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Segeberg Musikgenuss in der Sülfelder Kirche
Lokales Segeberg Musikgenuss in der Sülfelder Kirche
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21:04 28.12.2017
Weihnachtsoratorium in der Kirche Sülfeld: Dietrich Chappuzeau hatte die musikalische Gesamtleitung für die Aufführung. Quelle: Fotos: Petra Dreu
Sülfeld

Dass alle Beteiligten eines so anspruchsvollen Programms wie dem Weihnachtsoratorium mit allen sechs Sätzen zu einer Zugabe gedrängt werden, ist nicht selbstverständlich. Nach dem lang anhaltenden Applaus aber, der durch Worte der Begeisterung von Pastor Steffen Paar unterstrichen wurde, ließen sich Musiker und Sänger nicht lange bitten und krönten den außergewöhnlichen Musikabend mit der Zugabe „Herrscher des Himmels“ aus dem dritten Teil des Weihnachtsoratoriums.

Die Weihnachtsfeiertage sind zwar vorbei, aber in der Sülfelder Kirche gab es am Mittwoch mit dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach eine nachträgliche Bescherung. 180 Besucher belohnten die hochkarätigen Musiker, Solisten und den Sülfelder Chor mit großem Beifall.

Nicht umsonst zählt das Werk von Bach zu den populärsten Werken des Musikers, aus dem zu Lebzeiten Musikstücke nur so hervorgesprudelt zu sein scheinen. Die Besucher in der Sülfelder Kirche konnten sich aber über mehr als „nur“ über die Musik freuen. Sie erlebten einen rundum gelungenen Abend, der bereits bei der Anreise begann. Wer von Borstel kommend in Sülfeld einfuhr, dem leuchtete schon von Weitem die Sülfelder Kirche den Weg. Wie schon im Frühjahr wurde ein Luther-Zitat als Lichtinstallation auf den Kirchturm projiziert. Und für das Weihnachtsoratorium zum Ende des Luther-Jahres hätte es kaum ein besser geeignetes Zitat des Reformators geben können als „Musik ist eine Gottesgabe“.

Noch schöner als der Kirchturm von außen gestalteten Musiker und Sänger unter der Gesamtleitung von Dietrich Chappuzeau den künstlerischen Teil in der Sülfelder Kirche. Bei der Aufführung legte das renommierte Europäische Barockorchester „Le Chandon“ unter der Leitung von Hajo Wienroth besonders viel Wert darauf, dem ursprünglichen Werk so nahe wie möglich zu kommen. Dazu gehören nicht nur historische Instrumente, sondern auch eine besondere Stimmung, die zu Zeiten Bachs einen halben Ton tiefer lag als heute üblich.

Dass den Besuchern selbst die Pause in bester Erinnerung bleiben wird, dafür hatte die Versorgungseinheit des DRK Reinfeld mit einer heißen Gulaschsuppe gesorgt, die sich Besucher und Akteure schmecken ließen.

Für Pastor Steffen Paar war das Konzert ein Weihnachts-Highlight: „Ich bin vom Klang des Orchesters begeistert. Genauso fasziniert bin ich aber auch vom Cantuschor. Selbst in kleiner Besetzung ist er stimmgewaltig und berührend“, schwärmte Paar. Die Solisten seien das i-Tüpfelchen auf diesem Meisterwerk gewesen. „Ich habe nur Bewunderung und Erstaunen gehört, was der Chor und Dietrich Chappuzeau in einer Dorfkirche wie der unsrigen auf die Beine gestellt haben.“

 Von Petra Dreu

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