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Segeberg Müssen Forstleute nach Rendsburg umziehen?
Lokales Segeberg Müssen Forstleute nach Rendsburg umziehen?
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21:45 14.03.2018
Bad Segeberg

Es klang dramatisch im Segeberger Hauptausschuss: Den Kreis hätten Informationen erreicht, „dass es bei der Landwirtschaftskammer Überlegungen gibt, die Landesberufsschule Forst von der Hamburger Straße in Bad Segeberg nach Rendsburg zu verlagern“, erklärte Segebergs Landrat Jan Peter Schröder den Politikern. Die Gebäude des Forstzentrums seien sanierungsbedürftig oder müssten erneuert werden, hieß es als Begründung. Schröder stellte dagegen klar, dass man sich „mit allem Nachdruck“ gegen eine Verlagerung stemmen werde. Der Ausbildungsstandort Bad Segeberg dürfe nicht geschwächt werden.

Tatsächlich ist das Forstzentrum nicht irgendeine Ausbildungsstätte. Bad Segeberg ist schon seit mehr als 60 Jahren das landesweite Zentrum für Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich. Die Lehranstalt für Forstwirtschaft in Bad Segeberg als ein Arbeitsbereich innerhalb der Abteilung Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer ist die einzige forstliche Bildungsstätte in Schleswig-Holstein. So versuchte gestern Peter Levsen Johannsen, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, auf LN-Nachfrage die Wogen zu glätten. Noch sei nichts entschieden, beteuerte er. Am Standort Bad Segeberg mit seinen Okal-Fertighäusern stehe eine Sanierungswelle an. Jetzt sei die Frage, ob man dafür viel Geld in die Hand nehme oder auch darüber nachdenken müsse, den Forstbereich in die Nähe der Zentrale der Landwirtschaftskammer in Rendsburg zu verlagern. Dazu müsste dort aber angebaut werden.

Geprüft werden danach Varianten, die Gebäude am Standort Bad Segeberg zu sanieren, diesen Standort gar noch auszubauen – oder das Gelände zu verkaufen und nach Rendsburg umzuziehen. Dabei gehe es nicht nur um Wirtschaftlichkeit und strategische Überlegungen, sondern auch um „imageträchtige Aspekte“, die man nicht in Geld beziffern könne. Die Nähe zum Wald, zum Segeberger Forst, sei ein Standortvorteil von Bad Segeberg. Auch die Frage, wo die Ausbildungsbetriebe liegen, sei wichtig.

Auch am Mittwoch ist das Forstzentrum Bad Segeberg wieder Thema im Vorstand der Landwirtschaftskammer gewesen. Johannsen: „Wir sind noch weit weg von einer Entscheidung.“ Die werde aber noch in der ersten Jahreshälfte, möglichst bis Mai, fallen. Die betroffenen etwa 30 Mitarbeiter sollen frühzeitig wissen, wie es für sie weitergehe. Da werde nichts „von oben diktiert“, versichert Johannsen. Die Mitarbeiter seien beteiligt.

Sollte man sich für eine Sanierung am Standort Bad Segeberg entscheiden, werde diese möglichst noch 2018 starten. Im Falle der Verlagerung nach Rendsburg würde es dagegen noch gut anderthalb Jahre dauern, schätzt Johannsen. Bis 2021 besteht auch noch die vertragliche Trägerschaft des Kreises Segeberg an dem Forstzentrum. Eng verzahnt ist die Einrichtung mit dem Berufsbildungszentrum. Hier könnte man ansetzen, um die Forstschule in Bad Segeberg zu halten. Denn für Johannsen ist klar: Wenn es ein Votum für den Standort Bad Segeberg geben sollte, dann müsste man über längerfristige Trägerschaft mit dem Kreis und noch mehr Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum reden. Das müsse für beide Seiten Perspektiven bieten.

Von Wolfgang Glombik

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