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Segeberg Mit dem direkten Draht zur heimischen Scholle
Lokales Segeberg Mit dem direkten Draht zur heimischen Scholle
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16:07 21.09.2017
Gero Storjohann mit Ehefrau Maren im heimischen Garten in Seth. Sein Haus baute er im rückwärtigen Bereich des elterlichen Bauernhofes, auf dem seine Mutter einst geboren worden ist. Quelle: Kullack
Seth

Er hat nicht viele Apps auf seinem Smartphone. Aber die zur aktuellen Wahlumfrage hat er, und er guckt auch täglich ’rein: „Stabil bei 38 Prozent für die Union“, freut sich Gero Storjohann(59) aus Seth, seit 2002 im Deutschen Bundestag und auch bei der Wahl am 24. September wieder Direktkandidat der CDU im Wahlkreis 8 (Segeberg/Stormarn-Mitte).

Man solle einen Wahlkämpfer nicht zwei, drei Wochen vor dem entscheidenden Sonntag nach seinem Gefühl fragen, sagt Storjohann. Er baut da mehr auf sachlich fundierte Zahlen, ganz so wie er es stets im politischen Alltag gehalten hat - vor seiner Bundestagszeit acht Jahre lang im Kieler Landtag, zuvor im Segeberger Kreistag und ganz zuerst, zum Teil parallel zu den anderen Gremien, 15 Jahre lang als Gemeindevertreter in Seth.

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Noch heute ist Storjohann CDU-Ortsverbandsvorsitzender in seiner Heimatgemeinde, Ehefrau Maren ist Bürgermeisterin von Seth. Da klebt einer nicht an der Scholle, da ist ein „Überzeugungstäter“ aus der Politik am Werk, dem längst klar geworden ist, dass man vor Ort mehr erreichen kann, im direkten Gespräch mit den Menschen als mit 1000 Vorlagen für Parteiprogramme, Regierungsentwürfe, Arbeitskreistagungen.

Deshalb auch die Wahl seiner Ausschüsse: Seit Jahren stellvertretender Vorsitzender im Verkehrsausschuss des Bundestages und seit 2005 in selber Funktion im Petitionsausschuss. So lange hatte diesen Job noch niemand vor ihm am Stück. „Da habe ich in vielen Einzelfällen helfen können, manchmal auch gegen die Behörden und auch bei so manchem Schicksal im Kreis Segeberg.“ Und warum so lange Stellvertreter und nicht Vorsitzender? „Die Vorsitzende des Petitionsausschusses ist von den Linken, das muss schon jemand aus der Opposition sein. Und da nehme ich es gern in Kauf, nur Stellvertreter zu sein“, sagt Storjohann.

Politische Erfolge, so der 59-Jährige, seien immer Gemeinschaftsleistungen. Und deshalb brauche es Parteien. Auch wenn einige Parteivertreter so manches Mal für Skandale sorgten, die andere derselben Couleur dann auszubaden hätten. Erst die Barschel-, dann die Spendenaffäre: Dafür sei seinerzeit nicht allein seine CDU, sondern das gesamte Parteiensystem in Haftung genommen worden. Heute, so glaubt Storjohann, sei das öffentliche Bild des Politikers wieder besser als noch vor Monaten.

Zum ersten Mal hat Storjohann es bei dieser Wahl mit Alexander Wagner (30) von der SPD als Gegenüber tun. Langzeit-Kontrahent Franz Thönnes (62), der nur einmal bei vier Wahlen direkt gegen Storjohann gewinnen konnte, 2002, geht in den Ruhestand. Über Wagner will Storjohann sich nicht äußern, wohl aber auf LN-Nachfrage zu dessen Vorwurf, Storjohann möge sich nicht am „Kandidatencheck“ von „abgeordnetenwatch.de“ beteiligen. „Das ist in der Tat so“, sagt der Christdemokrat. „Abgeordnetenwatch’ ist ein höchst exklusiver Verein, bei dem man nicht einfach so Mitglied werden kann.“

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Er beantworte alle Bürgerfragen, wenn sie aus dem eigenen Wahlkreis kommen, gern mit Vorrang. Aber niemand solle glauben, dass er die Zeit habe, die „Wahlprüfsteine“ jeden Tag und sofort zu beantworten. „Das ist eine Grundsatzentscheidung, Frau Merkel und Herr Schäuble halten es genauso.“ Apropos Zeit: Hat ein Bundestagsabgeordneter überhaupt Freizeit? Storjohann ist einer der wenigen, bei dem jeder jeden Tag auf der Homepage www.gero-storjohann.de nachlesen kann, was er denn so den ganzen Tag treibt.

Übrigens können das auch jene Parteifreunde nachlesen, die ihm vor der jüngsten Nominierung vorwarfen, er würde „zu wenig“ im Wahlkreis unterwegs sein . . . Hat er sich Freizeit erkämpft, widmet der Sether sich dem Sport. „Bin ich zu Hause, fahre ich jeden Tag zehn Kilometer Rad - einmal ums Dorf.“ Auch in Berlin hat er zwei Räder, räumt aber ein, ein „Schönwettersportler“ zu sein: „Bundestags-Outfit mit Lackschuhen und Dauerregen, das passt nicht.“

Nach wie vor spielt er Tennis bei den Herren 55 des TC An der Schirnau. Nicht mehr in der Landesliga wie noch vor zwei Jahren, aber seine Leistungsklasse 16 hält er . Philipp, der Älteste seiner drei Söhne, hat Leistungsklasse 1. Aber der arbeitet schließlich neben dem Studium auch als Tennistrainer.

Lothar Hermann Kullack

 

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