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Segeberg Mit Hacke und Rechen im Glockenbeet
Lokales Segeberg Mit Hacke und Rechen im Glockenbeet
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21:16 11.09.2013
Bad Segebergs schönster Kreiselgarten: Elisabeth Medau kümmert sich seit etwa zehn Jahren um die grüne Oase am Verkehrkreisel der Geschwister-Scholl-Straße. Quelle: Fotos: Glombik

Sie nennen sich selbstbewusst die „Insulaner“ und kümmern sich seit zwei Jahren intensiv um die sieben Staudenbeete im Norderstedter Stadtpark. Jetzt bedankten sich die Stadtpark GmbH, der Förderverein und der Gartentechnische Leiter, Erik Voß, bei den 60 Helfern für ihr ehrenamtliches Engagement: „Ohne ihren unermüdlichen Einsatz wären die Staudeninseln nicht zu erhalten gewesen.“ Viele Parkbesucher erfreuen sich an den überwiegend blütenreichen Staudenbeeten.

„Ich liebe Pflanzen und Blüten“, begründet Siegrid Krüger (75) ihre Gartenarbeit für den öffentlichen Zweck. „Zu Hause habe ich leider keinen Garten, nur einen Balkon.“ Da genieße sie es, etwas für den Erhalt des 75 Hektar großen Stadtparks zu tun, indem sie dort mithelfe, ein Staudenbeet zu pflegen, Unkraut zu jäten, umzugraben und die Pflanzen zu beschneiden.

Die Arbeitsweise und der Einsatz der Helfer sind recht unterschiedlich und auf deren freie Zeit ausgerichtet. So pflegt Egon Hamann alle paar Monate sein Beet, während Doris Reimer mit ihrer achtköpfigen Gruppe alle zwei Wochen für ein bis zwei Stunden im Garteneinsatz für ihr Glockenbeet ist. „Uns macht diese Arbeit einfach Spaß.“ Koordiniert und auf ihre Arbeit vorbereitet werden die Helfer von Arno Holtz, einem Vorstandsmitglied des Fördervereins und Ehrenamtlicher des Norderstedter Stadtparks „seit der ersten Sekunde“, lobte Stadtparksprecherin Mirjam Bantle. Dank einer Spende der Sparkasse Holstein hätten nun auch alle Helfer die richtigen Gartengeräte bei der Hand, ohne ihre Hacken, Spaten und Rechen von zu Hause mitnehmen zu müssen. „Ihr Einsatz ist phänomenal“, sagte Filialleiter Arne Könemann begeistert. Und die Stadtpark GmbH spendierte eine Weste mit der Aufschrift „Die Insulaner“.

Gartenbau-Chef Voß gibt zu, dass er anfangs recht skeptisch gewesen sei, als nach der Landesgartenschau 2011 beschlossen wurde, die Staudenbeete, die eigentlich wieder eingeebnet werden sollten, durch ehrenamtliche Helfern zu erhalten. „Das bringt doch nur Arbeit“, winkte er damals ab. Heute gesteht er ein, das er damals das Engagement der Norderstedter Bevölkerung völlig falsch eingeschätzt habe. Immerhin seien es 300 Quadratmeter Gartenfläche, die regelmäßig gepflegt werden müssten. Einzig für die Bewässerung der Beete ist noch die Stadt zuständig. „Dafür haben wir eine unterirdische Brauchwasser-Pumpanlage, die sich aus dem 25 Hektar großen Stadtparksee speist, die einen ständigen Zufluss vom Grundwasser hat.“

Kontakt: Es werden noch Gartenhelfer gesucht. Wer Interesse hat, möge sich bei Arno Holtz melden, Telefon 01 60/153 98 58.

Ab ins Grün: So wird‘s bei uns täglich schöner
Sie ist ein Paradebeispiel für Bürgersinn und ehrenamtliches Engagement: Elisabeth Medau (72). Auch Stadtgärtner Hartmut Krüger ist begeistert von so viel Hilfe.

Vor etwa zehn Jahren störte sich die Anliegerin an dem Unkraut auf der Verkehrsinsel an der Geschwister-Scholl-Straße/Kreisstraße 7. „Was für ein Elend!“ Quecke und Disteln überall. Sie fasste den Entschluss einzugreifen, nahm die Hacke in die Hand. Bei der Stadt erkundigte sie sich, ob sie das dürfe. Die Mitarbeiterin wollte erst versicherungstechnischen Fragen klären. Sie hörte nie wieder von ihr.

