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Segeberg Versuchter Mord am Que-Danceclub: Prozess beginnt
Lokales Segeberg Versuchter Mord am Que-Danceclub: Prozess beginnt
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16:54 12.10.2018
Der Que-Danceclub in der Bad Segeberger Rosenstraße Quelle: LNBILD
Bad Segeberg

Es müssen dramatische Szenen in der Nacht gewesen sein: Am 15. April dieses Jahres sind bei einer Messerattacke ein 23-Jähriger aus Bad Segeberg und ein 29-Jähriger aus Kiel schwer verletzt worden. Ort des Geschehens war der Parkplatz der Bad Segeberger Discothek Que-Danceclub in der Rosenstraße. Ein 29-jähriger Deutscher aus Rendsburg wurde festgenommen. Am kommenden Freitag, 19. Oktober, beginnt der Prozess wegen versuchten Mordes. Vier Verhandlungstage vor dem Kieler Landgericht sind angesetzt, an den ersten beiden Tagen sind allein elf Zeugen geladen.

Nach der Flucht festgenommen

Der inzwischen 30-jährige Angeklagte soll an dem Sonntagmorgen gegen 2 Uhr zunächst einem der Männer mit einem Messer zielgerichtet eine Schnittwunde am Hals zugefügt haben. Laut Anklage soll er sich anschließend selbst in den Arm geschnitten und behauptet haben, der Geschädigte sei der Verursacher gewesen. Als ein Zeuge dazukam, soll der Angeklagte mehrmals auf den Kopf des am Boden liegenden Geschädigten getreten und gesagt haben, dass er sterben werde, wenn er so weitermacht. Als der Zeuge versuchte den Angeklagten wegzuziehen, soll der Bewaffnete auch diesem zielgerichtet eine Schnittwunde am Hals zugefügt und schwer verletzt haben. Der Mann aus Bad Segeberg musste im Krankenhaus notoperiert werden. Nach Polizeiangaben konnte der Tatverdächtige zunächst flüchten, wurde dann aber in der Nähe des Tatortes festgenommen.

Männer kannten sich wohl nicht

Die Hintergründe der Bluttat sind unklar. Nach ersten polizeilichen Erkenntnissen kannten sich der Angeklagte und die beiden Opfer nicht. Dem Antrag auf Unterbringungsbefehl der Staatsanwaltschaft Kiel hatte das Amtsgericht Kiel seinerzeit zügig stattgegeben. „Wir gehen von einer psychischen Erkrankung aus“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler im April. Deshalb solle der Tatverdächtige bis zur Erstellung eines Gutachtens in der Psychiatrie bleiben. Laut Anklage ist der Mann auch jetzt untergebracht. Teil der polizeilichen Ermittlungen war auch die Videoüberwachung des Geländes in der Rosenstraße.

Angeklagter soll kein Diskobesucher gewesen sein

Verantwortliche des Tanzclubs distanzierten sich via Facebook: Der Mann soll kein Gast des Hauses gewesen sein, lediglich vor dem Eingang telefoniert haben. „Wir haben ein großes Interesse an der Aufklärung des Falls und werden dieses, soweit es uns möglich ist, unterstützen, damit auch weiterhin ruhig und mit guter Stimmung bei uns gefeiert werden kann“, hieß es. Der Club war im August 2014 im ehemaligen Antikschuppen am Bahnhof in Bad Segeberg eröffnet worden.

Der Prozess wird nach Eröffnung des Hauptverfahrens am 19. Oktober am 23. Oktober, 8. und 15. November vor dem Kieler Landgericht fortgesetzt.

Irene Burow

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