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Segeberg Nasse Karl-May-Stadt: Autogramme zwischen Trikots und Rucksäcken
Lokales Segeberg Nasse Karl-May-Stadt: Autogramme zwischen Trikots und Rucksäcken
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18:50 06.08.2016
Tolle Schnappschüsse: LN-Mitarbeiter haben am Sonnabend Passanten in Bad Segeberg mit Indianer- und Cowboy-Requisiten fotografiert.
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Bad Segeberg

Wenn Bad Segeberg Karl May spielt, dann ist die Innenstadt kaum wiederzuerkennen. Menschenmengen schieben sich durch die Fußgängerzone, viele tragen Cowboyhut, Indianerfedern oder sogar Kriegsbemalung. Sie wollen den Hauch des Wilden Westens spüren, in Kindheitserinnerungen schwelgen oder einfach ihren Idolen nahe sein.

LN-Fotoaktion

Mit Federschmuck, Tomahawk oder Friedenspfeife: Viele Menschen, die gestern bei „Eine Stadt spielt Karl May“ in Bad Segebergs Innenstadt unterwegs waren, haben sich vom LN-Fotografen ablichten lassen. Die Fotos sind hier zu sehen: www.LN-online.de/Indianer

Mit zum Stadtbild gehören seit Jahren die Fans, die sich bereits morgens um acht Uhr vor den Tischen der Karl-May-Stars aufbauen, um wirklich als erste das heiß begehrte Autogramm zu bekommen. So wie gestern auch Stephanie Westphal und Claudia Kaegler, die die Schlange am Tisch von Till Demtrøder (Old Shatterhand), Nicolas König (Großer Wolf) und Joshy Peters (Missouri-Blenter) anführen. Auch vom plötzlichen, heftigen Regenguss lassen sie sich nicht beirren, sie harren aus. Andere Fans packen Regenkleidung aus, das Ensemble der Karl-May-Spiele zieht durch die Gasse, einige von ihnen laufen unter Regenschirmen zu ihren Tischen.

Die ersten Autogrammkarten werden geschrieben, doch dann wird der Regen so heftig, dass Schauspieler und Fans Schutz unter Vordächern und in Geschäften suchen. Peter Nottmeier (Lord Castlepool) und Frank Roder (Hobble-Frank) zieht es ins Sporthaus Roland. Ihre Fangemeinde folgt ihnen, und so werden zwischen Trikots und Fußballschuhen Fotos und Programmhefte signiert.

Eines hat Samantha Liston aus Gangelt bei Aachen in der Hand. Seit 2006 kommt die 15-Jährige mit ihrer Familie zu den Karl-May-Spielen. „Meine Mutter ist die Pierre-Brice-Generation, da sind die Besuche hier ein Muss.“ Ihr Vater ist Amerikaner, er hat Karl May erst durch seine Frau kennengelernt. Denn in Amerika sind der Autor und seine Indianergeschichten kaum bekannt. „Die Geschichten sind Fantasy mit einem wahren Kern. Interessant ist, dass Karl May vor dem Schreiben von Winnetou nie in Amerika war“, sagt Vater Michael Liston. Samantha liebt die Geschichten, auch wenn sie bisher die Bücher nicht gelesen hat. Am besten gefalle ihr die Mischung aus Action und Herz, wie auch im aktuellen Stück „Der Schatz im Silbersee“.

Auch Susan Sideropoulos (Ellen Patterson) und Philip Schwarz (Kleiner Bär) haben sich ins Trockene geflüchtet. Sie stehen zwischen Ledertaschen und Rucksäcken bei Gefi-Lederwaren. Die Schlange davor wird immer länger, jeder versucht, ein wenig Schutz zu finden. „Solch ein Wetter habe ich noch nie hier erlebt“, erzählt Christhild Mohrhoff aus Minden. Seit 1988 ist sie fast jedes erste August-Wochenende bei den Karl-May-Spielen. „Doch was jetzt herunterregnet, kann nicht heute Abend kommen“, sagt sie zuversichtlich und hofft auf eine trockene Vorstellung.

Im Trockenen sitzen auch „Winnetou“ Jan Sosniok und Harald P. Wieczorek (in drei Rollen zu sehen als Ingenieur Patterson, Major Norton und Großer Bär). Gerade steht Winnetou seinem jungen Ich gegenüber. Vincent Riehe aus Berlin ist das perfekte Abbild des Indianers, der Junge feiert seinen achten Geburtstag und hat sich den Besuch der Karl-May-Spiele gewünscht. „Dass der Geburtstag mit dem Event zusammenfällt, ist eine Punktlandung“, freuen sich die Eltern.

Doch auch wenn’s der Höhepunkt ist: Zur Aktion „Eine Stadt spielt Karl May“ gehört nicht nur die Autogrammstunde. Westernmusik von „Jenny and Friends“, Linedance und einige Kinderaktionen von Unternehmen runden die Veranstaltung in der Hamburger Straße und Kurhausstraße ab.

Infos zu den Karl-May-Spielen (bis zum 4. September) auf www.karl-may-spiele.de

Von Silvie Domann

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