Anfangs musste die 72-Jährige in vielen Stunden den Hügel urbar machen — mitten im brodelnden Kreisverkehr. Es hat sich gelohnt. Tagetes, Ringelblumen, ein großer Schmetterlings-Fliederbusch, Nachtkerzen wilde Margeriten, Herbstastern, Mohn und Goldrute — ein bunter Bauerngarten im Asphalt ist entstanden. Im Frühjahr müsse sie jedes Jahr eine Woche am Stück im öffentlichen Grün arbeiten, später aber nur sporadisch. Inzwischen ist der Kreisel in Bad Segeberg und Umgebung zum schönsten seiner Art geworden. Autos und Lastwagen umkreisen den bunten Garten, der nicht nur Segeberger, sondern auch Bienen und Hummeln erfreut. Sie achte darauf, bienenfreundliche Blumen und Stauden anzupflanzen. „Mein Mann ist Imker.“ Mit Schnecken, die ja Tagetes mögen, haben sie nie Probleme auf ihrer „Insel“. „Die haben keine Chance über die Straße zu kommen.“ Mitten auf ihrem verkehrsumtosten Garten Eden steht auch ein Vogelhäuschen. „Dort hat in diesem Jahr eine Blaumeise gebrütet“, erzählt Elisabeth Medau begeistert. „Dass andere Menschen sich daran freuen, das ist mein großes Anliegen.“ wgl

Engagierte Wahlstedter suchen noch Mitstreiter
Was in Bad Segeberg und Norderstedt prima funktioniert, muss in Wahlstedt noch an Fahrt gewinnen. Verwaltung und Politik hätten nur allzu gern gärtnerisch-pflegerische Unterstützung von den Einwohnern. Sich für das Grün vor dem Grundstück verantwortlich fühlen, mitverantwortlich dafür zu sein, dass es auf den Spielplätzen sauber ist und Bescheid zu sagen, wenn etwas von Fachleuten repariert werden muss.

Dabei bietet die Stadt unter gewissen Voraussetzungen sogar Geld für so ein Engagement: „Es gibt die Möglichkeit, eine Aufwandsentschädigung in Form einer Ehrenamtspauschale zu bekommen“, bestätigt Bürgermeister Matthias Bonse (CDU). Allerdings seien es projektbezogene Aufgaben im Bereich der Bauhofarbeiten. „Tragen sie zur Verschönerung des Wahlstedter Stadtbildes bei. Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung“, heißt es in einem Flyer der Stadt. Zehn Ehrenamtler haben daraufhin im Rahmen solcher Projekte im August mit angepackt. „Dafür gab es jeweils 100 Euro. „Natürlich haben wir keine unbegrenzten Kapazitäten“, so Bonse. In Wahlstedts Haushalt stünden 7500 Euro bereit. Und ein einzelner Ehrenamtler dürfe nicht mehr als 720 Euro im Jahr bekommen, so der Verwaltungschef weiter.

Die Unterstützung kommt gut an, denn die städtischen Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, etwa die holprigen Straße der Stadt zu flicken. „Da fallen andere, unwichtigere Aufgaben schon mal hinten runter“, machte Bauhofchef Stephan Harbeck auf einer der jüngsten Umweltausschuss-Sitzungen deutlich, dass die Kapazitäten am Limit seien. Statt sich darüber zu beklagen, dass an manchen Stellen städtisches Grün ungepflegt ist, oder die Zeit beim Bauhof fehle, öfters bei den Spielplätzen vorbeizuschauen, wünscht sich auch die Politik mehr Engagement des Einzelnen. So erinnerte Jochen Gudegast (FDP) erneut an die Idee der Spielplatzpaten: „Es wäre prima, wenn Leute, die sowieso an Spielplätzen wohnen, dort gelegentlich mal nach den Rechten schauen.“ Doch bereits 2008 tendierte das Interesse unter Wahlstedts Einwohnern gegen Null, sich so einzubringen. „Nicht ganz“, wirft Stephan Harbeck ein: „An einem Spielplatz sorgt eine Mutter gelegentlich für Ordnung, ohne Ehrenamtspauschale, ohne groß darauf hinzuweisen. Einfach so.“ hil

Burkhard Fuchs

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