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Segeberg „Nähe zur Autobahn ist kein Freibrief für Windkraftanlagen“
Lokales Segeberg „Nähe zur Autobahn ist kein Freibrief für Windkraftanlagen“
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22:54 09.06.2017
Nicht nur aus Weede, sondern auch aus Schieren und Neuengörs nahmen Bürger an der Versammlung teil. Quelle: Fotos: Dreu
Weede

Nach der Einwohnerversammlung in Schieren am Dienstag, war am Donnerstag Weede an der Reihe: Knapp 100 Einwohner aus Weede, Schieren und Neuengörs waren ins Jugend- und Sportlerheim gekommen, um sich über den möglichen Windpark für Repowering-Anlagen zwischen Weede und Schieren und eine mögliche Erweiterung des Windparks Neuengörs-Weede zu informieren.

Auch in Weede ist der Widerstand gegen geplante Windparks groß.

Während sich Schierens Kommunalpolitiker mit einer Stellungnahme zu den Windvorrangflächen im Anschluss an die Einwohnerversammlung schwer getan hatten, sah sich die Gemeindevertretung Weede einem solchen Druck nicht ausgesetzt. Sie will erst in der Sitzung am 29. Juni eine Formulierung auf den Weg bringen. Die Gemeinde wolle die Interessen ihrer Einwohner vertreten, daher sei ein Meinungsbild wichtig, sagte Bürgermeisterin Gretel Jürgens. Sie betonte zudem: „In der Gemeindevertretung sind wir zu einer bestimmten Akzeptanz der Windkraftanlagen bereit. Aber hier sind sie nun geballt. Die Nähe zur Autobahn ist kein Freibrief für Windkraftanlagen.“ Der Mindestabstand von 800 Metern zur Wohnbebauung sei ihr zu gering.

Das sah auch der weitaus größte Teil der anwesenden Einwohner so, der sich durch die Autobahn und den Windpark Neuengörs-Weede schon genug beeinträchtigt sah. „Wenn ich vor zwei Jahren gewusst hätte, dass 800 Meter von meinem Haus entfernt Windkraftanlagen entstehen sollen, wäre ich nicht nach Steinbek gezogen“, sagte Thomas Kock, der sich wie einige andere Einwohner bereits in Schieren mit den Planungen auseinandergesetzt hat. Ihm pflichtete auch Lars Radde bei: „Ich bin nach Weede gezogen, weil ich Lebensqualität für meine Kinder wollte. Sonst hätte ich auch nach Recklinghausen ziehen können.“

Geräuschimmissionen, Schlagschatten, Infraschall und der Wertverlust ihrer Häuser: Die Befürchtungen der Einwohner konnten auch die anwesenden Fachleute für Windenergie nicht relativieren. Zu einem Hoffnungsträger wurde Jan Claussen aus Schieren, der an alle appellierte, schlagkräftige Stellungnahmen auf dem Online-Beteiligungsportal www.bolapla-sh.de abzugeben. Seine Ausarbeitungen stellte er auch den Weedern Einwohnern zur Verfügung.

Darum geht es

127 Hektar ist die Fläche zwischen Bad Segeberg, Schieren und Weedde groß, die Platz für acht bis elf Windkraftanlagen bietet. Vorbehalten ist die Fläche für Repowering-Anlagen, für die jegliche Höhenbegrenzung entfällt. Auch höhere Anlagen als 200 Meter dürfen gebaut werden.

Durch zwei zusätzliche Zipfel in Richtung Mielsdorf und Stubben könnte zudem der zwölf Anlagen große Bürgerwindpark Neuengörs-Weede um drei bis vier Anlagen erweitert werden.

pd

 Petra Dreu

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