Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Nachwuchsschmiede: Hier werden die Musical-Stars der Zukunft ausgebildet
Lokales Segeberg Nachwuchsschmiede: Hier werden die Musical-Stars der Zukunft ausgebildet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:28 11.07.2018
Solche Darbietungen erfordern viel Training: Ab Oktober werden auf der neuen Akademie in Norderstedt Tanzpädagogen und Bühnendarsteller ausgebildet. Quelle: Fotos: Fuchs
Anzeige
Norderstedt

Das staatlich anerkannte Konservatorium für darstellende Künste („Conservatory of performing arts“, COPA) beginnt bereits im Herbst mit dem ersten Semester und will bundesweit Studenten nach Norderstedt holen, um hier künftig erstklassigen Nachwuchs an Tanzlehrern und Musical-Darstellern auszubilden. „Unser Anspruch ist es, Norderstedt damit bundesweit bekannt zu machen“, kündigt der Initiator, Musikschulleiter George, an. Eine solche Einrichtung gebe es in dieser Art in ganz Schleswig-Holstein nicht.

Die Stadt Norderstedt will im künstlerischen Ausdruck in die Bundesliga, wenn nicht Champions League aufsteigen. So hat der städtische Leiter der Musikschule, Rüdiger George, mit der Leiterin einer Tanz- und Ballettschule, Anna Musci, eine Berufsfachschule für Tanzpädagogen und Bühnendarsteller gegründet.

Infos im Netz

Informationen zu der neuen Berufsfachschule gibt es online unter www.akademie-tanzpaedagogik.de und www.norderstedt.de/Bildung-Kultur/Bildung/Musikschule

Die staatliche Anerkennung der neuen Berufsfachschule bedeutet, dass die Studenten Bafög beantragen könnten, erläutert George, der sich mit Anna Musci die Geschäftsführung der gemeinnützigen GmbH COPA teilt. Weil diese keine Profite erwirtschaften müsse, werde auf Studiengebühren verzichtet, die in anderen Einrichtungen schon mal 600 bis 1000 Euro im Monat betragen können. Lediglich eine Verwaltungsgebühr von etwa 100 Euro im Monat werde von den Studenten erhoben.

Diese sollten mindestens 18 Jahre alt sein und über den Mittleren Schulabschluss oder den Ersten Allgemeinbildenden Abschluss mit Berufsausbildung verfügen, erklärt Anna Musci. Zudem sollten sie bereits jahrelange Erfahrung im Tanzen oder darstellenden Spiel mitbringen. Das sei vergleichbar mit einer Musik- oder Kunsthochschule, bei der der Studierende ebenfalls schon über erhebliches Talent verfügen müsse, um dort aufgenommen zu werden, erläutert George.

Beide Institute für Tanzpädagogik und für Musical-Darsteller würden je Semester nur 15 Studierende aufnehmen. Bei den Tanzpädagogen seien vier Plätze bereits vergeben. Im August (25./26.) sei der nächste Termin für ein Vortanzen („Audition“) zur Aufnahmeprüfung geplant. Das erste Musical-Semester beginnt im Januar nächsten Jahres. Geplant sei, die Berufsfachschule immer weiter auszubauen mit weiteren Fachrichtungen wie Schauspiel, Gesang oder Medien.

Die Dozenten, die auch die Auswahljury bilden, seien renommierte Tanzpädagogen und Musiker wie Ivan Urban, der ehemalige erste Solist im Ballett von Hamburgs John Neumeier, die niederländische Balletttänzerin Ilja Louwen oder Pianist Benjamin Fenker, der an der Hamburger Stage-School angehende Musical-Stars ausbildet.

Ausbildungsstätten sind die Ballettschule Musci am Harksheider Markplatz für die Tanzpädagogen und die Horst-Embacher-Gemeinschaftsschule im Aurikelstieg, beide in Norderstedt. Neben dem künstlerischen Rüstzeug, das die Studenten in drei Jahren oder sechs Semestern hier aus dem Effeff lernen sollen, würden ihnen steuerliche und betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse vermittelt.

Schließlich sollen die künftigen Tanzlehrer und Bühnendarsteller auch wissen, wie sie eine Umsatzsteuererklärung oder eine Gema-Abrechnung anfertigen müssten, da sie ja in den meisten Fällen zeitlich begrenzte Engagements erhielten oder freischaffend arbeiteten, erläutert George.

„Unsere Ausbildung an der neuen Berufsfachschule wird so gut sein, dass jeder Absolvent auf jeden Fall eine sehr gute berufliche Perspektive haben wird“, verspricht Initiator George. „Wir werden mit diesem völlig neuen Angebot in Norderstedt in der Bundesliga mitspielen“, ist Fritz-Jürgen Stockmann von der Norderstedter Kulturstiftung überzeugt. Langfristig „wollen wir sogar in der Champions-League mitspielen“, gibt David Musci, Partner der COPA-Chefin Anna Musci, das anspruchsvolle Ziel vor.

Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder habe die Schirmherrschaft übernommen und angeregt, bald ein Studentenwohnheim für die Berufsfachschule zu planen.

Burkhard Fuchs

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige