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Segeberg Motivations-Coaching mit dem Minister
Lokales Segeberg Motivations-Coaching mit dem Minister
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20:15 31.05.2018
Aufmerksam verfolgten die Gäste und Mitglieder der Arge Trappenkamp am Mittwochabend die Ausführungen von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP, stehend) im Bürgerhaus. Quelle: Fotos: Vogt/domann*
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Trappenkamp

Gut anderthalb Stunden wirbelte der Minister freihändig und ohne Skript zwischen den Stuhlreihen herum und wirkte dabei zeitweise eher wie ein Motivations-Coach als ein Mitglied der Landesregierung.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Dirk Bösebeck als Arge-Vorsitzender bestätigt.

Kern seiner Botschaft: Mit der Jamaika-Regierung in Kiel werde nun auch für die 130000 Unternehmerinnen und Unternehmer in Schleswig-Holstein vieles vorangehen, sei es beim Bürokratieabbau, bei dem Ausbau der Infrastruktur und der Anbindung an schnelle Datennetze bis in die hintersten Winkel.

Buchholz räumte ein, dass die Infrastruktur im Land in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten „sträflich vernachlässigt“ worden sei. Es habe sowohl am politischen Willen als auch am Geld gefehlt, bauliche Maßnahmen voranzutreiben. Beide Probleme gehörten aber der Vergangenheit an. Stichwort A-20-Weiterbau: Dieses Projekt nehme jetzt Fahrt auf, versprach der Liberale. Auf seine Anweisung hin würden die sechs verbleibenden Bauabschnitte im Land nun von eigenen Teams gleichzeitig geplant und realisiert, die A 20 damit nicht mehr zwingend von Ost nach West, sondern in flexibler Reihenfolge gebaut. Wegen anhängiger Klagen dürfte es „rund um Bad Segeberg wohl noch etwas länger dauern“. Doch auch ohne dieses Teilstück wäre der Lückenschluss zwischen A 21 und A 7 durch die A 20 bereits von erheblichem Nutzen. Insgesamt werde die Segeberger Region in den kommenden Jahren „auf völlig neue Art logistisch erschlossen“, was für etablierte und auch neue Unternehmen enorme Chancen biete.

Voraussetzung sei allerdings, dass Kirchturmdenken aufhöre, sich Städte und Gemeinden in wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht zu Regionen mit einem gemeinsamen, schlagkräftigen Standortmarketing zusammentäten. Was im Falle des Kreises Segeberg unter Ägide der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WKS) auch bereits passiere, merkte Arge-Vorsitzender Dirk Bösebeck an.

Viel Raum in Buchholz’ Ausführungen nahm das Thema Glasfaser ein, das der Minister als entscheidenden Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes pries. Der Minister forderte daher, die immense Bedeutung dieses Themas zu erkennen. Wobei die vermeintliche Provinz auch hier schon deutlich weiter ist, als es dem FPD-Politiker möglicherweise bewusst war. Immerhin verfügt der Kreis Segeberg inzwischen über eine Haushaltsabdeckung beim Breitband-Internet von 65 Prozent – Spitzenplatz in Deutschland.

Gleichwohl traf Buchholz mit seien launigen Ausführungen den Ton der Trappenkamper Wirtschaftsinteressierten, wenngleich er sich mitunter zu sehr in Zukunftszenarien verstieg, er zum Beispiel über eine Achse von High-Tech-Unternehmen der Medizin- und Ernährungsbranche zwischen Hamburg und Lübeck fabulierte. So mancher hätte dagegen lieber gewusst, wann das Handy-Funkloch in Daldorf beseitigt wird und wie der Strukturwandel in der Gönnebeker Gärtnersiedlung zu schaffen ist. Hier musste Buchholz konkrete Antworten schuldig bleiben, er sagte aber Unterstützung zu.

Eine gewisse Aufbruchstimmung konnte Buchholz dennoch vermitteln. Das „gruselige Klischeebild“ von wortkargen Norddeutschen mit Prinz-Heinrich-Mützen, das etwa der Kieler Tatort immer wieder vermittele, dürfe keine Gültigkeit mehr haben. „Modernität“ müsse heute der Inbegriff von Schleswig-Holstein sein.

Info: Arge Trappenkamp

Dirk Bösebeck, langjähriger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft wirtschaftlich interessierter Kreise Trappenkamp (Arge), ist bei den Vorstandswahlen am Mittwochabend in seinem Amt bestätigt worden. Bei einer Enthaltung fiel das Votum einstimmig für Bösebeck aus. Als Kassenwart wurde Rolf Friedrichsen im Amt bestätigt, neue Kassenprüferin wurde Annette Domakowski.

Der am 19. September 1963 gegründete Verein verfügt aktuell über 101 Mitglieder. Sein Ziel ist die Förderung bestehender und die Ansiedlung von neuen Betrieben, er fungiert als Sprachrohr für die Belange der Betriebe und pflegt den Kontakt zu politischen Gremien.

Oliver Vogt

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