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Segeberg Mit Geschick oder Strategie übers „Brett“
Lokales Segeberg Mit Geschick oder Strategie übers „Brett“
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20:27 11.11.2013
Noch lacht die siebenjährige Eveline über „Riff Raff“. Doch ihr Urteil ist vernichtend. „Das Spiel ist doof“, sagt das Mädchen, nachdem es immer wieder verliert.Es sei was für größere Kinder und Erwachsene, befinden ihre Eltern Oleg und Tatjana Vavulv, Pädagogen aus Bad Segeberg.
Bad Segeberg

Aufwendig gestaltete Setzfiguren, kunstvoll bemalte Aufgabenkarten, ein Spielfeld, das beinahe mit einer Modelleisenbahn konkurrieren könnte, und sogar App-Unterstützung: Gegen die modernen Gesellschaftsspiele von heute wirken „Mensch ärgere Dich nicht“, „Mühle“ oder „Schwarzer Peter“ geradezu puristisch. Angesagte Spiele sind mehr als nur ein Brett, ein Würfel und ein paar stilisierte Figuren. Während der Kaufentscheidung spielen das Auge und die Altersangabe mit. Doch erst beim Öffnen der bunten Wundertüte zeigt sich, ob wirklich Vergnügen im Karton steckt. Eine echte Entscheidungshilfe im Dschungel zahlreicher Neuerscheinungen sind Spieletage, wie der am Sonntag in der Jugendakademie in Bad Segeberg. Zum 12. Mal hatte sie Familien, Spielverrückte, Jung und Alt zum Testen, Bewerten und Informieren eingeladen.

Sie heißen „Mucca Pazza“, „Augustus“ oder „Tzolk‘in “ — 50 Karten- und Brettspiele hatten Iris Köpke von der Landesarbeitsgemeinschaft der Spieliotheken/Ludotheken (LAG), Christina Regner von der Jugendakademie und Angelika Augustin mitgebracht. Darunter einfache für Kinder und komplexe für echte Freaks. Kooperationsspiele lägen im Trend, weiß Iris Köpke. Eines ihrer Favoriten sei „Die Legenden von Andor“, das Kennerspiel des Jahres. Sie selbst halte nicht viel von „zu pädagogisch aufgesetzten“ Angeboten. Auch die, die aus einem Kino- oder Bucherfolg konzipiert wurden, sehe sie skeptisch. „Das sind oft langweilige Laufspiele“, so Christina Regner. Ausschlusskriterium für ein Spiel, das in einer der 22 Spieliotheken im Land auszuleihen ist, ist nicht nur der fehlende Spaß:

„Wenn Figuren zu plünnig, die Pappen zu empfindlich sind, sind sie ungeeignet“, unterstreicht Iris Köpke. „Riff Raff“ ist so eines. Das erste Teil bricht nach wenigen Minuten. „Das Spiel ist doof“, urteilt Eveline (7) vernichtend, als sie schon wieder verloren hat. „Sie ist zu jung dafür“, sagen ihre Eltern Oleg und Tatjana Vavulv, Pädagogen aus Bad Segeberg, und blicken in das enttäuschte Gesicht ihrer Tochter. Am Nebentisch schwärmt Thea von „Mausgetrixt“ und probiert mit Zwillingsbruder Lars und den Eltern „Bao Bab“ aus — ihr drittes Spiel an diesem Tag. Und Andreas Brüggemann lobt die Veranstaltung: „Wir haben auf jeden Fall schon das eine oder andere gefunden, das unterm Weihnachtsbaum liegen wird.“

Zum Spieletest der Experten kommen Mitarbeiter von Spielio- und Ludotheken in 14 Tagen in Bad Segeberg zusammen. Infos zur Spieleausleihe unter www.lkj-sh.de.

Heike Hiltrop

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