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Segeberg Mit dem Aufzug durch das Wickel-Haus
Lokales Segeberg Mit dem Aufzug durch das Wickel-Haus
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22:25 22.10.2013
Sie passten bequem hinein: Bürgervorsteherin Ingrid Altner, Erwin Mesa, Nadine Lemcke, Bürgermeister Dieter Schönfeld. Quelle: urs

Lange und heftig ist um ihn diskutiert worden, gestern hat Bürgervorsteherin Ingrid Altner ihn freigegeben: den neuen Fahrstuhl im historischen Heinrich-Wickel-Haus an der Oldesloer Straße. Er verbindet Stockwerk eins und zwei, fährt aber nicht ins Dachgeschoß und in den Keller. „Das ist der Kompromiss gewesen“, bemerkte Bürgermeister Dieter Schönfeld gestern bei der Einweihung. Mit der Baumaßnahme war im vergangenen Juni begonnen worden.

Eine denkbar knappe Mehrheit (zwölf gegen elf) hatte sich in der Stadtvertretung für den Fahrstuhl ausgesprochen. Die Gegner begründeten ihr Votum mit den schlechten Finanzen der Kommune. Rund 160

000 Euro hat der Fahrstuhl gekostet, dafür erhielt die Stadt aber auch Fördermittel über die Aktivregion Holsteins Herz. Neun Personen fasst der Fahrstuhl. „Vorausgesetzt, die Mitfahrer haben ein Idealgewicht“, scherzte Schönfeld. Zu jenen, die gestern zur Einweihung kamen, gehörte auch Behindertenbeauftragter Erwin Mesa. Er hatte sich nachdrücklich für Barrierefreiheit im Heinrich-Wickel-Haus eingesetzt. Denn auf den Geschossen sind etliche Einrichtungen untergebracht — bisher für Behinderte unerreichbar.

Im Erdgeschoss rechts ist die Geschäftsstelle der Tourist-Information, über einige Treppenstufen kommt der Besucher dann in die Stadtbücherei. Auch sie ist künftig bequem für Rollstuhlfahrer zu erreichen. Dann gibt es noch einige Beratungsstellen wie den Verein Frauenzimmer, das Stadtarchiv, ein Abgeordnetenbüro, den Fremdenverkehrsverband und die Kindertagesstätte Alte Sparkasse. Die Mütter werden sich freuen: Sie können künftig mit den Kinderwagen bis vor die Kita-Tür fahren und müssen das Gefährt nicht unten im Flur stehen lassen. Das demonstrierte gestern Nadine Lemcke mit Sohn Noah. „Der Fahrstuhl ist eine Erleichterung. Wenn die Kinder erst mal zehn Kilo wiegen, ist es eine Herausforderung, sie zu tragen“, sagte sie.

Wer den Fahrstuhl von der Oldesloer Straße aus benutzen will, kann ihn über einen Taster bedienen; im Eingangsbereich ist auch eine Sprechanlage zum Dachgeschoss — dort sitzt der Verein Frauenzimmer — installiert worden. Wer die sportliche Variante bevorzugt, benutzt vom Seiteneingang aus die Treppe. Hinter dem neu erschlossenen Eingangsbereich befindet sich ein barrierefreies WC mit beweglichem Wickeltisch. Der Raum ist zirka 16 Quadratmeter groß; der Umbau habe rund 30 000 Euro gekostet, sagte Bauamtsleiterin Antje Langethal gestern. Die Reinigungskraft wird von der Stadt gestellt.

In diesem Zusammenhang bemerkte Bürgermeister Schönfeld, dass sich das Projekt „Nette Toilette“ in der Stadt bewährt habe. „Die Toiletten sind immer sauber, weil sie unter Aufsicht stehen.“ Die „Nette Toilette“ wird innerhalb Bad Segebergs flächendeckend von Geschäften, Restaurants und Cafés kostenfrei angeboten; Passanten können sie auch dann nutzen, wenn sie nichts einkaufen. Die jeweiligen Betriebe haben einen entsprechenden Aufkleber am Eingangsbereich angebracht. An der Aktion beteiligen sich unter anderem das Restaurant am Ihlsee, Kaufland, das Rathaus, die Badeanstalt Großer Segeberger See, das Café Ludwigs, „Einstein“, Bäckerei Knaack, die Kalkberg GmbH, Noctalis, der Kreis, der Imbiss „Kochlöffel“, der Alte Bahnhof. Die Standorte können einem Flyer entnommen werden, der in der Tourist-Info oder im Rathaus ausliegt.

„Der Fahrstuhl ist eine Erleichterung für uns Mütter.“
Nadine Lemcke

Ursula Kronlage

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