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Segeberg Neubau mit 44 Betten für psychisch Kranke in Rickling
Lokales Segeberg Neubau mit 44 Betten für psychisch Kranke in Rickling
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21:15 04.01.2016
Der Ersatzbau für Haus 3 auf dem Gelände des Psychiatrischen Zentrums Rickling soll im Sommer fertig werden. Auf zwei Etagen ist Platz für 44 Betten. In dem Haus sollen Patienten mit Migrationshintergrund und der Gerontopsychiatrie unterkommen. Quelle: Materne

Das Psychiatrische Krankenhaus in Rickling erweitert seine Kapazitäten. Derzeit entsteht auf dem Lindenhof ein zweigeschossiger Neubau mit insgesamt 44 Betten und trägt damit einer steigenden Nachfrage Rechnung. 4,25 Millionen Euro investiert der Landesverein für Innere Mission als Träger der Einrichtung.

302 Betten hat das Krankenhaus derzeit, deren Belegung auch von der Krankenkasse gezahlt werden. Daran ändert das neue Bettenhaus zunächst nichts, erklärt Nikolas Kahlke, Leitender Chefarzt des Psychiatrischen Zentrums. In der ersten Hälfte dieses Jahres werde man allerdings in Verhandlungen mit den Krankenkassen treten, in der Hoffnung, zusätzliche Betten genehmigt zu bekommen. Über den Ausgang möchte er nicht spekulieren. „Der Bedarf aber ist da.“ Denn immer häufiger würden psychische Erkrankungen diagnostiziert, wie Statistiken verschiedener Krankenkassen bestätigen.

Die Fehltage wegen psychischer Krankentage sind auf Rekordniveau, wie kürzlich erst der Psychoreport der Deutschen Angestelltenkrankenkasse feststellte auf Grundlage von 2,6 Millionen DAK-Versicherten. In Schleswig-Holstein entfielen auf 100 Versicherte 273,5 Fehltage. Platz 4 im bundesweiten Ranking. Der Anteil psychischer Erkrankungen macht laut Report 19,2 Prozent der Krankschreibungen aus. Nur in Hamburg war dieser Anteil noch höher.

Psychische Krankheiten würden heute schneller diagnostiziert. Schon das führe zu einem höheren Behandlungsbedarf, sagt Kahlke. Auch in stationären Einrichtungen, die die letzte Stufe der Behandlung darstellten nach einer Reihe von ambulanten Angeboten von Beratung bis Tagesklinik. Gewalttätige Patienten machten in stationären Einrichtungen nur einen „ganz kleinen Prozentsatz“ aus, so Kahlke. Vielmehr würden hier Menschen behandelt, die beispielsweise aus eigener Kraft nicht mehr aus dem Bett kommen wegen ihrer Depressionen oder aufgrund von Angstzuständen das Haus nicht mehr verließen, erklärt Kahlke. Zudem Suchtkranke.

Im Neubau mit 2480 Quadratmetern, der voraussichtlich im Sommer fertig wird, sollen die Räume im Erdgeschoss vor allem älteren Menschen mit seelischen Erkrankungen wie Depressionen, Angst- und Verwirrtheitszuständen zur Verfügung stehen. Das Gebäude wird barrierefrei. Platz für 24 Betten entsteht hier. So werden die Kapazitäten für die Gerontopsychiatrie vergrößert. In einer Übergangszeit sollen die Räume im Erdgeschoss aber der Aufnahmestation zur Verfügung stehen, wenn diese wiederum durch einen Neubau ersetzt wird, der bereits in Planung ist, wie Regina Rocca, Sprecherin des Landesvereins, sagt.

Im Obergeschoss soll die Behandlung von Menschen mit Migrationshintergrund von bisher zehn auf 20 Betten erweitert werden. Das Krankenhaus verfügt bereits über ein hoch spezialisiertes Angebot für psychisch kranke Menschen mit türkischer, kurdischer und arabischer Abstammung.

Nadine Materne

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