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Segeberg Mit Spiel und Spaß den Wald verstehen
Lokales Segeberg Mit Spiel und Spaß den Wald verstehen
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20:59 20.09.2017
Sinan (10), Fynja und Enya (beide 9, v. l.) aus der Grundschule Schlamersdorf spielten einen Maulwurf, der aus seinem Hügel schaut. Quelle: Fotos: Petra Dreu
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Daldorf

Die Aufgaben, die sich Erlebniswald-Leiter Stephan Mense und sein Team für die Schüler der dritten und vierten Klassen ausgedacht hatten, trafen genau den Nerv der Kinder. Sie mussten Blätter und die dazugehörenden Bäume erkennen. Ihre pantomimischen Fähigkeiten waren gefragt, als sie ihren Klassenkameraden Begriffe wie „Winterschlaf“ oder „Maulwurfshügel“ ohne Worte erklären mussten. Es gab Schätzfragen, und beim Spiel „Holterdipolter“ hatte die Klasse die besten Karten, deren Schüler als die schnellsten Sprinter einen Holzscheit von A nach B tragen konnten. Alle fieberten mit und so waren schon von weitem die Anfeuerungsrufe der Schüler zu hören.

Schnelligkeit, Geschick, Wissen und Kombinationsvermögen waren bei den Jugendwaldspielen im Erlebniswald Trappenkamp gefragt. Zehn Schulklassen aus Fahrenkrug, Schlamersdorf, Groß Kummerfeld und Bornhöved stellten sich den Herausforderungen rund um das Thema Wald.

Wer dafür kein Ohr hatte, der konnte an ihren geröteten Wangen die Begeisterung der Neun- bis Zehnjährigen ablesen. „Das war so toll gemacht“, schwärmte Heike Klüber, Schulsozialarbeiterin der Grundschule Schlamersdorf, die sich mit drei Klassen auf nach Daldorf in den Erlebniswald gemacht hatte. Ihr habe besonders gefallen, dass die Schüler für einen kurzen Moment in die Rolle von Tieren oder Pflanzen schlüpfen konnten. Dadurch hätten sie eigenständig Bezüge zu anderen aufzeigen können. „Das komplexe System Wald wurde mit einfachen Mitteln begreifbar und erlebbar gemacht. Der Waldboden braucht die Ameisen, Laubbäume brauchen Wasser und der Hirsch braucht den Baum, um sich daran zu schubbern. So erklärt, bleibt es bei den Schülern hängen“, sagte die Schulsozialarbeiterin begeistert.

Die gleiche Erfahrung hatte auch Stephan Mense gemacht. „Was die Kinder hier mitnehmen, kommt an und verpufft nicht. Als wir über den Bergahorn gesprochen haben, wusste eine Schülerin, dass aus seinem Holz Geigen hergestellt werden. Das Wissen der Kinder ist nicht zu unterschätzen“, so der Erlebniswald-Leiter.

Als alle Spielstationen durchlaufen waren und sich Waldpädagogin Angela Harm zum Auswerten der Ergebnislisten zurückgezogen hatte, stieg die Anspannung bei den Schülern erneut, denn alle hofften darauf, Sieger geworden zu sein. Zwar bekam jede Klasse eine Holztafel als Urkunde und eine Tüte mit Präsenten, auf die erstplatzierte Klasse aber wartete ein ganz besonderes Geschenk, das ihnen Holz-Unternehmer Bernd Jorkisch mitgebracht hatte, der seit jeher eine gute Nachbarschaft zum Erlebniswald pflegt: Einen 250-Euro-Gutschein für ein Holzspielgerät gab es für die Siegerklasse aus Groß

Kummerfeld. Jorkisch: „Es ist eine Freude, wie die Kinder über die Natur und den Umgang mit ihr und dem Wald lernen. Nachhaltigkeit ist viel mehr als Rücksichtnahme. Nachhaltigkeit ist ein Pakt für die Zukunft – ökonomisch, ökologisch und sozial.“

Erfolgsprojekt für Kinder

Die ersten Jugendwaldspiele wurden 1970 in Bayern veranstaltet. Seitdem haben sie sich zum größten Bildungsprojekt der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald entwickelt, das tatkräftig durch die Mitarbeiter der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten unterstützt wird. Im Erlebniswald Trappenkamp gab es die Jugendwaldspiele jetzt zum zweiten Mal auf regionaler Ebene, landesweit nehmen mehr als 6000 Grundschulkinder daran teil. pd

Petra Dreu

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