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Segeberg Nach Großfeuer: Drogenfund auf Resthof
Lokales Segeberg Nach Großfeuer: Drogenfund auf Resthof
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19:38 20.12.2015
Bis gestern Morgen waren die Einsatzkräfte noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Insgesamt rückten 260 Feuerwehrleute zu dem Brand an — es war der größte Einsatz in den letzten Jahren. Quelle: Fotos: Wolfgang Glombik
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Weede

Der Brand des Resthofes mitten in Weede am Freitagabend (die LN berichteten) hat die Feuerwehr noch bis gestern Morgen in Atem gehalten. Das Feuer in der Garage konnte dabei vor dem eigentlichen Wohnbereich des Hauses gestoppt werden. Die acht Bewohner, die in vier Wohnungen gelebt haben, kamen nicht zu Schaden. Sie sind kurzfristig bei Familien im Ort und in einem Hotel in Bad Segeberg untergekommen. Pech hatte allerdings der Betreiber einer professionellen Hanfplantage, die bei den Löscharbeiten entdeckt wurde. 51 Hanfpflanzen und zusätzlich bereits geerntetes Marihuana fanden so ihren Weg zur Kriminalpolizei.

„Das war ein Zufallsfund“, bestätigte Hauptkommissar Michael Just von der Polizei-Leitstelle in Elmshorn gestern. Ob die Plantage einer der vier Mietparteien gehört oder aber die Anbaufläche an Externe vermietet war, sei derzeit noch nicht bekannt. Die Pflanzen seien von seinen Kollegen bereits entsorgt worden.

Das Feuer war bei Schweißarbeiten in der Garage ausgebrochen, hatte sich nach kurzer Zeit aber auf das gesamte Gebäude ausgedehnt. Es wütete im Dachstuhl und in der Zwischendecke des 10 mal 30 Meter großen Gebäudes. Gegen 20.20 Uhr schlugen sogar Flammen aus dem Dach. Diese kritische Phase konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehr jedoch schnell unter Kontrolle bringen. Mit mehreren Motorsägen öffneten sie die Zwischendecke und löschten gezielt die Glutnester. Nachdem sich die Lage immer mehr entspannte, konnten nach und nach einzelne Wehren den Einsatzort, an dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor etlichen Jahren übrigens ein anderer Resthof abgebrannt war, verlassen.

Für Ortswehrführer Henning David-Studt ist der Brand dank eines Großaufgebots an Einsatzkräften noch glimpflich abgelaufen. Die Wohnungen hätten zwar einen Wasserschaden, konnten aber noch betreten werden. „Die Polizei hatte später noch die Bewohner hineingeführt, damit sie persönliche Sache herausholen konnten.“ Und Einsatzleiter Bernhard Laas lobte die schnelle und unkomplizierte Versorgung der Einsatzkräfte durch die Weeder Bevölkerung mit warmen Getränken und belegten Broten: „Die Koordination klappte hervorragend. In kürzester Zeit lief alles in geregelten Bahnen.“

Der Abend wurde für die Weeder Feuerwehr dabei noch ziemlich lang, denn sie war die ganze Nacht damit beschäftigt, Nachlöscharbeiten durchzuführen. Am Einsatz beteiligt waren 260 Einsatzkräfte der Feuerwehr inklusive der beiden Drehleiterzüge aus Bad Segeberg und Wahlstedt. Hinzu kamen zehn Kräfte des DRK und die Polizei mit zehn Beamten.

Die Einsatzstelle wurde von der Polizei beschlagnahmt. Durch den Drogenfund wird das Großfeuer noch ein Nachspiel haben.

„Die 51 Hanfpflanzen waren sicherlich ein Zufallsfund.“
Matthias Just, Hauptkommissar

Petra Dreu

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