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Segeberg Nabu sucht die seltene Zweifarbfledermaus
Lokales Segeberg Nabu sucht die seltene Zweifarbfledermaus
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20:26 04.07.2013
Die Zweifarbfledermaus galt in Schleswig-Holstein über 30 Jahre als ausgestorben, jetzt sind wieder einzelnen Tiere gesichtet worden. Auch in Bad Segeberg wurde ein männliches Tier gefunden. Quelle: Fotos: Imago/Glombik
Bad Segeberg

Wer hat die Zweifarbfledermaus gesehen? Der Naturschutzbund (Nabu) bittet um Mithilfe der Bevölkerung bei der Suche nach einer sehr seltenen Fledermausart, die bis vor wenigen Jahren in Schleswig-Holstein noch als ausgestorben galt. Sie sei in den letzten 30 Jahren verschollen gewesen, sagte Ulrich Lensinger von der Landesstelle für Fledermausschutz und -forschung in Bad Segeberg den LN. Aber inzwischen wurde in Lübeck an einem Einfamilienhaus wieder ein Wochenstubenquartier mit jungen Tieren aufgefunden. Ein sensationeller Fund. In den vergangenen Jahren wurden dem Nabu aus Bad Segeberg und dem Gebiet zwischen dem Mözener See und dem Wardersee einzelne Funde der vom Aussterben bedrohten Zweifarbfledermaus (Vespertilius murinus) gemeldet.

Die Zweifarbfledermaus war schon immer selten in der Region. Besonders Fassadensanierungen machen ihr zu schaffen. So gibt es immer weniger Rückzugsgebiete für diese bedrohten Säugetiere.

Zweifarbfledermäuse haben ein auffallend gefärbtes Fell. Während die Haarbasis schwarz gefärbt ist, haben die Haarspitzen des Rückenfells einen auffallenden silbrigen Schimmer. Das Gesicht, die Ohren und die Flughäute dieser Fledermäuse sind tiefschwarz gefärbt.

Der Nabu vermutet Quartiere der Zweifarbfledermaus in den Dörfern rund um den Wardersee, den Großen Segeberger See, den Mözener See und im Segeberger Travebogen. Die Art zählt in diesen Breiten zu den Gebäude bewohnenden Fledermäusen, so sind in erster Linie Mieter und Eigentümer von Wohnhäusern und anderen Gebäuden gefragt, dem Nabu ihre Beobachtungen mitzuteilen.

Im Moment haben die Tiere „Wochenstubenzeit“, das heißt, jetzt werden in den Sommerquartieren die jungen Fledermäuse zahlreicher Arten geboren. „Bei uns laufen 40 bis 50 Anrufe täglich aus ganz Schleswig-Holstein ein, bei denen aufgefundene Jungtiere gemeldet werden. Es ist ein Phänomen, wie viele Jungfledermäuse in diesem Jahr aus ihren Quartieren fallen“, berichtete Ulrich Lensinger. Am Regenwetter liege es nicht, auch sei es ausreichend warm für die Tiere.

Interessant ist, dass die Männchen der Zweifarbfledermäuse nicht wie bei anderen Arten „einzeln herumhängen“, während die Weibchen eifrig die Jungtiere in den Wochenstuben pflegen. Nein, die Väter schließen sich weit entfernt von den Wochenstuben und Nahrungsrevieren der Weibchen zu Männer-WGs zusammen. Ulrich Lensinger kann sich vorstellen, dass sich im Bereich Segeberg derartige Männer-Gesellschaften der Zweifarbfledermaus gebildet haben. 2011 wurde im Bereich des Allgemeinen Klinikums der Segeberger Kliniken ein männliches Tier aufgefunden und von den Fledermausexperten aufgepäppelt.

Da Laien nicht auf Anhieb bei den vielen Fledermausarten die höchst seltene Zweifarbfledermaus erkennen, bittet der Naturschutzbund darum, ihm jedes bekannte Quartier zu melden. Der beste Zeitpunkt, um auf „Fledermauspirsch“ zu gehen, sei in der Abenddämmerung bis eine Stunde nach Sonnenuntergang und — für Frühaufsteher — etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang. In dieser Zeit verlassen die Fledermäuse ihre Quartiere zum Jagdflug oder kehren nach erfolgreicher Insektenjagd wieder zu ihren Plätzen zurück. Vor dem Einflug ins Quartier kreisen die Tiere oft mehrmals vor den Einfliegen — das sogenannte „Schwärmen“ — bevor sie sich letztendlich zur Ruhe begeben. Ein anderer Hinweis auf ein besetztes Fledermausquartier sind Kotspuren. Fledermäuse hinterlassen Kotpillen, die vergleichbar groß sind wie Mäusekot, schwärzlich aussehen und durch die Chitinanteile der Beuteinsekten etwas glänzen. Wer ein besetztes Fledermausquartier an oder in einem Wohnhaus, Schuppen und Stall beherbergt oder ein Gebäude kennt, an welchem Fledermäuse schwärmen und ein- und ausfliegen, sollte sich an Ulrich Lensinger von der Nabu Landesstelle wenden.

Die Landesstelle sitzt in der Oberbergstraße 9 in Bad Segeberg, Telefon 045 51/96 39 99. Sie ist auch über Fledermausschutz@Nabu-sh.de zu erreichen.

Wolfgang Glombik

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