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Segeberg Multikulti-Kleingärtner wollen mit dem Vereinshaus loslegen
Lokales Segeberg Multikulti-Kleingärtner wollen mit dem Vereinshaus loslegen
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20:36 20.06.2016
Das Holz-Fundament liegt hinten bereit. In der Kolonie „Neue Heimat“ haben viele Nationalitäten eine Heimat gefunden. Sie möchten nun ein Gemeinschaftshaus bauen: George Sawan, Ammar Sawan, Mercat Aydin, Hendrik Korth, Peter Steets, Michael Rinast und Youssef Seklawi. Quelle: Fotos: Glombik (2), Dreu

Von wegen Hammer, Säge – und los geht’s! Als die Kleingärtner von der Kolonie „Neue Heimat“ in der Bad Segeberger Südstadt inmitten ihrer Anlage mit vielen Lauben eine hölzerne Gemeinschaftslaube planten, hätte Obmann Peter Steets es nicht für möglich gehalten, was „wir da mit dem Bauantrag lostreten“. Denn wegen „der städtebaulichen Ordnung und Entwicklung des Gebietes“ sind Bauleitpläne erforderlich. Und deshalb muss Bebauungsplan Nummer 46 der Stadt für die Errichtung des zentralen Geräte- und Vereinshauses geändert werden.

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Das Holz-Fundament liegt hinten bereit. In der Kolonie „Neue Heimat“ haben viele Nationalitäten eine Heimat gefunden. Sie möchten nun ein Gemeinschaftshaus bauen: George Sawan, Ammar Sawan, Mercat Aydin, Hendrik Korth, Peter Steets, Michael Rinast und Youssef Seklawi.

Denn das Vereinshaus mit barrierefreiem Zugang und Pultdach, in dem Gartengeräte untergestellt und Feste gefeiert werden sollen, ist 60 Quadratmeter groß. Der Bebauungsplan sieht lediglich die Errichtung von Lauben mit maximal 24 Quadratmetern vor. Deshalb muss nun das „große Besteck“ der Bauleitplanung hervorgeholt werden.

Jetzt könnte am heutigen Dienstag ab 18.30 Uhr die Stadtvertretung die Sache blitzschnell durchwinken. Es sei denn, König Fußball grätscht den Laubenpiepern dazwischen. Wie berichtet, kollidiert die Sitzung mit dem EM-Spiel Deutschland – Nordirland, und einige Fans unter den Stadtvertretern wollen deshalb fernbleiben. Zum Schrecken der Vorsitzenden der Kleingärtner, Illona Münter.

Sie drückt nicht nur Deutschland die Daumen, sondern auch dafür, dass wenigstens 16 Stadtvertreter kommen und das höchste Gremium der Stadt beschlussfähig ist. Der Bauausschuss hat das Anliegen der Gärtner schon durchgewunken.

Wenn es nicht mit der Abstimmung klappt, verschiebe sich der Bau mindestens um vier weitere Wochen, weiß Münter. Schon lange stehen die Kleingärtner in den Startlöchern. „Dort sind viele Nationen in der Kolonie, so ein Gemeinschaftshaus verbindet doch“ und sei für den Zusammenhalt Gold wert. In der Kolonie „Neue Heimat“ fühlen sich 107 Pächter, darunter viele Türken, Russen, Usbeken, Afghanen und – recht neu – vier syrische Familien heimisch. Die Kleingärtner finanzieren ihr Gemeinschaftshaus selbst. Alles soll in Eigenarbeit laufen. „Die türkischen Familien zum Beispiel sind sehr aktiv, die schauen nicht auf die Uhr, die packen toll mit an“, sagt Illona Münter. Wenn die im Sommer für Wochen in die Türkei reisen, werde sich alles verzögern.

Man merkt, die „Neue Heimat“ ist nicht nur Salat, Kürbis und Kartoffeln. Sie ist Integration. „Hier ist alles top“, schwärmt Obmann Steets. In nur einer Woche habe eine syrische Familie einen verwilderten Garten urbar gemacht, Rasen eingesät, Gemüse gepflanzt. Die Gemeinschaftsarbeit funktioniere. Unter den Kleingärtnern seien viele Handwerker, die gerne anpackten. Doch die Haus-Teile müssen noch bei Zimmermeister Meineke lagern. Es hängt alles von den Stadtvertretern ab, damit die Kleingärtner schnell zu ihrem Vereinshaus kommen.

Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) versucht schon per Mail und Telefon, die Fußballfans unter den Politikern zum Kommen zu überreden. Er regt an, die Tagesordnung auf die wichtigen Punkte zu reduzieren und die Sitzung für die „Restlaufzeit“ des Fußballspiels zu unterbrechen. Die Kleingärtner würden es den Politikern danken.

Wolfgang Glombik

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