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„Miteinander Wohnen“ in Nahe gewinnt an Fahrt

Nahe „Miteinander Wohnen“ in Nahe gewinnt an Fahrt

Hälfte der Wohnungen vergeben. Morgen beschließt die Gemeindevertretung den B-Plan.

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Initiator Rüdiger von Hanxleden (v. l.), Mit-Planerin Ursula Gösch und Bürgermeister Holger Fischer freuen sich auf das neue Wohnprojekt.

Quelle: Foto: Spreer

Nahe. Seit 2008 wird geplant, werden Ideen entwickelt und wieder verworfen, neu geplant, kalkuliert, ausgelotet, wer mitmachen will: Jetzt ist das Projekt „Miteinander Wohnen“, hinter dem Beata und Rüdiger von Hanxleden stehen, auf der Zielgeraden angekommen. Inzwischen sind es 17 Wohnungen, die auf einem herrlichen Grundstück in Nahe gebaut werden sollen. Morgen entscheidet die Gemeindevertretung über den Bebauungsplan, mit dem der Startschuss gegeben wird.

Auf 3400 Quadratmetern soll ein Haus errichtet werden, in dem 17 Parteien wohnen können — Singles oder Paare. Dabei wird sich dieses Anwesen, das eine Reihe von Gemeinschaftseinrichtungen vorsieht, von herkömmlichen Mehrfamilienhäusern entscheidend abheben. Hier soll nicht jeder für sich leben, sondern in Kontakt mit seinen Nachbarn. Die Wohnungen mit Terrasse oder Balkon sind zwischen 50 und 85 Quadratmeter groß, die Miete liegt zwischen 390 und 663 Euro. Von den Bewohnern — acht Wohnungen sind noch zu vergeben — wird ein Genossenschaftsanteil je nach Wohnungsgröße erwartet — er liegt zwischen 15 000 und 45 000 Euro. Das Projekt wird von der Aktivregion Alsterland gefördert. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 2,5 Millionen Euro.

Eine der Verfechterinnen dieser Idee des freiwilligen Miteinanders ist Ursula Gösch. Sie hat sich frühzeitig Gedanken gemacht, wie sie im Alter leben will. Sicher ist für sie: nicht allein in einem viel zu großen Haus „wie es unzähligen älteren Menschen geht“. Sondern in Gemeinschaft. „Aber freiwillig muss alles sein“, betont sie. Jeder kann, keiner muss — das sei der Grundsatz. Niemand müsse in diesem Projekt allein in seinem Kämmerchen sein. Im Gegenteil: Der Kontakt zu anderen soll gepflegt werden, „das hält jung“.

Und dafür sieht das Gebäude Möglichkeiten vor. Ein von allen nutzbarer Innenhof ist geplant, ein großer und ein kleiner Gemeinschaftsraum — auch für Veranstaltungen mit Besuchern.

Kontakte werden erleichtert. In direkter Nähe ist eine therapeutische Wohngemeinschaft, und nebenan kommen ab und zu Kita-Kinder auf das Naturgrundstück. „Das kann nur belebend sein“, ist Ursula Gösch sicher. Rüdiger von Hanxleden schwebt auch die Anlage eines Platzes neben dem Gebäude vor, der von den Bewohnern, aber auch von anderen Nahern, genutzt werden könnte. „Wir wollen dann auch eine von außen zugängige Toilette einrichten“, sagt er. Ursula Gösch schweben Ausflüge vor, der Besuch von Veranstaltungen: „Wer ein Auto hat, nimmt andere mit“ — das könne das Prinzip sein. „In gewisser Weise kann das auch ein Familienersatz sein.“

Wie sein Vorgänger Ortwin Peters steht auch der neue Bürgermeister Holger Fischer dem Projekt positiv gegenüber. Die Gemeinde wolle es vorantreiben, „damit es in Fahrt kommt“. Das Anwesen könnte sich zu einem zentralen Treffpunkt im Ort entwickeln — eine Station auf einem möglichen Rundgang durch Nahe sein.

Mehr Infos über das Projekt haben Rüdiger von Hanxleden (040/53 90 40 69) und Ursula Gösch (0 45 35/29 88 03).

„In gewisser Weise kann das ein Familienersatz sein.“
Ursula Gösch

Christian Spreer

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