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Segeberg Monika Saggau einstimmig gewählt
Lokales Segeberg Monika Saggau einstimmig gewählt
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23:28 13.06.2018
Gleich nach der einstimmigen Wahl von Bürgervorsteherin Monika Saggau (li.) durch die neue Bad Segeberger Stadtvertretung gab es einen dicken Blumenstraß von Amtsvorgängerin Ingrid Altner und Bürgermeister Dieter Schönfeld. Quelle: Fotos: Glombik
Bad Segeberg

Einstimmig wurde Monika Saggau als Vorschlag der stärksten Fraktion im Bürgersaal, der CDU, von den Stadtvertretern in der konstituierenden Sitzung gewählt. Tosender Beifall im vollbesetzten Bürgersaal. Gratulantin war ihre Amtsvorgängerin Ingrid Altner (CDU), die sich nach über 20 Jahren in der Stadtvertretung, zehn davon als Bürgervorsteherin, aus der politischen Arbeit zurückgezogen hat. Monika Saggau schlug sich danach tapfer beim Ritt durch die umfangreiche Tagesordnung, gespickt mit Regularien. Sie stolperte hin und wieder über Namen, vor allem über den des neuen Ausschussmitgliedes vom BBS, Gunter von Tluck und Toschonowitz. Aber das sah man ihr nach. Heino Pfeiffer (73) als ältester Stadtvertreter durfte die Sitzung eröffnen. Der Bürgermeister habe ihm empfohlen, keine lange Rede zu halten, sagte er in einer lockeren Ansprache .

Wir haben eine neue Stadtvertretung! Die Staffelübergabe im Bad Segeberger Rathaus zur neuen Wahlperiode klappte reibungslos und war extrem harmonisch. Weil zahlreiche ehemalige Stadtvertreter verabschiedet wurden, mischte sich in die Freude auch etwas Wehmut.

„Lassen Sie uns gemeinsam eine offene, freie und faire Diskussions- kultur pflegen. Monika Saggau

Bürgervorsteherin

Monika Saggau betonte in ihrer kurzen Antrittsrede, dass sie Zeit habe, dieses Amt auszufüllen. Nicht unwichtig ist dieser Hinweis, weil sie ja auch als Kreistagsabgeordnete politisch tätig ist. Die Aufgaben einer Bürgervorsteherin seien sehr vielfältig, habe sie erfahren. Und an die Stadtvertreter gewandt, rief sie dazu auf: „Lassen Sie uns gemeinsam eine offene, freie und faire Diskussionskultur pflegen. Mit dem nötigen Respekt voreinander.“

Die fröhliche Stimmung bei der konstituierenden Sitzung mochte auch die Wählergemeinschaft BBS nicht stören. Ihren umstrittenen Antrag zur Einrichtung eines separaten Finanzausschusses – die LN berichteten – werde man erst in der kommenden Sitzungsrunde diskutieren, erklärte BBS-Fraktionsvorsitzender Torsten Bohlmann. Sondierungen hatten im Vorfeld ergeben, dass SPD und CDU den Antrag ablehnen. Die Entscheidung dazu soll am 3. Juli in der Stadtvertretung getroffen werden.

Über die zahlreichen zu vergebenen Funktionen in den Gremien hatten sich im Vorfeld die Fraktionsvorsitzenden schon abgestimmt. So wurde ruckzuck und einstimmig im Paket abgestimmt: Wolfgang Tödt (BBS) ist erster Stellvertreter der Bürgervorsteherin, Uwe Rönnfeldt (SPD) wurde zum zweiten Stellvertreter gewählt. Die „drei Tödts“, Wolfgang, Kirsten und Olaf, wurden als Ausschussvorsitzende gewählt. Als erster Stellvertreter des Bürgermeisters wurde Norbert Reher (CDU) einstimmig bestimmt, das gleiche Ergebnis gab es für den zweiten Stellvertreter Heino Pfeiffer. „Man könnte ja fast den Eindruck haben, dass Du nicht willst“, so Monika Saggau zu ihrem Fraktionskollegen Norbert Reher frech, als der zögerte, für sich selbst zu stimmen.

Überhaupt das „Du“. Monika Sagau kennt viele näher, quer durch alle Fraktionen, schon aus ihrer Tätigkeit als Kita-Leiterin. Sie muss sich nun entscheiden, ob sie hier in der politischen Arena das vertrauensvolle „Du“ oder für alle das „Sie“ wählt. Beides gemischt oder mal „Du“, mal „Herr“ geht wohl auf Dauer nicht. Überhaupt Distanz und Nähe: Während Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) ein sehr vertrauensvolles Verhältnis mit Ingrid Altner verband, dürfte das Verhältnis zur neuen Bürgervorsteherin nicht einfach werden. Es ist gerade ein Jahr her, da haben sich beide – Monika Saggau war alleinige Leiterin des Städtischen Kindergartens – eine offene Fehde geliefert. Saggau hatte eine „Abschieds“-Feier in der Mühle mit Festreden, Besuchern von Land und Kreis gegeben. In der Festrede wurde heftig über die Entscheidung des Bürgermeisters – Schönfeld sprach von „Schmähkritik“ – hergezogen, weil Schönfeld die Führungsstruktur der Kita geändert hatte. Monika Saggau übernehme vertragsgemäß „eine andere Aufgabe in der Stadtverwaltung“, teilte er den LN mit und ärgerte sich, dass sie auf der Feier den Eindruck erweckt haben solle, sie gehe in den Vorruhestand.

Schönfeld schien bei der Wahl der Bürgervorsteherin nun bemüht, Porzellan zu kitten und lobte Monika Saggau für ihre zügige Sitzungsleitung. Die war so flink (etwa eine Stunde dauerte es), dass das Büfett für den anschließenden Empfang mit den alten und neuen Stadtvertretern, so befürchtete Schönfeld, noch gar nicht aufgestellt sei.

 Wolfgang Glombik

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