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Nach Internet-Video: Hasstiraden gegen Hundetrainer

Bad Bramstedt Nach Internet-Video: Hasstiraden gegen Hundetrainer

Ist es ein erschütternder Fall von Tiermisshandlung oder der Versuch, Menschen durch ein Internet-Video, das zeigt, wie ein am Boden kauernder Schäferhund mit einem Napf geschlagen wird, an den Pranger zu stellen?

Bad Bramstedt. Der virtuelle Mob zumindest macht vor Morddrohungen nicht halt. Schmähungen, so auf Facebook, gegen die im Netz genannten Hundetrainer Frank F. und Michael G. gibt es zahlreiche. „Wir müssen erst alle Fakten zusammentragen und stehen noch ganz am Anfang“, so Sonja Drescher von der Polizeidirektion in Bad Bramstedt. Dort weiß man erst seit dem 18. Dezember durch eine Anzeige gegen Unbekannt vom Film und den Hass-Attacken. Die Hauptkommissarin: „Wir ermitteln in alle Richtungen, wir ermitteln aber auch gegen denjenigen, der das Video ins Netz gestellt hat.“ Verdächtige gebe es noch nicht. Die Hundetrainer Frank F. und Michael G. sind nach Aussage der Polizei weder wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz noch sonst einschlägig in Erscheinung getreten. Michael G. war gestern für die LN nicht zu erreichen. Seiner Frau Bettina, beide führen in Bad Bramstedt eine der renommiertesten Hundeschulen im Land, war am Telefon anzumerken, wie sehr sie die Drohungen belasten. „Es ist ein wahrer Shitstorm, der über uns gekommen ist. Da will uns jemand persönlich etwas Böses.“ Wer, wisse sie nicht, mehr wollte Bettina G. — sie und ihr Mann sind Mitbegründer von „Canis“, dem ersten wissenschaftlich anerkannten Ausbildungszentrum für Hundetrainer — nicht sagen.

Rechtsanwalt Christoph Stephan vertritt F. und G. Den LN sagte er: „Das Video zeigt eine extrem kurze Sequenz. Bei dem Schäferhund handelte es sich um einen gefährlichen Hund im Sinne der Hundeverordnung, der getötet werden sollte. Das Training war sozusagen seine letzte Chance.“ Gleich zu Beginn habe sich der Hund auf einen Trainingsteilnehmer gestürzt, am Ende konnte man dem Tier sogar der Maulkorb abnehmen. Es sei „erschreckend“, so Stephan angesichts der Hasstiraden, „dass Menschen, die Gewalt angeblich ablehnen, so massiv andere bedrohen“. jhw

LN

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