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Nach Feuer: Tiefe Trauer bei Pferdehaltern

Pronstorf Nach Feuer: Tiefe Trauer bei Pferdehaltern

Bei dem Brand auf dem Reiterhof „Vierlinden“ kamen elf Pferde ums Leben — Brandursache noch unklar.

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Drei Stunden dauerten die Löscharbeiten in der Ortsmitte von Wulfsfelde. 130 Feuerwehrleute waren dabei im Einsatz.

Pronstorf. 130 Feuerwehrleute haben in der Nacht von Montag auf Dienstag bei einem Brand um den Erhalt des Reiterhofs „Vierlinden“ mitten in Wulfsfelde gekämpft. Das ehemalige Bauernhaus und den dort integrierten Stall mit elf Pferden konnten sie retten — der Kampf um das Stallgebäude hinter der Reithalle und die dort untergebrachten Pferde jedoch ging verloren.

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Drei Stunden dauerten die Löscharbeiten in der Ortsmitte von Wulfsfelde. 130 Feuerwehrleute waren dabei im Einsatz.

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Elf Pferde, darunter eine Andalusier-Zuchtstute und zwei acht Monate alte Fohlen, kamen in den Flammen ums Leben. Aus dem Stall konnten lediglich zwei Pferde gerettet werden.

Dabei hätte alles noch viel schlimmer kommen können, wäre nicht Nachbar Frank Gutberlet gegen 0.45 Uhr von einem Knall geweckt worden. „Das müssen die Pferde gewesen sein, die um ihr Leben gekämpft haben. Ich drehte mich im Bett um und sah Funkenflug“, berichtet der Mann, der erst vor drei Monaten nach Wulfsfelde gezogen war. Er sprang aus dem Bett, rannte nach draußen und sah, dass der Stall des Pferdehofes bereits in Flammen stand. Seine Besitzer Kurt und Barbara Wallin und die Tochter Aitana lagen im Bett und schliefen. Frank Gutberlet schlug Alarm und weckte sie auf.

Für die Pferde jedoch kam bereits zu dem Zeitpunkt jede Hilfe zu spät. „Ich kam keine 20 Meter mehr an den Stall heran. Es war viel zu heiß“, sagt der Nachbar, bei dem sich Barbara Wallin bedankt.

„Wenn er nicht gewesen wäre, wer weiß, was noch passiert wäre. Er hat uns gerettet“, sagt die Deutsch-Spanierin, in deren Augen sich das Grauen der letzten Stunden widerspiegeln. „Den Stall kann man wieder aufbauen, aber die Pferde macht das nicht wieder lebendig“, so Barbara Wallin, die immer wieder um Fassung ringt.

Sie trauert um die Pensionspferde und um ihre eigenen Tiere: die Andalusier-Zuchtstute „Granza“, die Fohlen „Miranda“ und „Rondeja“, die Ammenstute „Kira“, „Ramira“, „Holly“, „Smara“, „Flora“ . . .

„Unsere ,Miranda‘ wurde erst am 13. April geboren. Wir waren so stolz auf sie und ,Granza‘. Sie waren unsere Hoffnung und unsere Zukunft“, erzählt die Züchterin, die nun in eine ungewisse Zukunft schaut.

Aber sie ist auch dankbar für die viele Hilfe, die ihrer Familie und den Pferden zuteil geworden sei. Andere Pferdehöfe hätten sich gemeldet, Landwirte hätten Futter vorbeigebracht, eine Werkstatt habe Hilfe angeboten. „Dankbar bin ich, dass wenigstens zwei Pferde gerettet werden konnten und dass die elf Pferde im anderen Stall vom Feuer verschont geblieben sind“, sagt Barbara Wallin.

Nach und nach trafen gestern die Besitzer der Pensionspferde auf dem Reiterhof ein, um sich selbst ein Bild von den Zerstörungen zu machen und gegenseitig Trost zu spenden. Ausbilder Sascha Klinkenberg ist ebenfalls sichtlich erschüttert. Er hat die Pferde angeleitet, die Opfer des Brandes wurden. Unter ihnen war sein eigenes Pferd, ein Ouarterhorse, 16 Jahre alt. Gekauft hatte er es, als das Westernpferd zwei Jahre alt war. Auch Feuerwehrmann Ulrich Schulz und seine Frau Martina, die gute Seele des Pferdehofes, stehen fassungslos vor dem zerstörten Stall und trauern um die toten Pferde, unter denen auch ihr eigenes ist. Die schrecklichen Bilder der Nacht sitzen tief im Gedächtnis des Feuerwehrmanns, der vom ersten Alarm an in dem Bewusstsein dabei war, dass das Pferd seiner Familie in dem lichterloh brennenden Stall stand.

Zusätzlich zu den Wehren aus Geschendorf, Westerrade, Goldenbek, Eilsdorf, Strenglin-Pronstorf, Wulfsfelde-Reinsbek und Strukdorf ließ Einsatzleiter Martin Cordts die Wehren aus Mönkhagen-Langniendorf, Cashagen und Tankenrade aus den Nachbarkreisen nachalarmieren. Gelöscht wurde mit Wasser und Schaum, wobei die Arbeit durch die Temperatur von Minus sechs Grad erschwert wurde. Die Löscharbeiten dauerten bis vier Uhr in der Nacht. Brandursache und die Schadenshöhe waren gestern noch nicht geklärt, die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung, mögliche Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 045 51/88 40 zu melden.

„Granza und ihr Fohlen waren unsere Hoffnung und unser Zukunft.“
Barbara Wallin, Pferdezüchterin

Petra Dreu

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