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Mit falschen Fünfzigern Pizza und Brötchen bezahlt

Norderstedt Mit falschen Fünfzigern Pizza und Brötchen bezahlt

Ein Jahr und drei Monate Bewährungsstrafe für 32-Jährigen — Der Mann hatte mit gefälschten 50-Euro-Scheinen auch in Bad Segeberg eingekauft.

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Echte oder falsche Fuffziger? Das ist mitunter nur schwer zu erkennen. *

Quelle: Kirchner

Norderstedt. Salid K. (Name geändert) aus Norderstedt ist seit vier Jahren arbeitslos und lebt von Hartz IV. Entsprechend angespannt ist die Finanzlage des 32-Jährigen. So ging er Anfang 2013 auf das Angebot eines Bekannten ein und kaufte dem falsche 50-Euro-Scheine ab, um damit Rechnungen bezahlen zu können. Für 300 Euro erwarb Salid K. 30 gefälschte 50-Euro-Scheine, die er in einem Zeitraum von Anfang Februar bis Mitte Juli 2013 bei Pizzalieferanten in Norderstedt, in Bäckereien und Lebensmittelmärkten unter anderem in Bad Segeberg, Bad Oldesloe und Lübeck zum Bezahlen benutzte und dabei jeweils für die falschen Fuffziger die Ware und mehr als 30 Euro Wechselgeld kassierte.

Vor dem Norderstedter Schöffengericht wurde dem Mann jetzt wegen des Beschaffens und in den Verkehrbringens von Falschgeld der Prozess gemacht. Überraschend legte der Mann, dem die Anklage 20 Fälle von Geldfälscherei vorgeworfen hatte, ein Geständnis ab, indem sein Verteidiger eine Erklärung verlas. Und darin gab der Angeklagte sogar 30 Fälle des Bezahlens mit falschen 50-Euro-Scheinen zu.

Aufgeflogen war die Geldfälschung durch Kaufleute, die die Echtheit der Scheine geprüft hatten. Wobei sich eine Bäckereiverkäuferin an den Angeklagten, der als einziger an einem Tag mit einem 50-Euro-Schein bezahlt hatte, erinnerte. Später wurde Salid K. an einer Tankstelle, an der er ebenfalls mit einem falschen Geldschein bezahlt hatte, gefilmt. In der Folgezeit meldeten sich eine Reihe von Geschäftsleuten, die gefälschte 50-Euro-Scheine erhalten hatten und auf denen dann die Fingerabdrücke des Angeklagten gefunden wurden.

Von wem er das Falschgeld gekauft hatte, ließ Salid K. in der Verhandlung offen. Sein Geständnis erspart der Justiz aber in erheblichem Umfang Zeit und Geld, da ursprünglich mehrere Verhandlungstage mit einer Vielzahl von Zeugen geplant waren, die nun nicht mehr erforderlich sind. Richterin Dagmar Goraj wertete das Geständnis deshalb als großen Pluspunkt für den Angeklagten, kritisierte aber, dass der junge Mann schon viele Jahre nicht mehr arbeite und anscheinend auch keine Motivation in dieser Hinsicht habe.

Nachteilig wirkte sich auch das lange Vorstrafenregister des Angeklagten aus, das allerdings überwiegend aus Bestrafungen wegen Fahrens ohne Fahrschein stammt. In einer zweiten Anklage wurde dem 32-Jährigen Fahren ohne Führerschein vorgeworfen, ein Delikt, das sich bei ihm ebenfalls mehrmals findet. Zuletzt war Salid K. wegen dieser Straftat im Juni 2013 zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Unter Einbeziehung dieses Urteils lautet die Strafe dieses Mal: ein Jahr und drei Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung. Auf eine Sperrfrist für die Erteilung der Fahrerlaubnis verzichtete das Gericht, damit der Angeklagte endlich einen Führerschein erwerben kann. Salid K. erhielt ferner die Auflage, sich ernsthaft um eine Arbeitsstelle zu bemühen und muss als Auflage dem Gericht mindestens drei entsprechende Bewerbungen im Monat nachweisen.

Martina Kausch

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