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Segeberg Mit Ertrag zufrieden
Lokales Segeberg Mit Ertrag zufrieden
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18:30 01.10.2016

Am ersten Sonntag im Oktober wird Erntedank gefeiert. Erst seit 1972, nachdem die Katholische Kirche das festgelegt hatte, ist das verbindlich. Dann werden Erntekronen gebunden, und im Kreis Segeberg gibt es auf vielen Bauernhöfen Gottesdienste in liebevoll mit Kürbissen, Mais und anderem Erntegut geschmückten Scheunen. Doch wie sieht’s eigentlich aus in der Landwirtschaft?

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Am ersten Sonntag im Oktober wird Erntedank gefeiert. Erst seit 1972, nachdem die Katholische Kirche das festgelegt hatte, ist das verbindlich.

„Nichts wird heutzutage mehr dem Zufall überlassen.“ Bernd Reimers, Landwirt

Typ: 1960er

Kleidung: Gummistiefel, Arbeitshose, Flanellhemd, Mütze

Ausstattung: Forke

Landwirt heute

Typ: 2016er

Kleidung: Multifunktionskleidung, Sicherheitsschuhe

Ausstattung: iPad, Computer

Trecker heute

Fassungsvermöge: 20 Liter

Antrieb: Muskelkraft

Zeitaufwand: mehrere Stunden

Menge: für knapp eine Mahlzeit

Trecker früher

Baujahr: 2013, Casei Puma CVX

Leistung: 230 PS, im Boost bis 270

Gewicht: um die zehn Tonnen

Steuerung: mit Satellit/Antenne

Bauer früher

Baujahr: 1938, Lanz Bulldog

Leistung: je nach Modell bis 35 PS

Gewicht: knapp zwei Tonnen

Steuerung: manuel

Mähdrescher heute

Leistung: 430 PS

Schnittbreite: bis 9 Meter

Gewicht: 18,8 Tonnen

Höhe: 4 Meter

Alleskönner heute

Traglast: 4000 Kilo

Schaufelmenge: 2 m3

Auslegearm: 7,50 Meter

Alleskönner früher

Traglast: 150 Kilo

Schaufelmenge: 20 cm3

Auslegearm: 2 Meter

Mähdrescher früher

Leistung: 38 PS

Schnittbreite: 1,80 Meter

Gewicht: 2,4 Tonnen

Höhe: 2,86 Meter

„In der Branche hat sich so viel verändert wie in keiner anderen – sowohl technisch als auch in vielen anderen Bereichen“, ist sich Bernd Reimers aus Fahrenkrug sicher. Seit 35 Jahren ist er Landwirt. Seit 1995 haben er und Jörg Böttger sich zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammengetan, beackern gemeinsame 330 Hektar Felder und Weiden, kümmern sich um Ställe und Milchvieh.

65 Kühe stehen im Stall. „Früher war das riesig. Heute könnte man davon allein schwer klarkommen, da gibt es Betriebe mit 400 Kühen.“ Der Computer und die Dokumentation gehören zum Job, wie feste Schuhe und der Traktor. „Nichts wird mehr dem Zufall überlassen“, so Reimers, und er macht deutlich: Bauer sein, das ist ein Job, der sehr technokratisch geworden ist und viel Voraussicht erfordert für einen guten Ertrag.

Der sei 2016 „eigentlich ganz zufriedenstellend“, sagt Hans-Georg Otten, Geschäftsführer vom Kreisbauernverband. Vor allem beim Getreide. „Je nach Boden zwischen 65 und 90 Doppelzentner pro Hektar.“

Aber, so schränkt Otten ein, der Raps habe unter den extremen Wetterbedingungen gelitten: „Kein Winter, kaltes Frühjahr, erst heftige Niederschläge, dann heiße Tage: Das war Stress für die Pflanzen.

Die Ernte war schlecht.“ Manche hätten gerade mal 20 bis 25 Doppelzentner pro Hektar geerntet. Anders Kartoffeln. Otten: „Durch die Bank gut. Auch der Mais steht. Aber da muss man abwarten, wie sich die Kolben entwickelt haben.“ Allerdings, so seine ganz große Einschränkung, gäben die Preise keinen großen Anlass, Erntedank zu feiern: „Die Pachten können in vielen Fällen nicht mehr erwirtschaftet werden.“ Das explodierende Niveau – pro Hektar 400 Euro und weit darüber – sei doppelt so hoch wie vor zehn Jahren. „Hohe Trocknungskosten beim Getreide schmälern 2016 gleichzeitig den Ertrag. Da geht die Rechnung einfach nicht mehr auf“, bedauert Hans-Georg Otten. Er ist sicher, dass die kletternden Pachten auf die Zukunft betrachtet ein steigendes Problem für die Landwirtschaft darstellen.

Fotos (7)/Text: hil

LN

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