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Nach über 425 Jahren viel Handarbeit

Bad Segeberg Nach über 425 Jahren viel Handarbeit

Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Restaurierung des Rantzau-Obelisken mit weiteren 10000 Euro.

Bad Segeberg. „Ohne Förderung hätten wir das überhaupt nicht wuppen können“, das sagt Bauamtsleiterin Antje Langethal zur Restaurierung des Rantzau-Obelisken in der Hamburger Straße und der Neugestaltung des gesamten Umfelds von Bad Segebergs ältestem Denkmal. Gestern war Dr. Raimund Becker-Ritterspach vom Lübecker Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) vor Ort, um die Zusage für weitere 10000 Euro von der Stiftung zu geben.

Die Stiftung Denkmalschutz fördert die Restaurierung somit mit 20000 Euro, weitere 43000 kommen vom Landesamt Denkmalschutz, und im Vorfeld hatte der Kreis Segeberg 9900 Euro für den Planungsauftrag ausgegeben. Von den Gesamtkosten von rund 119000 Euro trägt die Stadt den höchsten Anteil, nämlich nicht ganz 50000 Euro, selbst. Von den 119 000 Euro werden nur 40000 für die Restaurierung des Obelisken selbst verwendet, der große Rest entfällt auf die Gestaltung des Umfelds mit neuen Mauern, Pflasterung und Anpflanzungen. Im Hintergrund wurden bereits große Eiben gepflanzt und im Herbst sollen die neu eingefassten Beete bepflanzt werden, sobald die Restauratorinnen mit dem Obelisken selbst fertig sind. Selbst die nahe Bushaltestelle wird umgestaltet, damit sie sich harmonisch ins Bild einfügt.

„Man kann den Alterungsprozess nicht stoppen – das geht beim Menschen nicht und auch nicht bei einem Denkmal“, sagt Chefrestauratorin Stephanie Silligmann. „Man kann den Prozess nur aufhalten.“ Das 1590 von Heinrich Rantzau in Auftrag gegebene Monument hat einen Unterbau aus Feldsteinen mit verputzter Oberfläche. Darauf trägt ein zweistufiger kubischer Sockel aus Granitquadern ein Postament aus Sandstein. Ursprünglich, so sagen es alte Quellen, habe der Obelisk noch eine Bekrönung aus Metall gehabt, die eine vergoldete Krone mit daran hängenden Glocken getragen habe. Dieses gute Drittel es Denkmals sei 1748 durch einen Sturm zerstört worden. „Es macht aber keinen Sinn, diese Spitze wieder herstellen zu wollen. Außer einer Zeichnung gibt es keine weiteren Quellen – nachher restauriert man etwas, das es so gar nicht gegeben hat“, sagt Stephanie Silligmann.

Stattdessen wird der acht Meter hohe Obelisk selbst restauriert. Er ist von Kopf bis Fuß zurzeit von einem Gerüst eingeschalt. Zunächst wird er mit klarem Wasser und verschiedenen Bürsten und Pinseln gründlich gewaschen. „Da gibt es einen ganzen Biofilm mit Flechten, die ebenso vorsichtig wie gründlich entfernt werden müssen“, sagt die Restauratorin. Anschließend wird der Granit ausgebessert, von den Fugen bis zum Stein selbst, was in erster Linie durch Aufschlämmung geschehen soll.

Auch die alten Inschriften auf Latein – ein überschwängliches Lob auf den Dänenkönig Friedrich II. und seinen Statthalter Heinrich Rantzau – werden gereinigt, um sie besser lesbar zu machen. „Da sie aber weder vollständig erhalten sind, noch von jedem verstanden werden können, werden die Inschriften später auf einer Infotafel erläutert“, sagt Bauamtschefin Langethal. Anders als bei der Zeichnung der alten Denkmalspitze, kann man sich bei den Inschriften sicher sein – sie sind noch auf einem Kupferstich von 1590 dokumentiert.

Lothar Hermann Kullack

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