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Segeberg Missstimmung im Schulverband: Silke Roßmann gibt Vorsitz ab
Lokales Segeberg Missstimmung im Schulverband: Silke Roßmann gibt Vorsitz ab
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09:46 12.01.2016
„Interne Absprachen sind in den Bornhöveder Gemeinden gelaufen.“ Silke Roßmann, BM Wankendorf

Das neue Jahr beginnt für den Schulverband Sventana führungslos. Vorsteherin Silke Roßmann, Bürgermeisterin in Wankendorf (CDU), hat kurz vor Jahreswechsel ihren Rücktritt vom Amt der Vorsitzenden eingereicht. Sie wolle die Verantwortung für „manche Vorgänge“ im Schulverband nicht mehr übernehmen, begründete sie ihre Entscheidung. Es geht unter anderem um deutliche Kostenüberschreitungen bei Bauvorhaben. Zudem beklagte sie den Kommunikationsfluss — mit der hauptamtlichen Verwaltung, aber auch mit den Vertretern der Bornhöveder Amtsgemeinden.

Zwölf Gemeinden gehören seit 2011 zum Schulverband der Bornhöveder Sventana-Schule. Fünf davon — Wankendorf, Stolpe, Rendswühren, Ruhwinkel, Belau — sind aus dem Amt Bokhorst-Wankendorf im Kreis Plön mit sechs von 20 Vertretern im Verband. Zwei Ämter, zwei Kreise, die Kommunikation habe zu wünschen übrig gelassen, sagt die Wankendorferin Roßmann nach fast zweieinhalb Jahren als Verbandsvorsteherin. „Obwohl wir herzlich aufgenommen wurden, sind interne Absprachen zum Schulverband im Amt Bornhöved gelaufen.“ Die Zusammenarbeit mit der fremden Amtsverwaltung sei „eine Herausforderung“ gewesen. Jüngstes Beispiel: die neue Schließanlage in der Schule, die mehr als 30 Prozent teurer geworden sei als veranschlagt. Die Kostenschätzung der Verwaltung für den ersten Abschnitt habe bei 20000 Euro gelegen. „In den Haushalt eingestellt wurden 25000 Euro“, so Roßmann. Die Ausschreibung ergab 27000 Euro. „Die Endabrechnung liegt aber bei 36000 Euro.“

Informiert habe die Verwaltung den Schulverband und sie darüber nicht. Irgendwann sei ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr gehe, so Roßmann. Es sei wohl sinnvoller, dass ein Verbandsmitglied aus dem Amt Bornhöved die Aufgabe übernehme.

Die Schließanlage sei wohl der berühmte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe, sagt Bornhöveds Bürgermeister Dietrich Schwarz (SPD) zum Rücktritt Roßmanns. Er ist stellvertretender Schulverbandsvorsteher. Dass die Verwaltung bei Kostenüberschreitungen von über 30 Prozent den Schulverband nicht informiert, ärgere auch ihn. Von dieser Seite aus könne er Roßmanns Entscheidung verstehen. Dass die Bornhöveder Bürgermeister die Verbandsmitglieder aus dem Nachbarkreis nicht einbezogen hätten, könne er nicht bestätigen. Zwar träfen sich die Bürgermeister des Amtes regelmäßig, doch gehe es dabei um allgemeine Themen, nicht den Schulverband. Früher habe er in der Runde auch eine „Kungelecke“ vermutet, doch die Treffen dienten der Information. Klar sei aber, dass der Informationsfluss in einem Gremium wie dem Schulverband anders funktioniere als in einer Gemeinde. Wer dann bei einem Ausschuss mal nicht dabei gewesen sei, sei dann auch mal vor vollendete Tatsachen gestellt worden in der Schulverbandsversammlung.

Mitte Februar wird Schwarz als stellvertretender Verbandsvorsteher nun eine Sitzung des Schulverbands einberufen, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Einen Kandidaten gibt es bisher nicht. Und wer im August 2013 bei der ersten Sitzung der Wahlperiode dabei war, weiß, wie schwierig sich die Postenbesetzung damals gestaltet hatte. Roßmann war die einzige Kandidatin für den Vorsitz gewesen. Auch Schwarz als Stellvertreter musste eher dazu überredet werden. Und die Verpflichtungen eines jeden Einzelnen im Verband seien in der Zwischenzeit nicht weniger geworden, so Schwarz. Auch für den Bauausschuss muss ein neuer Vorsitzender gefunden werden. Heidemarie Scheel hat den Posten abgegeben, da die Gemeinde Ruhwinkel im Dezember den Ausstieg aus dem Schulverband zum Jahresende 2016 beschlossen hat.

Nadine Materne

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