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Nach dem Gottesdienst zu Erntedank: Applaus für den Pastor

Geschendorf Nach dem Gottesdienst zu Erntedank: Applaus für den Pastor

180 Menschen kamen in die Bauernhofscheune von Geschendorfs Bürgermeister – Pastor Lübbert erinnerte daran, dass es für eine gute Ernte keine „Versicherung“ gebe.

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180 Besucher ließen sich den Erntedankgottesdienst in der herbstlich dekorierten Scheune des Hofes Wacker nicht entgehen.

Quelle: Fotos: Dreu

Geschendorf. Mais, Gräser, Blumen, Kürbisse, Kastanien und alles, was die Natur derzeit an frischem Obst und Gemüse zu bieten hat, hatten aus der Scheune von Geschendorfs Bürgermeister und Landwirt Dirk Wacker am Sonntag ein Schmuckstück gemacht. Mehr als 180 Kirchgänger waren gekommen, um gemeinsam mit Pastor Peter Lübbert, dem Bläserkorps Wardersee und dem Chor der Kirchengemeinde Pronstorf einen nicht alltäglichen Erntedankgottesdienst zu feiern – mit Humor, Einfallsreichtum und Dankbarkeit.

LN-Bild

180 Menschen kamen in die Bauernhofscheune von Geschendorfs Bürgermeister – Pastor Lübbert erinnerte daran, dass es für eine gute Ernte keine „Versicherung“ gebe.

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Kirchenglocken hat Geschendorf zwar nicht aufzubieten, aber auch das Bläserkorps Wardersee schaffte es, lautstark auf den Beginn des Gottesdienstes aufmerksam zu machen. Bei dem zeigte Pastor Peter Lübbert seine ganze Kreativität, die er nicht zuletzt auch seiner jungen Familie zu verdanken hat. Es war nämlich die Handpuppe „Lilly“, ein an einen Strauß erinnernden, zotteligen Vogel, den sich der Pastor von seinen Kindern geborgt hatte, um den kleinen Gottesdienstbesuchern Sinn und Zweck des Erntedankgottesdienstes und ganz nebenbei auch den Kreislauf der Natur zu erklären.

Das Interessenfeld Lübberts ist groß. Auch in Versicherungsfragen kennt er sich aus, zumindest wusste er eine ganze Reihe Versicherungen zu benennen, die dem Gros der Geschendorfer sicherlich gänzlich unbekannt sind. „Es gibt Hochzeitsrücktrittversicherungen, Versicherungen für den Fall, dass man im Fahrstuhl stecken bleibt, dass Zwillinge geboren werden oder dass ein Vulkan ausbricht“, so Lübbert. „Versicherungen geben uns das Gefühl, etwas planen zu können. Und wir haben Maschinen, die die Felder pflügen. Aber ob die Raps- und die Weizenernte gut oder nur mäßig ausfallen, haben wir nicht in der Hand. Das erleben die Landwirte immer wieder“, erzählte der Pastor, der sich bei Katrin Wacker mit einem Blumenstrauß für die Gastfreundschaft in der Bauernhofscheune bedankte.

„Die Pastoren kommen und gehen, der Küster bleibt bestehen“ – diesen Satz zitierte Peter Lübbert, als er einen Korb mit Leckereien an Klaus Plambeck überreichte, um auch ihm einfach „Danke“ zu sagen.

20 Jahre ist es her, als der Küster in den Dienst der Kirchengemeinde Pronstorf getreten ist. Er bereitet die Kirche für die Gottesdienste vor, sorgt für den Blumenschmuck, Nachschub an Kerzen und vieles mehr. Sein erster Gang jedoch führt ihn morgens über den Friedhof. „Ich muss ja gucken, ob alles in Ordnung ist“, erzählte er nach dem Erntedankgottesdienst bei einem Schnack mit Wilfried Henck (74) aus Strukdorf, der sich vorgenommen hat, demnächst öfter den Gottesdienst zu besuchen. „Wie Pastor Lübbert den gestaltet, das gefällt mir richtig gut“, sagte Henck.

Das fanden offenbar auch andere Gottesdienstbesucher, denn was absolut nicht üblich ist: Nachdem der Pastor alle Besucher gebeten hatte, beim Heraustragen der Stühle zu helfen und sich bei einem Teller Kartoffelsuppe zu stärken, applaudierten die Geschendorfer. Den herzlichen Applaus gab es nicht nur für Familie Wacker, den Kirchenchor und die Bläser, sondern auch für den Pastor und seine erfrischende Art, die bei den Menschen in der Region offensichtlich gut ankommt.

Abendgottesdienst mit Gitarrenklängen

Am Sonntag, 9. Oktober , geht es in der Vicelinkirche Pronstorf weiter mit einem Abendgottesdienst, der um 17 Uhr beginnt. Statt Orgelmusik werden dabei Gitarren erklingen. Einen weiteren besonderen Gottesdienst in plattdeutscher Sprache wird es am 23. Oktober geben. Halten wird diesen der bereits pensionierte Pastor Caesar aus Bad Oldesloe. Vorlesen wird dabei ein Geschendorfer Original: Fritz Kock. Der plattdeutsche Gottesdienst am Sonntag, 23. Oktober, beginnt um 10 Uhr. pd

Petra Dreu

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