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Nach Sturm „Xavier“: Familie verschenkt Holz

Bad Segeberg Nach Sturm „Xavier“: Familie verschenkt Holz

Von Ruhe nach dem Sturm kann keine Rede sein: Nachdem „Xavier“ durch den Kreis Segeberg getobt ist, dauerten die Einsätze der Feuerwehren noch bis in den Freitag hinein. Und es hat das große Holzmachen begonnen. In Groß Rönnau verschenkt Johannes Beckmann die umgestürzte Linde.

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Johannes Beckmann (79) hat alle Hände voll zu tun, seinen Hof in Groß Rönnau nach dem Sturz der Linde wieder aufzuräumen.

Quelle: Fotos: Irene Burow (3)/wgl

Bad Segeberg. Johannes Beckmann schaut noch einmal aus dem Fenster, es ist nichts zu sehen. Zwei oder drei Minuten vergehen, er spielt mit Labrador „Enni“ im Wohnzimmer. Dann gibt es einen lauten Knall, „als hätte eine Kanonenkugel eingeschlagen“, sagt der 79-Jährige. „Das war der Baum vor dem Haus“, weiß er gleich. Er hatte die Linde an seinem Bauernhof schon auf dem Kieker. Der Baum verfehlt das große Stallgebäude und den angrenzenden Wohntrakt nur knapp. „Wir haben versucht, die 112 zu wählen. Aber die Nummer war überlastet“, erzählt er. Also drückt er kurzerhand den Notrufknopf des Ortes, der ausgerechnet am gleichen Gebäude befestigt ist und die Sirene auf dem Dach auslöst. „Die Feuerwehr war erst irritiert, weil sie ja nicht wusste, wohin sie musste.“ Nachbarn sind zum Gerätehaus gefahren und haben Bescheid gesagt.

LN-Bild

Von Ruhe nach dem Sturm kann keine Rede sein: Nachdem „Xavier“ durch den Kreis Segeberg getobt ist, dauerten die Einsätze der Feuerwehren noch bis in den Freitag hinein. Und es hat das große Holzmachen begonnen. In Groß Rönnau verschenkt Johannes Beckmann die umgestürzte Linde.

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Der Schaden sieht zwar auf den ersten Blick nicht groß aus, Johannes Beckmann schätzt ihn jedoch auf bis zu 20000 Euro. Das Dach ist teilweise eingedrückt, Ziegel sind zerbrochen, ein ganzes Stück der Dachrinne ist zerstört. Wann der Dachdecker kommt, wagt er nicht einzuschätzen. „Erst mal kommt die Versicherung“, sagt er dennoch schmunzelnd. „Es hätte schlimmer kommen können“, sagt seine Frau Rosi. Auch im Obstgarten vor dem rund 150 Jahre alten Gebäude sieht es wüst aus. Die Feuerwehrleute waren ein paar Stunden vor Ort. Der Platz vor dem Hof gleicht nun einem Holzhandel. Gestern Nachmittag kamen Feuerwehr und Nachbarn erneut zum Helfen. Und zum Dank verschenken die Beckmanns das viele Holz. „Ich wusste, dass der Baum morsch ist“, sagt Johannes Beckmann noch, bevor er weiter kleine Äste zusammenkehrt. Doch erst jetzt sei das Ausmaß erkennbar – tief schwarz ist der Kern des Stammes. Die Linde war etwa zwei Meter über dem Boden durchgebrochen.

Nicht nur die Groß Rönnauer freuen sich jetzt über eine Menge Brennholz. Hunderte Bäume hat der Sturm umgeknickt. Zu mehr als 400 Einsätzen waren die Wehren des Kreises ausgerückt. „Von den 115 waren es nur wenige, die nicht draußen waren“, sagt Sönke Möller, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. Die Kameraden rückten noch bis in den Freitag hinein aus. „Das läuft aber nicht mehr unter Unwetter“, so Möller.

Bei der Rettungsleitstelle Holstein gingen aufgrund des Sturms zahlreiche Anrufe ein. Das Personal wurde aufgestockt, um alle Notrufe schnell abzuarbeiten. Straßen mussten wenn, nur kurz gesperrt werden. „Xavier“ beeinträchtigt den öffentlichen Nahverkehr in und um Hamburg. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, kommt es im gesamten Netz zu Verspätungen. Unter anderem ist die U-Bahn-Linie zwischen Kellinghusenstraße und Norderstedt Mitte gänzlich ausgefallen. Wie lange die Strecken gesperrt bleiben, war zunächst unklar.

 Von Irene Burow

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