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Natur holt sich Gewerbegebiet zurück

Wahlstedt Natur holt sich Gewerbegebiet zurück

In Wahlstedt hat sich Stück für Stück im ausgewiesenen Industriegebiet Kieler Straße ein Biotop breitgemacht. Trotzdem ist man im Rathaus sicher, dass hier Gewerbe angesiedelt werden kann. Auch die Untere Naturschutzbehörde signalisiert Entgegenkommen.

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„Auf den Flächen hätte man früher Schafe weiden lassen sollen.“ Torsten Maaß, Bauamtsleiter Wahlstedt

Wahlstedt. Beim Wahlstedter Industriepark liegt die Betonung auf „Park“. Denn das Industriegebiet an der Kieler Straße ist wahrscheinlich das besterschlossene Naturreservat im Lande. Seit Jahren werden auf dem weitläufigen Areal des schon Ende der siebziger Jahre entwickelten Gewerbegebietes hin und wieder wertvolle Biotope und Waldflächen entdeckt, deren Flächen dann nicht mehr bebaut werden dürfen. So gingen dem Mittelzentrum als Eigentümer wertvolle Gewerbeflächen flöten. Schon wieder bedroht ein Wäldchen nebst Feuchtwiese die Ansiedlung von Unternehmen. Die Natur erobert sich alles zurück.

Das hat „Methode“: Im östlichen Teil entdeckte 2006 ein Biologe ein Amphibien-Paradies, die streng geschützte Knoblauchkröte hatte den Osten des Gewerbegebietes in Beschlag genommen. Ergebnis: 1,3 Hektar futsch. Dieses Gebiet durfte fortan nicht als Gewerbefläche gelten. Glück im Unglück: Die teure Erschließungsstraße „ins Grüne“ musste für die Kröten nicht untertunnelt werden. Die wenigen Autos werden der Kröte nicht gefährlich.

Beim Abheben vom nahegelegen Flugplatz sieht Hobbypilot und Bauamtsleiter Torsten Maaß sorgenvoll von oben eher sattes Natur-Grün als Industriegrau. Er schätzt, dass das Industriegebiet zu einem Drittel aus Naturschutz- und Biotopfläche besteht. „Es ist dumm gelaufen.“Auch zum Leidwesen des Wirtschaftsförderers des Mittelzentrums, Markus Trettin. Denn jetzt bedroht wieder ein neu entdecktes Biotop im Norden des Industrieparks die zügige Ansiedlung von Unternehmen. Hoffentlich nicht schon wieder die Knoblauchkröte, wird geunkt.

Ein Gutachten wurde in Auftrag gegeben. Doch jetzt ist man im Wahlstedter Rathaus sicher, dass hier die Ansiedlungspläne für Gewerbe doch noch möglich gemacht werden. Auch die Untere Naturschutzbehörde signalisiert Entgegenkommen. Es müsse geprüft werden, ob die Umwandlung von Wald und Feuchtgebiet möglich seien, heißt es auf LN-Nachfrage. Als sicher gilt, dass dafür teure Natur-Ausgleichsflächen ausgewiesen werden müssen.

Warum hat man bloß nicht schon vor Jahren reagiert und die Entstehung von Biotopen verhindert? Da müsse man „zur Ehrenrettung“ früherer Verantwortlicher sagen, so Maaß (seit zehn Monaten im Amt), dass es an dieser Stelle bereits vor 40 Jahren Bäume gegeben habe. Ein Feuchtgebiet sei später entstanden. Leider habe man vor Jahrzehnten nicht gleich „Klarschiff“ gemacht. Jetzt sei an unzugänglicher Stelle ein Biotop entstanden. Dabei sind Gewerbeflächen knapp.

Zwei geduldige Kaufinteressenten, darunter ein Investor, der Altreifen recyceln will, wollen noch abwarten. Ein Dachflächen-Produzent soll abgesprungen sein, aber ein neuer Interessent stehe bereit, versichert Trettin. „Da hätte man schon vor Jahrzehnten Schafe weiden lassen oder es an Landwirte verpachten können“, schimpft Maaß. Er drängt darauf, die Fläche bebaubar zu machen: „Schließlich ist das ja ein Industriegebiet.“ Auch für Trettin ist dieses Industriegebiet „ein Unikum“. Die Flächen hätte man pflegen müssen. Maaß: „Nun müssen wir das ausbaden.“

Neues Gewerbegebiet gemeinsam mit Negernbötel

Bei der Standortwahl für das Wahlstedter Industriegebiet hat man vor 40 Jahren offensichtlich eine Fehlentscheidung getroffen. Bei der Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes, das Wahlstedt zusammen mit Negernbötel plant, soll das nicht passieren. Die Planung wurde gerade in Auftrag gegeben, da gibt es schon konkrete Gespräche mit interessierten Unternehmen, verrät Wirtschaftsentwickler Markus Trettin.

35 Hektar sollen dort auf der westlichen Seite der Kieler Straße erschlossen werden. Die Fläche reiche vom Wahlstedter Bahnhaltepunkt bis hoch zur B 205. Die Lage sei verkehrstechnisch optimal. Nach Angaben von Trettin werden die Flächen landwirtschaftlich intensiv genutzt, trotzdem werde schon im Vorwege von der Naturschutzbehörde genau geprüft, ob sich dort die Knoblauchkröte oder andere geschützte Tierarten aufhalten. Für Torsten Maaß vom Bauamt ist wichtig, dass sich dort Unternehmen mit hoher Steuerzahlkraft, die auch viele Arbeitsplätze bieten, ansiedeln: „Eine höhere Verdichtung wäre wünschenswert.“ wgl

Wolfgang Glombik

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