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Segeberg Mit Porzellantasse auf Partnerin eingeschlagen
Lokales Segeberg Mit Porzellantasse auf Partnerin eingeschlagen
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18:25 26.03.2016

Als ihn seine Lebensgefährtin morgens um 5 Uhr weckte, rastete Thomas B. (abgekürzte Name geändert) aus Ellerau aus. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll der gebürtige Pole fünfmal mit einer Porzellantasse auf den Kopf seiner Partnerin eingeschlagen haben. Die Folge: eine stark blutende Wunde, die mit einigen Stichen genäht werden musste.

Vor dem Amtsgericht in Norderstedt, wo sich B. jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten musste, wurde jeder Satz des Angeklagten aus dem Polnischen ins Deutsche übersetzt. Zu der Tat mochte sich der Angeklagte eigentlich nicht äußern, dann aber platzte es aus ihm heraus: „Die macht morgens immer so einen Stress !“ — womit er seine mit ihm in der gemeinsamen Wohnung lebende Partnerin Monika L. meinte.

„Wie läuft es jetzt in der Beziehung, leben sie noch zusammen ?“, fragte Amtsrichter Matthias Lohmann den Angeklagten und deutete gleichzeitig an, dass es schon einmal wegen einer ähnlichen Auseinandersetzung in dieser Beziehung ein Strafverfahren gegeben habe. Seit acht Jahren seien sie zusammen, erzählte der Angeklagte, und im Moment laufe es gut, da er wenig Alkohol trinke. „Abends nur ein paar Bier, aber keine harten Sachen“, versicherte Thomas B. Er wolle aber demnächst ausziehen, da er lieber allein leben wolle, obwohl ihm seine Partnerin sehr helfe. Monika L. bestätigte im Zeugenstand, dass der Angeklagte hart bei einer Abbruchfirma arbeite und abends so kaputt sei, dass er manchmal sogar gar keinen Alkohol trinke. „Wenn er mit Kumpels zusammen ist und trinkt, wird er aggressiv“, so die Zeugin.

Richter Lohmann schlug vor, das Verfahren im Wege eines sogenannten „Täter-Opfer-Ausgleichs“ zu beenden, womit alle einverstanden waren. Während der Angeklagte anbot, 600 Euro an seine Partnerin zu zahlen, schwebte dieser eine Zahlung von 1500 Euro vor.

Der Richter wählte einen Mittelweg: 800 Euro soll der Angeklagte zahlen, 400 Euro an die Kinderkrebshilfe und 400 Euro an seine Lebensgefährtin. Dem Angeklagten wird eine ratenweise Zahlung von 200 Euro monatlich gewährt.

„Ich sage Ihnen: Wenn Sie nicht zahlen, werde ich richtig sauer,“ ermahnte der Richter den Angeklagten und stellte ihm für diesen Fall eine Fortsetzung der Gerichtsverhandlung in Aussicht. Der Angeklagte versprach, zu zahlen und in Zukunft weniger zu trinken.

Von mka

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