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Segeberg Nabucco auf der Rennkoppel: Zur Opernbühne in acht Stunden
Lokales Segeberg Nabucco auf der Rennkoppel: Zur Opernbühne in acht Stunden
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09:54 10.08.2016
18 Uhr: Das Orchester und die Solisten proben, da stehen die ersten Zuschauer schon vor dem Einlass auf das Gelände der Rennkoppel.

„Die sind aber spät dran“, mutmaßt eine Passantin mit skeptischem Blick. So richtig kann sie noch nicht glauben, dass hier an der Rennkoppel in einigen Stunden die Verdi-Oper „Nabucco“ aufgeführt wird. Es ist 14.30 Uhr und der Eindruck täuscht, die Bühne ist zu diesem Zeitpunkt fast fertig aufgebaut. Der Truck mit dem Bühnenbild steht bereits in Position.

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Lichttechniker Ronny Schandt macht montiert die Scheinwerfer am Bühnendach.

„Um 15 Uhr müssen wir mit der Bühne fertig sein, sonst wird das alles zu spät.“Thomas Beck, Technischer Leiter,

Veranstaltungslogistik LTI-Music

Der Zeitplan ist eng. Seit 9 Uhr sind die Männer von der Dresdner Veranstaltungsfirma LTI Music auf dem Landesturnierplatz zu Gange. Das Equipment passt in zwei LKW. „Ein 40-Tonner und ein Zwölf-Tonner“, sagt der Technische Leiter Thomas Beck. Kaum zwei Stunden später ist bereits alles ausgeladen, die Stahltürme der Konstruktion stehen direkt vor der Bühne. Das Dach hängt auf Brusthöhe – Lautsprecher und Lampen sind bereits montiert. Lichttechniker Ronny Schandt legt die letzten Kabel. Und an den vier Ecken werden jeweils 2000-Liter-Wassertanks befestigt, um die Bühne windsicher zu machen. Dann wird die Dach-Konstruktion zu viert per Kettenzug auf halbe Höhe gezogen. „Alle nochmal anfassen! Eins, zwei, Hupp“, ruft Bühnentechniker Jens Hillner seinen Männern zu.

In dem 13-Mann-Team weiß jeder, was zu tun ist. Parallel wird das Orchesterzelt zusammengebaut und bestückt. Hinter der Bühne stecken Hillner und einer seiner Helfer die Treppe für den Bühnenaufgang für die Künstler zusammen. Danach wird mit geübten Griffen und Wasserwaage die acht mal zehn Meter große Bühne aufgebaut. Die Einzelteile passen in einige große Rollcontainer. Mit allem Zubehör.

„Das ist eine beeindruckende Logistik“, finden Schaulustige am Rand. Immer wieder bleiben Menschen stehen. Doch für das Bühnenteam ist das alles Routine. „Wenn es sein muss, machen wir das jeden Tag“, sagt Thomas Beck. Seit zwölf Jahren sei er so unterwegs. „Ich hab’ schon alles erlebt“, sagt er. „Was runterfällt, ist meist kaputt, festgefahrene Trucks. . .“ Doch wenn die Lkw da sind und das Team, „dann packen wir das“.

„Da brauchen wir heute Abend wohl Gummistiefel“ – wieder hat es einen neugierigen Operngast verfrüht an die Rennkoppel gezogen und beobachtet, wie die Bestuhlung vor der Bühne auf dem Rasen aufgestellt wird. Es tröpfelt mal wieder. Doch Regen macht der Produktion nichts. „Nur Wind und Gewitter sind ein Problem“, sagt der Technische Leiter Beck. Doch alles läuft nach Plan. Nach einer ersten Licht- und Soundprobe mit Raggaeklängen konnte das Dach inzwischen auf fast sechs Meter Höhe gezogen und mit Bolzen gesichert werden. Im Klettergeschirr ist Jens Hillner dafür nach oben gestiegen und befestigt die Gaze-Wände zwischen den Stahltürmen der Bühne.

Unter ihm sind derweil schon die polnischen Aufbauer der Oper Bytom dabei, das Szenenbild aus ihrem Truck zu laden. Binnen weniger Minuten nimmt die Kulisse zu Verdis berühmter Oper Gestalt an. Es ist das Originalbild der polnischen Produktion. Und vor der Bühne ist inzwischen die ganze LTI-Crew damit beschäftigt, Stühle zu stellen. 1000 Zuschauer werden erwartet.

Erst als Orchester und Sänger ab 17 Uhr ihre Proben beginnen, haben die Bühnenbauer Pause. Sobald der letzte Ton verklingt, müssen sie wieder ran. Noch in der Nacht wird alles wieder abgebaut.

Besucher trotzen dem Regen

Bereits eine Stunde vor Einlass bildete sich eine lange Schlange am Eingang – am Ende strömten tatsächlich die angepeilten 1000 Musikliebhaber zur Open-Air-Oper Nabucco auf den Landesturnierplatz nach Bad Segeberg.

Die Gäste ließen sich die Freude an der Aufführung dabei auch nicht vom ab und an einsetzenden Regen nehmen – zum Glück gibt es ja Kapuzen. Einen ausführlichen Bericht über die Inszenierung lesen Sie morgen in Ihren Lübecker Nachrichten.

 Nadine Materne

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