupt noch läuft, gab es nicht, denn der Schlüssel zum Aufziehen fehlte“, erzählt Dieter Harfst, der in diesem Punkt auf den Fundus seiner Frau Uschi setzte. „Sie hat Schlüssel noch und noch, wirft nichts weg. Einer davon passte“, freut er sich.

Das Blechspielzeug, auf dem zwei Züge ihre Runden drehen und dabei durch Bahnhöfe und Tunnel fahren, begeisterte nicht nur den Museumsleiter, sondern auch die beiden Tüftler Uwe und Stefan Görigk aus Lübeck. Die hatten bereits sämtliche Fernseher, Grammophone und alten Radios des Heimatmuseums technisch auf Vordermann gebracht und fanden ebenfalls Gefallen an dem Blechspielzeug. „Sie haben es komplett auseinander genommen, gereinigt, geölt und wieder zusammengesetzt. Jetzt läuft alles wieder rund“, erzählt Sammler Harfst mit strahlenden Augen.

Ihren Platz hat die neueste Errungenschaft in einer Glasvitrine direkt neben einem Spielzeug-Grammophon gefunden, das ebenfalls von der „Nürnberger Spielwarenfabrik Gebr. Bing“ hergestellt wurde.

Auch dieses Spielzeug wurde nach Einschätzung von Dieter Harfst in den 1920-er Jahren gebaut. Wie auch die Eisenbahn hat er es auf einem Flohmarkt in Bad Segeberg erstanden. „Das war bei Famila. 60 Euro habe ich dafür ausgegeben“, erzählt er. Was ihm fehlte, waren passende Schellackplatten. Bei der Suche unterstütze ihn schließlich das Museum in Ratzeburg. „Die wussten, wo in den USA solche Platten noch zu haben waren. Dort haben wir dann eine Schellackplatte bestellt“, so Harfst, der sich den betagten Tonträger 30 Dollar kosten ließ. „Das ist viel Geld, aber wir waren froh, eine passende Platte gefunden zu haben.“ Wie das manchmal so ist: Kurze Zeit nachdem die betagte Schellackplatte mit dem Titel „Pussy Cat March“ bei ihm eingetroffen war, fand seine Frau Uschi auf dem nächsten Flohmarkt sechs weitere Platten. Die waren sehr viel günstiger für fünf Euro zu haben.

Öffnungszeiten
Von April bis Oktober ist das Heimatmuseum an jedem 1. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet, oder nach Vereinbarung unter 04553/ 224.

Petra Dreu

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