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Segeberg Möbel Kraft bekommt seine Anbindung
Lokales Segeberg Möbel Kraft bekommt seine Anbindung
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22:33 23.10.2013
Zwei Kreuzungen sollen umgebaut werden, damit die Kunden aus Richtung Hamburg ohne Staugefahr auf die Möbel Kraft-Parkplätze (rechts) zusteuern können. Quelle: Glombik

Zumindest eine Sorge weniger in Sachen A 20: Die Firma Möbel Kraft, Anteilseigner Reinhard Kraft und die Erbengemeinschaft Helga Kraft zogen ihre Klagen nach der Einigung mit den A 20-Planungbehörden zurück.

Möbel Kraft-Geschäftsführer Dr. Gunnar George und auch Reinhard Kraft bestätigten gestern auf Anfrage der Lübecker Nachrichten, dass man sich mit den Planungsbehörden verständigt habe. Die Planungsbehörde, so George, habe der Stadt „quasi das Mandat erteilt“, dass sie den Umbau der Kreuzungen vorantreibt. Ziel sei es, „dass die Anbindung Möbel Kraft rechtzeitig vor der Eröffnung der A 20 fertig ist“. Anfang kommenden Jahres könnte die Stadt mit den Planungen loslegen, hofft George. Es gehe dem Möbelhaus nicht darum, den Autobahnabschnitt zwischen Weede und Wittenborn zu verhindern, sondern darum, eine aus seiner Sicht mangelhafte Anbindung des Möbelhauses zu vermeiden. George hatte befürchtet, dass die A 20 gebaut werde und erst Jahre später die innerstädtische Anbindung erfolge.

Ein wesentlicher Knackpunkt für Kraft sei der Knotenpunkt Ziegelstraße/Hamburger Straße. Durch die geplante Verlegung der B 432 auf die B 206 und den zusätzlichen Verkehr von der neuen A 21-Anschlussstelle für Bad Segeberg würde es innerorts auf der B 206 nach dem Bau der A 20 „richtig haarig“ werden, wurde von Kraft befürchtet. So werde von Gutachtern eine Zunahme des Verkehrs von täglich 27 450 auf 32 200 Fahrzeuge prognostiziert. Staugefahr! Um das zu verhindern, sei der Umbau des Knotenpunktes B 206/ Ziegelstraße/Hamburger Straße notwendig.

Bislang können Autofahrer, die aus Richtung Bad Bramstedt kommen, nicht links in die Ziegelstraße abbiegen. Dazu müssen zwei Kreuzungen umgebaut werden, erklärte Reinhard Kraft. Er berichtet, dass die Klagen von der Firma Möbel Kraft, von ihm und einer Erbengemeinschaft Helga Kraft, zurückgezogen worden seien. Die Erbengemeinschaft saß am langen Hebel, weil die A 20 über Ackerflächen der Familie geführt werden soll. Kraft: „Wir hoffen jetzt auf das Versprechen der Landesregierung, dass die Anbindung zügig klappen wird. Auch wenn es hierzu keine „totale Sicherheit“ geben werde, „haben wir uns entschieden, die Klage zurückzunehmen“.

Ein entscheidendes Treffen gab es dazu Ende September mit den Verkehrsplanern. Auch der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) sei bei einem der Verhandlungstermine dabei gewesen. Je näher der Verhandlungstag in Leipzig vor dem Bundesverwaltungsgericht rückte, desto mehr habe das Land Interesse gehabt, hier zu einer Einigung zu kommen, berichtet Kraft.

Auch die große zentrale Kreuzung beim Stahwedder-Haus muss umgebaut werden. Dafür müsste aber auch dieses historische aber stark baufällige Gebäude abgerissen werden. Das leerstehende Haus direkt an der Kreuzung gehört Gerhard Kraft. Noch ist unklar, ob er für den Kreuzungsumbau das Grundstück abgeben wird. Eigentlich müsste man „den Stachel wegreißen“, so Bruder Reinhard.

Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) begrüßte die Rücknahme der Kraft-Klage, betonte aber, dass es noch in Details „Klärungsbedarf“ gebe. Zahlreiche Gespräche seien notwendig gewesen. Offensichtlich ist noch nicht völlig geklärt, wer letztlich die Kosten für die Kreuzungsumbauten trägt. Die Stadt habe kein Interesse daran, hierfür zur Kasse gebeten zu werden. Schönfeld:

„Für uns ist wichtig, dass Möbel Kraft gut angebunden wird.“

Wolfgang Glombik

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