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Mit der Wander-Imkerin auf Deutschland-Tour

Stocksee/Wankendorf Mit der Wander-Imkerin auf Deutschland-Tour

Heidi Butenschöns reist mit ihren Tieren quer durchs Land, weil die Trachten im Norden begrenzt sind – die gelernte Holzmechanikerin führt Betrieb in fünfter Generation.

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Heidi Butenschön arbeitet als Berufsimkerin und reist dabei quer durch die Republik. Hier zeigt sie eine Schauwabe hinter Glas.

Quelle: Fotos: Domann

Stocksee/Wankendorf. Etwa dreimal um die Erde muss eine Honigbiene theoretisch fliegen, um Nektar und Pollen für ein Pfund Honig zu ernten. Heidi Butenschöns Bienen fliegen zumindest einen Teil dieser Strecke gar nicht selbst zurücklegen: Sie werden quer durch Deutschland gefahren. Auf Gut Stockseehof informierte die Wanderimkerin nun über ihre Tiere.

LN-Bild

Heidi Butenschöns reist mit ihren Tieren quer durchs Land, weil die Trachten im Norden begrenzt sind – Gelernte Holzmechanikerin führt Betrieb in fünfter Generation.

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Die 44-Jährige hat vor drei Jahren die Imkerei von ihrem Vater Horst Nette in Wankendorf übernommen und damit auch die Wanderimkerei. „Wir sind Berufsimker, das Wandern ermöglicht uns eine größere Sortenvielfalt“, erklärt Butenschön. Denn die Trachten im hohen Norden – also der eingebrachte Honig, den die Bienen nicht selbst verbrauchen – sind begrenzt: Frühjahrs- und Sommertracht sowie Rapsblüte. Da die Butenschöns 50 ihrer etwa 200 Bienenvölker in der Stockseer Kirschplantage stehen haben, ernten sie auch Kirschblütenhonig. „Bei uns wird in der fünften Generation geimkert, meine Großeltern waren beide Imkermeister, ich bin mit Bienen und Honig aufgewachsen“, erzählt die gelernte Holzmechanikerin. Ihr Vater habe dann mit der Wanderimkerei angefangen.

Etwa die Hälfte der Honigproduktion stammt heute aus Trachten aus anderen Bundesländern. In der Pfalz bestäuben die Bienen aus Wankendorf Edelkastanien, im Kehdinger Land Apfelbäume und bei Potsdam Scheinakazien. In der Lüneburger Heide fliegen die Bienen ins Heidekraut und im Schwarzwald sammeln sie das süße Sekret von Blatt- und Schildläusen ein, das dann als typischer Waldhonig auf den Frühstückstischen der Bundesrepublik landet. Auch in der Nähe von Halberstadt waren Butenschöns Honigbienen schon unterwegs, sie haben dort Majoran und Thymian bestäubt, die Pflanzen waren für die Gewürzmühle bestimmt. Auch Senfblütenhonig gehörte schon einmal zum Sortiment.

Dieses Jahr sollte es zum ersten Mal Fenchelhonig geben. Die Gemüsepflanze blüht spät, ideal um noch eine weitere Tracht mitzunehmen. Doch das Wetter war zu nass und windig. „Bei zu viel Regen wird der Nektar aus der Blüte geschwemmt, dann gibt es weniger zu sammeln.“ Außerdem brauchen die Insekten dann vermehrt Nektar und Pollen als Energie für sich selbst. „Vertane Flugzeit und unnötig verbrauchtes Flugbenzin“, so Heidi Butenschön.

Die Wanderimkerei bietet nicht nur die unterschiedlichsten Sortenhonige, häufig wird auch eine Bestäubungsprämie gezahlt. Die liegt bei etwa 25 Euro pro Volk. „Jedes Volk ist für etwa drei Trachten zuständig und die Bienen werden dorthin gefahren, wo gerade eine Sorte in Blüte ist“, so die Imkerin.

Etwa 60000 gefahrene Kilometer kommen so im Jahr zusammen. Hin und wieder müsse man nach dem Rechten schauen und wenn die Tracht reichhaltig sei, die Honigräume abräumen und mit neuen bestücken.

Geschleudert und abgefüllt wird der Honig aber Zuhause in Wankendorf. So erhält Heidi Butenschön eine regionale Vielfalt, die die Kunden auf Wochenmärkten und im Direktverkauf schätzen.

Fleißige Bienen

90000 Imker gibt es in Deutschland mit rund einer Million Bienenvölker. Im Durchschnitt hat jeder Imker 7,3 Bienenvölker. Zu einem Bienenvolk gehören eine Königin, etwa 1000 Drohnen und rund 40000 Arbeitsbienen. Fast 60 Kilogramm Honig können von einem Volk geerntet werden. Für ein Pfund Honig müssen Arbeiterinnen etwa 40000 Mal ausfliegen, sie legen dabei 120000 Kilometer zurück. sd

 Silvie Domann

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