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Mit Hella auf Expansionskurs

Trappenkamp Mit Hella auf Expansionskurs

Die Marke Hella, vertrieben durch die Heemann-Tochter Hansa-Mineralbrunnen, läuft inzwischen so gut, dass sich das Unternehmen am Trappenkamper Standort eine zusätzliche Fläche neben der Landesturnschule gesichert hat, um die Produktion in der Zukunft ausweiten zu können

154 Flaschen gleichzeitig befüllt eine Anlage – pro Stunde sind es 30000 mit drei Anlagen.

Quelle: Nadine Materne

Trappenkamp. „Deutlich über 100 Millionen Flaschen“ mit Hella-Produkten werden im Trappenkamper Werk der Hansa-Heemann AG jährlich abgefüllt, verrät Vorstandsmitglied Tobias Giles-Bluhm. „Aber unter 200 Millionen.“ Viel genauer will er nicht werden. Aber: In den vergangenen 13 Jahren, seit Hansa-Heemann Hella übernommen hat, wurde die Produktion versechsfacht.

Mit jährlichen Steigerungsraten von gut zehn Prozent im Schnitt. Die Marke Hella, vertrieben durch die Heemann-Tochter Hansa-Mineralbrunnen, läuft inzwischen so gut, dass sich das Unternehmen am Trappenkamper Standort eine zusätzliche Fläche neben der Landesturnschule gesichert hat, um die Produktion in der Zukunft ausweiten zu können.

LN-Bild

Zweistellige Wachstumsraten verzeichnet die Trappenkamper Getränkemarke. Hansa-Heemann sorgt mit Kauf von Zusatzfläche vor.

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Laut wird es in der Produktionshalle. Drei Abfüllanlagen laufen hier im Drei-Schicht-System. „Sechs Tage die Woche“, sagt Werkleiter Hajo Grube. An der Decke schweben in Reih und Glied leere PET-Flaschen entlang einer Aufhängung ein – vorangetrieben durch ein Luftgebläse. Quer durch die Halle bis sie irgendwann auf einer der Bahnen Richtung Abfüllung landen, die sich in langen Reihen auf Armhöhe durch den Betrieb ziehen und schließlich hinter Plexiglas verschwinden zur Abfüllanlage. Um den runden, sich permanent drehenden Tank mit 400 Litern Volumen sind 154 Füller angebracht. An jedem ist eine Flasche angedockt, die binnen Sekunden gefüllt wird – in einer Umdrehung.

Alles läuft voll automatisiert. Deckel drauf, dann durch den „Flascheninspektor“, wie Werkleiter Grube die Station am Ende der Abfüllung nennt. Eine Anlage, die den Verschluss jeder Flasche fotografiert, auswertet und aussortiert, sollte etwas nicht dem Standard entsprechen. „Manchmal ist mit bloßem Auge gar nicht erkennbar, was nicht stimmt“, sagt Grube und begutachtet eine der aussortierten Flaschen. Bei der nächsten ist es dafür umso deutlicher. Die Kappe sitzt schief, Wasser läuft aus.

Das verfüllte Mineralwasser kommt aus der Hella-Quelle auf dem Gelände. Aus einigen 100 Metern Tiefe. „Laut Tafel- und Mineralwasserverordnung darf Mineralwasser nur dort abgefüllt werden, wo es herkommt“, betont Giles-Bluhm. Hella-Produkte also stammen immer aus Trappenkamp. Vom Brunnen selbst ist nicht viel zu erkennen. An der Oberfläche angekommen, landet das Wasser der Reihe nach in verschiedenen Tanks. Es wird zunächst gefiltert, von Eisen und Mangan befreit. Je nach Produktionsstrecke wird es dann unbehandelt zur Abfüllanlage weitergeleitet und nur noch mit Kohlensäure versetzt. Oder es geht vorher in den Mixer, wird mit Zucker und Aromen gemischt. „Wasser mit Geschmack“, nennt Giles-Bluhm die Mischungen. Sie sind der Motor für den zunehmenden Absatz von Hella und die regionale Ausdehnung über den norddeutschen Raum hinaus. Die Erfrischungsgetränke werden inzwischen sogar in Bayern verkauft, betont Giles-Bluhm. Geschäftsführer von Hansa-Mineralbrunnen. Damit habe man den Nerv der Zielgruppe getroffen. Gut 25 verschiedene Geschmackssorten gibt es inzwischen und fast 50 Produkte durch die unterschiedlichen Flaschengrößen.

