Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Mit Bello und Co. in der Natur: Leitfaden für Hundehalter
Lokales Segeberg Mit Bello und Co. in der Natur: Leitfaden für Hundehalter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:24 20.01.2016
Frei herumtollen? Das sollten Hunde in Feld, Flur und Wald zumindest zu bestimmten Zeiten zum Schutz von Wildtieren nicht. Quelle: dpa

Mit einem „Hundeleitfaden“ möchte die Gemeinde Schieren bei den Haltern der Tiere mehr Verständnis für die Natur wecken, vor Gefahren warnen, die rechtliche Situation aufzeigen undTipps für einen gefahrlosen Auslauf geben. Ein solcher Leitfaden kommt besonders bei den Jägern der Region gut an.

Was Städter nicht können, ist auf dem Land problemlos möglich: Zwischen Wald und Feld können Hundehalter ihren Lieblingen Auslauf geben, ohne gleich Angst haben zu müssen, dass sie unter das nächste Auto geraten. Aber, wie das nun immer so ist: Des einen Freud, ist des anderen Leid, denn mit dem Freiheitsdrang erwacht oftmals auch der Jagdinstinkt der Vierbeiner, was Jägern und Landwirten gar nicht gefällt. Nicht nur Fasane, Rebhühner und Hasen leben dann gefährlich, sondern auch die Kühe auf der Weide, die beim Anblick von heißblütigen Hunden instinktiv das Weite suchen.

„Mit dem Hundeleitfaden wollen wir keine Erziehungstipps geben. Mit einem erhobenen Zeigefinger daherzukommen, liegt uns fern“, sagt Martin Steinschulte, der sich bereits vor ein paar Jahren erstmals mit Hans-Heinrich Hardt, Arne Klees-Bruhn und Andreas Schaper in einer Arbeitsgruppe zusammengesetzt hatte. Die vier Männer, unter ihnen sind zwei Jäger, hatten sich seinerzeit daran gemacht, alles aufzuschreiben, was ihnen zu dem Thema einfiel. Dann haben sie aussortiert und das Wichtigste in Form gebracht. Das Ergebnis stellten sie am Dienstag den Gemeindevertretern vor.

„Wir möchten, dass die Hundehalter mehr Verständnis für die Natur bekommen“, erzählt Andreas Schaper, der als Jäger weiß, was durch frei laufende Hunde beim Kontakt mit Wild passieren kann. Einen Leinenzwang gibt es in der Feldmark nicht, dennoch würde er sich wünschen, dass Hundehalter während der Brut- und Schlupfzeiten, die ebenfalls in dem Faltblatt enthalten sind, ihren Hund an die Leine nehmen.

Mit ihrem Hundeleitfaden sprechen die Schierener Initiatoren vielen Jägern aus dem Herzen. „Wir können immer nur an die Einsicht der Halter appellieren. Manche Menschen aber sind einfach beratungsresistent“, sagt Polizist und Jäger Norbert Sommer aus Strenglin. Das glaubt auch Klaus Rathje, Jäger aus Groß Rönnau: „Wenn man Halter anspricht, weil ihre Hunde frei im Wald herumlaufen, bekommen wir meistens zu hören, dass ihre Hunde ja keinem etwas tun.“ Jeder Jäger aber kenne sein Revier. „Wenn das Rehwild unruhig ist, weiß man sofort, dass etwas im Busch ist“, so Rathje. Auch Jürgen Studt aus Wakendorf I bleibt nur das direkte Gespräch mit den Hundehaltern. „Ich versuche, sie für die Natur zu sensibilisieren“, sagt er. Von dem Schierener Hundeleitfaden ist er begeistert:

„Einem Hundehalter ein solches Faltblatt mit auf den Weg zu geben, ist eine gute Idee.“

„Wir können immer nur an die Einsicht der Halter appellieren.“
Norbert Sommer, Jäger

Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Über die Hälfte der Allgemeinmediziner in Segeberg ist über 55 Jahre alt - Kreis sucht nach Möglichkeiten, die Versorgung auf dem Land zu sichern.

20.01.2016

Die Polizei hat in der Nacht auf Dienstag einen Lastwagen aus dem Verkehr gezogen, der mit erheblichen technischen Mängeln unterwegs war.

20.01.2016

Für die Uraufführung des Oratoriums „Die letzte Flut“ (Text: Johannes Hoffmann, Musik: Jan Simowitsch) am 18. und 19. März ist es gelungen, Bischof Gothart Magaard als Schirmherrn zu gewinnen.

20.01.2016
Anzeige