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Mutter der toten Teresa wurde offenbar vergewaltigt

Sülfeld Mutter der toten Teresa wurde offenbar vergewaltigt

Die Staatsanwaltschaft hat keinen Zweifel mehr: Das neugeborene Mädchen, dessen Leiche am 15. Oktober 2015 an der B 432 im Sülfelder Ortsteil Borstel in einer Plastiktüte gefunden worden war, ist vorsätzlich getötet worden: Sie hat die 22-jährige Mutter wegen Totschlags angeklagt.

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Spurensicherung an der Haltestelle „Borstel“: Die Polizei hatte den Fundort der Leiche an der B 432 mit einem Zelt abgedeckt.

Sülfeld/Kiel. Die Staatsanwaltschaft hat keinen Zweifel mehr: Das neugeborene Mädchen, dessen Leiche am 15. Oktober 2015 an der B 432 im Sülfelder Ortsteil Borstel in einer Plastiktüte gefunden worden war, ist vorsätzlich getötet worden. Gestern hat die Behörde Anklage gegen die 22 Jahre alte Mutter des später von der örtlichen Kirchengemeinde auf den Namen Teresa getauften Säuglings erlassen.

LN-Bild

Staatsanwaltschaft klagt die 22-Jährige wegen Totschlags an.

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Die Asylbewerberin aus Eritrea war im Dezember 2016 nach umfangreichen Ermittlungen von der Polizei festgenommen worden. Ein DNA-Vergleich hatte zweifelsfrei ergeben, dass es sich bei ihr um die Mutter von Teresa handeln muss (die LN berichteten). Seither befindet sich die Frau in Lübeck in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft in Kiel wirft ihr Totschlag vor. „Nach unseren Erkenntnissen gilt es als sicher, dass das Mädchen nach der Geburt gelebt hat und die Mutter das auch erkannt hat“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler den LN. Kurz nach der Entbindung – der genaue Zeitraum, den Teresa zu leben hatte, ist unbekannt – soll die Frau das Neugeborene absichtlich erstickt haben.

Unmittelbar nach ihrer Verhaftung räumte die Frau zwar ein, die Mutter von Teresa zu sein. Allerdings hatte sie behauptet, weder an die Zeit kurz vor noch die Zeit nach der Geburt irgendwelche Erinnerungen zu haben. „Zur Tat hat die Beschuldigte auch bis heute keine Angaben gemacht“, sagte Bieler gestern.

Ein mögliches Motiv für das Verbrechen könnte aber in der Vergangenheit der Afrikanerin zu finden sein. „Sie hat uns gegenüber von einer Vergewaltigung gesprochen, die ihr während ihrer Flucht von Eritrea über Libyen nach Europa widerfahren sei“, berichtet Bieler. Gegenwärtig geht die Anklage davon aus, dass das Kind bei dieser Vergewaltigung gezeugt worden war. Anscheinend habe die 22-Jährige ihr Kind deshalb nicht annehmen können.

Ein Verhandlungstermin vor dem Kieler Landgericht ist bislang nicht anberaumt. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft sei der Prozessbeginn aber bereits in den kommenden ein bis zwei Monaten zu erwarten. Im Falle einer Verurteilung drohen der Frau mindestens fünf Jahre, maximal 15 Jahre Gefängnis. Eine Abschiebung gilt in ihrem Fall aber als ausgeschlossen, da Deutschland wegen der schwierigen Menschenrechtslage in dem nordostafrikanischen Land derzeit keine Menschen nach Eritrea zurückführt. Nach Schleswig-Holstein war die Frau Mitte 2015 gekommen. Bis zu ihrer Verhaftung im Dezember lebte sie mit Flüchtlingsstatus in der Sülfelder Nachbargemeine Seth.

Zur Pflichtverteidigerin hat das Gericht die Bad Segeberger Rechtsanwältin Nicole Buchert bestellt. Für die LN war die Juristin gestern nicht zu erreichen.

Das tote Mädchen war am 15. Oktober in einer Plastiktüte zusammen mit Altkleidern nahe der Bundesstraße 432 abgelegt worden. Eine Spaziergängerin hatte die Tüte für Müll gehalten und in eine Abfalltonne an der etwa 300 Meter entfernten Bushaltestelle gelegt. Hier wurde die Babyleiche später von Gemeindearbeitern entdeckt. Weit über die Kreisgrenzen hinaus hatte der Tod des Babys Betroffenheit ausgelöst. Die Kirchengemeinde hatte sich des Kindes angenommen und es auf den Namen der Heiligen Teresa von Ávila getauft, deren Gedenktag auf den 15. Oktober fällt. Am 20. November 2015 wurde Teresa in Sülfeld beigesetzt.

 Oliver Vogt

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