In Trappenkamp werden auch Wasser und weitere Getränke für verschiedene Discounter abgefüllt. Sollte Hella weiterhin wachsen, ist es möglich, dass zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden müssen. Dort wo jetzt noch Gabelstapler Paletten mit Tausenden Flaschen verschieben.

Ohne Lagerfläche kommt das Unternehmen nicht aus. „Wir sind sehr wetterempfindlich“, sagt Giles-Bluhm. Ist es warm, bestellen die Märkte mehr Getränke und der Betrieb muss binnen 48 Stunden liefern.

An richtig guten Tagen verlassen 120 Lkw mit jeweils mindestens 15000 Flaschen an Bord das Werk, so Grube.

Bleibt die Sonne aber aus, läuft der Absatz eher schleppend. Die Getränke müssen dann trocken gelagert werden. Lagerplatz ist also enorm wichtig für das Werk – da kommt die leere Fläche neben der Landesturnschule an der Hermannstädter Straße ins Spiel, in Sichtweite zum Werk. Die hat sich Hansa-Heemann gesichert. Es gebe noch keinen konkreten Pläne, so Giles-Bluhm. Aber das Grundstück wurde gekauft, mit der Option, dort Lagermöglichkeiten zu schaffen – zugunsten von mehr Produktionskapazität im Werk. Wenn sich die Marke Hella weiter so entwickelt wie derzeit, könnte die Fläche bald gebraucht werden.

Hella-Historie

Die Marke Hella feierte 2010 bereits ihr 50-jähriges Jubiläum, ist inzwischen also stolze 57 Jahre alt. Bei der Markteinführung des Mineralwassers 1960 gehört Hella zur Holsten-Brauerei. „Von Grund auf frisch“ – der bekannte Hella-Spruch wird 1976 erstmals verwendet. Schorlen, Limonaden – mit der Zeit wird das Angebot erweitert. 2004 übernimmt die Hansa-Heemann AG die Mineralwassersparte der Holsten-Brauerei und damit auch Hella.

Flaschen-Kreislauf

Ein Reagenzglas mit Schraubverschluss? So zumindest sehen sie aus, die Rohlinge für PET-Flaschen im Trappenkamper Hansa-Heemann- Werk. Preformen heißen sie im Fachjargon. Mit Hilfe von Hitze und Flaschenschablonen werden die Kunststoff-Rohlinge zunächst erwärmt und formbar gemacht, dann in der Länge gedehnt und schließlich mit Luftdruck geweitet und an die Wand der Schablonen gedrückt.

Binnen Sekunden wird so aus einer Preform eine fertige Flasche, im Trappenkamper Hansa-Heemann-Werk werden pro Stunde bis zu 28000 Flaschen auf diese Art und Weise „aufgeblasen“. Seit 2008 produziert Hansa-Heemann seine Preformen selbst. Zu 60 Prozent bestehen die Kunststoff-Rohlinge aus recycleten Altflaschen, berichtet Vorstandsmitglied Tobias Giles-Bluhm. Die im Handel zurückgegebenen gepressten Pfandflaschen werden geschreddert und zu Granulat verarbeitet, dabei mit neuem Kunststoff vermischt und daraus dann neue Preformen hergestellt, die wieder zu Flaschen werden.

 Nadine Materne

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