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Nette und nachdenkliche Worte zum schmackhaften Eisbein

Bad Segeberg Nette und nachdenkliche Worte zum schmackhaften Eisbein

Deftiges Essen, etwas Politik, ein paar Reden, spitzes Kabarett — und plaudern bis in die Nacht: Das macht die Veranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Segeberg aus.

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470 Eisbeine, auf den Punkt fertig und ab auf die Teller: Am Wochenende gab es im Vitalia zünftige Hausmannskost für die Feuerwehr. Am kommenden Sonnabend gibt‘s dafür Sterneküche für Gourmets.

Quelle: Fotos: Hiltrop

Bad Segeberg. Eisbein mit dicker Schwarte, Speckstippe und Erbsenpürree — ein Klassiker der Holsteiner Küche. Und weil der mindestens genauso viel Tradition hat wie das ehrenamtliche Engagement in den 1371 Freiwilligen Feuerwehren Schleswig-Holsteins, gehören zumindest in Bad Segeberg Wehr und Schweinewade einmal im Jahr zusammen: Seit 1927 gibt es das Eisbeinessen, zu dem die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt ihre mittlerweile rund 1000 Förderer sowie Verwaltung, Politik und Kollegen aus dem Blaulicht-Milieu einladen. Nur einmal, kurz nach dem Krieg, so ist es dokumentiert, stand Pferdegulasch auf der Speisekarte.

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470 Eisbeine, auf den Punkt fertig und ab auf die Teller: Am Wochenende gab es im Vitalia zünftige Hausmannskost für die Feuerwehr. Am kommenden Sonnabend gibt‘s dafür Sterneküche für Gourmets.

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Die Eckdaten zum Fest, dass sich am Wochenende zum 89. Mal jährte: 470 Eisbeine, 140 Kilo Salzkartoffeln, noch einmal so viel Sauerkraut, 150 Kilo Erbsenpüree, 45 Kilo Kassler und drei Portionen Hühnchen auf Salat. Eine logistische Herausforderung, der sich das Vitalia-Team mithilfe der Klinik-Großküche stellt. Das Programm: Essen, Reden, Kabarett, Plaudereien und viel Tschingdarassabum vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Großenaspe.

Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) ist ein bekennender Fan all dessen. So war er nach 2010 als Innenminister auch in diesem Jahr ein gern gesehener Gast. Die Feuerwehr sei die „Klammer, die unsere Gesellschaft zusammenhält“, betonte er. Den Einsatzkräften gebühre großer Dank angesichts der Solidarität und des Gemeinsinns, der gezeigt werde. Wehrführer Mark Zielinski appellierte mit Blick auf das tragische Unglück in Marne, wo ein Feuerwehrmann im Einsatz starb, daran, nicht an der Sicherheit für die Wehr zu sparen.

Manuela Söller-Winkler, Staatssekretärin im Kieler Innenministerium, gab zu, von dieser Veranstaltung schon viel gehört zu haben. Selbst dabei war sie zum ersten Mal. Während Bürgermeister Dieter Schönfeld sich kurz fasste, nutzte Söller-Winkler die Gelegenheit, auf die Pläne zur Erstaufnahme-Einrichtung im Levo-Park einzugehen. Sie betonte, dass die Aufnahme von Flüchtlingen aus Hamburg als eine Option geprüft werde: „Es geht darum, zwischen 1000 und 1500 Flüchtlinge in einer gesunden Mischung aufzunehmen.“ Die Staatssekretärin unterstrich aber auch, wie unerlässlich das Engagement der Feuerwehr, wie tief sie verwurzelt sei, und dass ihr größte Wertschätzung gebühre: „Wo wären die Menschen, die zu uns kommen, besser aufgehoben als in den Feuerwehren?“

Ohne Manuela Söller-Winkler, Ex-Landrätin Jutta Hartwieg, Bürgervorsteherin Ingrid Altner, Klinikchefin Marlies Borchert, Hauptausschussvorsitzende Ursula Michalak, Basma Ramzi Naser (jüdische Gemeinde) und Gabriele Turtun (Geschäftsführerin Kreisfeuerwehrverband) hätte die Frauenquote an diesem Abend gegen Null tendiert. Anders im gelungenen Kabarettprogramm, bei dem die „Sondereinheit“

der Wehr gewohnt pointenreich ihre Spitzen, auch an ehemalige Bürgermeister, verteilte. Spitzen gab‘s nebenbei auch von Turtun: „Jeder, der ein Haus hat, sollte die Feuerwehr unterstützen, denn ihm könnte es heiß unter ‘m Hintern werden“, warb sie für mehr Förderer.

„Ihnen gebührt großer Dank! Die Feuerwehr ist die Klammer, die unsere Gesellschaft zusammenhält.“
Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU)

Heike Hiltrop

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