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Segeberg Mit neuem Nummernschild und Hilfsfond ins Luther-Jahr
Lokales Segeberg Mit neuem Nummernschild und Hilfsfond ins Luther-Jahr
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20:30 28.01.2016
„Seit 1517“: Die richtige Autonummer zum Luther-Jahr zeigen Propst Dr. Daniel Havemann (r.) und sein Plöner Amtsbruder Ernst Faehling. Quelle: ark

Der Kirchenkreis Plön-Segeberg will die Flüchtlingshilfe mit zwei Projekten unterstützen. Das beschlossen die 63 Synodalen am Mittwoch bei der Kirchenkreissynode in Bad Segeberg. Zum einen wird ein Flüchtlingsfonds geschaffen, der mit 50000 Euro ausgestattet ist und aus dem Kirchengemeinden für ihre Projekte Zuschüsse bis zu je 5000 Euro beantragen können. Mit 75000 Euro unterstützt der Kirchenkreis zudem die Nahrungsmittelhilfe der Johanniter, die nach Jordanien geflüchtete syrische Familien versorgt.

Für das Nahrungshilfe-Projekt fließen 50000 Euro sofort; außerdem will der Kirchenkreis weitere 25000 Euro an Spenden einwerben, so dass im Spätsommer noch einmal 50000 Euro nach Jordanien überwiesen werden können. Die Johanniter packen davon in der Hauptstadt Amman je 50 Kilogramm schwere und 50 Euro teure rote Kisten, die den Nahrungsmittelbedarf für eine sechsköpfige Familie einen Monat lang decken. Je zehn Kilo Reis, Mehl und Linsen sind in jeder Kiste, dazu Zucker, Salz, Öl, Tee, Nudeln, Bohnen und Milch für Kinder. Jordanien — das nicht einmal ein Zehntel der bundesdeutschen Einwohnerzahl aufweist — hat eine Million syrischer Flüchtlinge aufgenommen. Verteilt werden die Lebensmittelkisten in Irbid im Norden Jordaniens. Dort wurden von Johannitern und dem United Muslim Relief „Child Friendly Spaces“ eingerichtet. „Die Lebenmittel“, so Propst Daniel Havemann, „werden aber nicht allein an Kinder, sondern an die ganze Familie ausgegeben“.

Die 63 von eigentlich 88 Synodalen (Präses Peter Wiegner: „Wir hatten einen hohen Krankenstand“) beschlossen die Nahrungsmittelhilfe einstimmig.

Für ein weiteres Projekt, den 50000-Euro-Fonds für Aktionen im Kirchenkreis, gab es nur eine Enthaltung ohne Gegenstimme. Bis zu 60 Prozent (maximal 5000 Euro) gefördert werden können die Schaffung von Begegnungsstätten oder Wohnraum, die Fortbildung Ehrenamtlicher sowie Rechtskosten. Im Einzelfall gibt es bei besonderen medizinischen oder anderen Härten auch Geld für Einzelpersonen.

„In den 38 Gemeinden des Kirchenkreises arbeiten zusammengerechnet schon Tausende von ehrenamtlichen Helfern für die Integration von Flüchtlingen: Deutschkurse, Fahrrad-Werkstatt, Alltagsbegleitung, Koch-Treffpunkte — da gibt es Dutzende von Beispielen“, sagt Propst Ernst Faehling (Plön). So sei zum Beispiel auch die mittlerweile ausgezeichnete Initiative „Alleineinboot“ aus der Kirche hervorgegangen. Im Nordstormarner Raum werden jetzt für die Flüchtlingshilfe zehn neue Stellen in der Diakonie geschaffen, in Bad Segeberg habe man die Diakonie gerade um eine Stelle aufgestockt.

Die Pröpste freuen sich, dass ein viel offeneres Klima herrsche als Anfang der 90er, als es ähnlich viele Asylbewerber, aber eine vorwiegend ablehnende Haltung im Land gegeben habe. „Es gibt sicher auch heute kritische Stimmen, aber insgesamt hält die grundsätzlich positive Stimmung an“, sagt Propst Faehling. Gerade vor den Feierlichkeiten zu „500 Jahre Reformation“ im nächsten Jahr sei die Flüchtlingshilfe eine klassische Aufgabe der Kirche. Und Propst Havemann bringt das Jubiläumsjahr bereits auf die Straße: „SE — IT 1517“steht auf seinem Nummernschild.

Trotz Mitgliederschwunds mehr Geld vorhanden
Zwar hat der Kirchenkreis Plön-Segeberg mit rund 128000 Mitgliedern rund 2000 weniger als vor einem Jahr, wegen der allgemein gestiegenen Einkommen und Beschäftigung aber trotzdem höhere Einnahmen als zuletzt: 15,3 Millionen Euro beträgt das Kirchensteuer-Aufkommen. Davon gehen je 7,2 Millionen in die Gemeinden und in den Gemeinschaftsanteil des Kirchenkreises, von dem Bildungswerk und Diakonie, aber zum Beispiel auch die Pastorengehälter bezahlt werden.

Synodenpräses Peter Wiegner: „Wir sind unendlich dankbar, dass trotz Austritten noch so viele Kirchenmitglieder und Spender unsere gesamtgesellschaftlichen Aufgaben unterzustützen.“



Wer für die Johanniter-Nahrungsmittelhilfe für syrische Flüchtlinge in Jordanien spenden möchte, überweist seinen Beitrag an die IBAN-Nummer DE74520604101506444660, BIC:

GENODEF1EK1. Der Überweisungsträger reicht als Spendenquittung aus.

Lothar Hermann Kullack

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