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Miro Berbig: Politik als „intellektueller Ausgleichssport“

Porträt: Miro Berbig (Die Linke) Miro Berbig: Politik als „intellektueller Ausgleichssport“

Der Norderstedter Miro Berbig ist Direktkandidat für „Die Linke“ in Segeberg/Stormarn-Mitte (Wahlkreis 8). Wir stellen ihn vor.

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Miro Berbig möchte für Die Linke in den Bundestag einziehen und dort den Wahlkreis 8 vertreten.

Quelle: Bettina Albrod

Bad Oldesloe. „Teamplayer, durchsetzungsstark, beruhigend“ – mit diesen drei Worten beschreibt Miro Berbig, selbstständiger IT-Consultant aus Norderstedt, der als Kandidat für die Partei „Die Linke“ im Wahlkreis Segeberg/Stormarn-Mitte antritt, sich selbst. Er will soziale Gerechtigkeit.

Im Team spielt er schon seit Langem, denn für politische Ziele hat er sich bereits in den 80er-Jahren eingesetzt. Damals hat Berbig die Friedens- und die Anti-Kernkraftbewegungen unterstützt, ehe er 1990 in die SPD eintrat. 2004 trat er wieder aus, 2007 wechselte der selbstständige IT-Consultant zur Partei „Die Linke“ und sitzt heute als Fraktionsvorsitzender der Linken in der Norderstedter Stadtvertretung und seit 2014 als Kreisvorsitzender im KV Segeberg.

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„Für mich bedeutet Politik die Möglichkeit, zu gestalten und mitreden zu können, aber sie ist auch ein intellektueller Ausgleichssport“, erklärt Berbig. Am Herzen liegt ihm vor allem soziale Gerechtigkeit. „Unsere Gesellschaft driftet auseinander, immer weniger besitzen immer mehr, schon in zehn Jahren wird ein Großteil der dann neuen Rentner in der Grundsicherung landen“, ist er überzeugt. „Das alles ist nicht von Natur aus so, sondern von Menschen gemacht, also kann man das auch ändern.“ Das Kernproblem der nächsten Jahrzehnte bleibe die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich. „Das werden wir auf Dauer nicht aushalten, da müssen wir ran, und zwar alle zusammen.“

Die Linke wurde für ihn zur politischen Heimat, als Gründe nennt Berbig „die Verzweiflung über die gesellschaftsspaltende Agendapolitik Gerhard Schröders, die Kriegspolitik eines Joschka Fischers und die gewissenlose, neoliberale Klientelpolitik des Guido Westerwelle“. Für ihn bedeute Politik vor allem Ehrlichkeit, aber auch die Fähigkeit, Fehler einzugestehen. Ein Vorbild hat Berbig, der in seiner Freizeit fotografiert und selber als Blues-Musiker auftritt, nicht. „Es gibt viele faszinierende Menschen aus der Geschichte und der Gegenwart, von denen man lernen kann, aber jemanden, dem ich umfänglich nacheifern würde, gibt es nicht.“

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Berbig, der 1964 als Sohn eines Bäckermeisters und einer Dekorateurin in Langenhagen bei Hannover geboren wurde, machte 1984 Abitur in Walsrode, stand bis 1988 im Dienst der Bundesmarine, absolvierte von 1988 bis 1996 ein Studium der Chemie in Hamburg und arbeitet seit 1997 selbstständig im IT-Bereich. Am meisten Angst hat er vor „Dummheit gepaart mit einem fiesen Charakter“. Fragt man ihn nach seinen Tugenden, nennt er „Vorstellungskraft, Vernunft, Toleranz“. Und seine Fehler? „Vorstellungskraft, Vernunft, Toleranz, das kann alles zweischneidig sein.“ Der größte Wert sei für ihn Ehrlichkeit. Größtes Ziel ist für Miro Berbig die Utopie von einem friedlichen Miteinander der Menschen.

Von Bettina Albrod

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