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Segeberg Mit Seifenblasen in die Physik
Lokales Segeberg Mit Seifenblasen in die Physik
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21:19 22.03.2016
Fast beschwörend blickt Larissa Klinke (14) auf ihre Eigenkonstruktion: Die Seifenblasenmaschine lässt sie nicht im Stich.

16 Schüler, 16 Maschinen, 16 individuelle Lösungen: Mehrere Wochen hatten die Schüler des Wahlpflichtfaches Technik der Dahlmannschule Zeit, eine Aufgabe zu lösen und umzusetzen. Eine Seifenblasenmaschine mit nur einem Motor sollten die Schüler bauen, die dazu in der Lage sein soll, dauerhaft Seifenblasen in die Welt zu pusten. Am Montag wurden die Konstruktionen erstmals vorgeführt.

Dahlmannschüler konstruierten eigene Maschinen / Schon 31 Anmeldungen für Physik-Profil im kommenden Schuljahr.

„Nicht an allen Schulen kommt das Profil zustande.“

Eike Schütze, Lehrer

Einen Baukasten mit Zahnrädern, Gummibändern, Kunststoffbauteilen, Mini-Säge, Schraubendreher und weiteren Bauteilen hatten die Schüler des Technik-Kurses im achten Jahrgang, der übrigens zur Hälfte aus Mädchen besteht, zur Verfügung. Baupläne oder Lösungsvorschläge gab es nicht. Den Weg zum Ziel mussten sich die Tüftler von morgen selbst erarbeiten. Dabei gab es jede Menge Rückschläge und so manche Gedankengänge führten sogar in die Sackgasse.

„Ich hatte zuerst überlegt, den Motor so schnell laufen zu lassen, dass der Windzug ausreicht, Seifenblasen zu erzeugen. Das funktionierte aber nicht“, erzählt Larissa Klinke. Auch erste Versuche mit Zahnrädern musste sie wieder verwerfen. „Mit einer Gummiband- Übersetzung ging es besser“, erzählt die 14-jährige Schülerin aus Schieren, die ihre ersten Überlegungen noch mit Jana-Jasmin Westphal getroffen hat. Als es aber an die eigentliche Konstruktion ging, haben beide Schülerinnen für sich gearbeitet.

Tammo Schmidt (14) war einer der Schüler, aus dessen Maschine die ersten Seifenblasen blubberten. Fünf Wochen mit je drei Schulstunden hat er für seine Eigenkonstruktion gebraucht. „Es gab auch Phasen, wo es nicht so gut geklappt hat. Die Herausforderung aber macht am meisten Spaß. Man hat ein Ziel vor Augen, muss sich selbst aber erst dorthin vorarbeiten“, erzählt der Schüler, der von dem lösungsorientierten Unterricht begeistert ist. „Wenn man sich selbst erst hineindenken muss, bleibt von dem Stoff viel mehr hängen, als wenn man kurzfristig Vokabeln lernt“, ist der Schüler überzeugt, der nach dem Abitur im Bereich Computertechnik arbeiten möchte.

Während die Seifenblasenmaschinen munter sirren und die Schüler strahlen, freut sich auch Eike Schütze, der an der Dahlmannschule Mathematik und Physik unterrichtet. Auch wenn er nur dann eingeschritten ist und Tipps gegeben hat, wenn ein Schüler absolut nicht weiter wusste, hat der Pädagoge genau das erreicht, was er wollte: Mit dem lösungsorientierten Unterrichtsstil gelingt es, Schüler für Technik zu begeistern. „Physik ist nicht unbedingt das Profil, das an allen Schulen zustande kommt. Bei uns aber ist das kein Problem“, freut sich Eike Schütze. Allein für das Physik-Profil 2016/ 2017 hat die Dahlmannschule 31 Anmeldungen, der zukünftige Forscherzweig hat ebenfalls bereits 45 Anmeldungen. Auch der zweijährige Wahlpflichtkursus Technik, für den sich Mädchen und Jungen gleichermaßen interessieren, ist ein Erfolgsmodell, das seit fünf Jahren angeboten wird.

Während sich auf dem Lehrerpult, auf dem die ganzen Maschinen stehen, und auf dem Fußboden drum herum langsam ein klebrig- seifiger Film legt, hat Justus Jürgens seine Seifenblasenmaschine wieder abgebaut. Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Marcel Meyerfeld sucht der 14-Jährige nach einer Lösung für ein Problem: „Der Motor setzt immer wieder aus. Ich muss umstrukturieren.“

Von Petra Dreu

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