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Segeberg Negernbötel: Lieber Frieden im Dorf als Geld in der Kasse
Lokales Segeberg Negernbötel: Lieber Frieden im Dorf als Geld in der Kasse
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20:22 11.12.2015
Bürgermeister Dieter Beuk freut sich über den einstimmigen Beschluss seiner Gemeindevertretung: Bevor sich die unmittelbaren Nachbarn zerstreiten, bleibt das alte Feuerwehrhaus im Besitz der Gemeinde. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Der Verkauf des alten Feuerwehrhauses hat schon oft auf der Tagesordnung des Bau- und Wegeausschusses und der Gemeindevertretung von Negernbötel gestanden.

Immer wieder wurde das Für und Wider abgewogen, nachdem drei angrenzende Nachbarn ihr Interesse an dem Grundstück geäußert hatten. Jetzt gab es einen endgültigen Beschluss: Zugunsten des nachbarlichen Friedens verzichtet die Gemeinde auf den Verkauf des Grundstückes, der sie immerhin um 60000 Euro hätte reicher machen können.

„Das ist alles so kompliziert. Mehrere Wegerechte sind auf dem Grundstück eingetragen. Ob das Buswartehäuschen eindeutig auf Gemeindeland steht, ist auch nicht klar“, gab Bürgermeister Dieter Beuk (KWG) am Donnerstag auf der Sitzung der Gemeindevertretung zu bedenken. „Wenn wir jetzt verkaufen, sind die Nachbarschaftsstreitigkeiten vorprogrammiert“, sagte auch Manfred Clausen (KWG), Vorsitzender des Bau- und Wegeausschusses. Sämtliche Gemeindevertreter stimmten für den Verbleib des Feuerwehrhauses in Gemeindehand. Seit dem Umzug der Negernböteler Feuerwehr zum Markttreff wird es nur noch als Lagerraum verwendet. Dabei soll es auch bleiben.

Veräußert werden sollen dafür die alten gemeindeeigenen Kirchwege, die teilweise über Ackerflächen verlaufen und von den Landwirten schon längst bebaut werden. Im Rahmen der Flurbereinigung könnten diese jetzt für einen Euro pro Quadratmeter gekauft werden, ohne dass Umschreibungskosten anfallen. Die Flurbereinigung soll bis 2016 abgeschlossen werden. Betroffen sind 6000 Quadratmeter Gemeindeland.

Große Probleme hatten im vergangenen Sommer die Klärteiche der Gemeinde bereitet. Weil immer wieder die Werte nicht so waren, wie sie hätten sein sollen, wurde vermutet, das der Lüfter im Teich zwei nicht mehr richtig läuft. Ein Ingenieurbüro soll nun auf Stundenbasis ein Lösungskonzept erarbeiten. Bürgermeister Dieter Beuk wurde ermächtigt, das günstigste Büro zu beauftragen.

Die Einwohner von Negernbötel werden im nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen. So wurde am Donnerstag die Erhöhung der Abwassergebühren von 2,90 Euro pro Kubikmeter auf 3,50 Euro beschlossen. Auch die Steuersätze musste die Gemeinde anheben. Die Grundsteuern A und B werden von 300 Prozentpunkte auf 320 Prozent angehoben, die Gewerbesteuer bleibt bei 330 Prozent.

„Wir sind eine Hartz IV-Gemeinde“, begründete Dieter Beuk die Anhebung der Steuersätze. Weil Negernbötel auf Schlüsselzuweisungen vom Land angewiesen sei, müsse sich die Gemeinde den vorgegebenen Mindestsätzen anpassen. Der Haushalt weist im kommenden Jahr einen Fehlbetrag von 52800 Euro aus. Deutlich gestiegen seien die Ausgaben für Schulen und Kindergärten. 138000 Euro werden für die Schulverbandsumlage fällig, weitere 80000 Euro entfallen als Schulkostenbeiträge für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen. 70000 Euro kostet der Gemeindeanteil für den Kindergarten.

Petra Dreu

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