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Segeberg Neue Abwasserkanäle für weniger Gerüche
Lokales Segeberg Neue Abwasserkanäle für weniger Gerüche
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21:24 20.01.2016
„Vor allem die Gerüche im Sommer in der Fußgängerzone werden sehr stark zurückgehen.“ Robin Arne Otten, Tiefbauamt Bad Segeberg

Was steht an im noch jungen Jahr 2016? Da fällt Robin Arne Otten, Sachgebietsleiter vom Tiefbauamt der Stadt Bad Segeberg und auch zuständig für den Zweckverband Mittelzentrum, unter anderem die Neuordnung der Abwasserströme in Bad Segebergs Unterwelt ein. Über eine halbe Million Euro soll in diesem Jahr dafür ausgegeben werden.

Bislang können die Bürger, die in Stipsdorf, auf dem Campingplatz am See oder im Stadtteil Bornwischen auf dem „Thron“ sitzen und ihre Klospülung betätigen, sicher sein, dass ihre Hinterlassenschaften eine unterirdische Stadtrundfahrt mittenmang durch Bad Segebergs Innenstadt, die Fußgängerzone, unter dem Travetal hindurch bis zum Klärwerk nahe Högersdorf unternehmen.

Da riechen besonders die Stipsdorfer Abwässer auf ihrer langen Reise aus den Innenstadt-Gullys. Das liegt per se nicht an den Stipsdorfern, sondern daran, dass ihre Abwässer über lange, zeitraubende Wege schlichtweg am längsten brauchen. Sie bekommen wenig Sauerstoff und haben den längsten Aufenthalt im Rohrsystem.

Der Zweckverband möchte nun dafür sorgen, dass Geruchsbelästigungen vermieden werden. Robin Arne Otten schätzt, dass sich die Menge an Abwasser in den alten, vier Meter tief gelegenen Kanalrohren um die Hälfte verringern lässt. Vor etwa vier Jahren war auf der Trasse der geplanten Kaiser-Lothar-Allee 750 Meter quer durch die Feldmark ein neuer Schmutzwasserkanal gebaut worden, der auf direktem Wege jetzt das Gewerbegebiet an der Rosenstraße und Teile von Christiansfelde direkt mit dem Klärwerk verbindet. Hier soll nun noch mehr durchfließen.

Im vergangenen Jahr wurde ein Stahlrohr unter der Bahnlinie gepresst, auch die Bundesstraße ist untertunnelt worden. Der Kanal wurde von dort an das Pumpwerk der Straße Gieschenhagen (nahe „Penny“) angeschlossen. Jetzt geht es darum, die Abwässer aus Stipsdorf, dem Wohnbaugebiet Bornwischen und der Straße Am Weinhof genau dorthin zu leiten. Dazu sind einige Höhen zu überwinden. Otten: „Wir müssen dazu Druckleitungen legen.“ Vom Pumpwerk an der Straße „Am Wege nach Stipsdorf“ (Höhe Waldorf-Kindergarten) werden die Abwässer die Straße Am Weinhof hochgepumpt und gehen dann unterirdisch im freien Gefälle über den Busparkplatz der Karl-May-Spiele über die Oldesloer Straße/Gieschenhagen Richtung Pumpwerk. „Da werden dann etwa 20 Prozent der Haushaltsabwasser Bad Segebergs entlanggeführt“, schätzt Otten. Etwa die Hälfte der Abwässer, die durch Bad Segeberg Altstadt fließen, habe man damit abgefangen. „Damit werden vor allem die Gerüche im Sommer in der Fußgängerzone sehr stark zurückgehen.“

Bisher habe man Segebergs Abwässer quasi durch die Stadt spazieren geführt, weil die alte Kläranlage Bad Segebergs bei den Fischteichen war. „In diesem Jahr werden wir fast den ganzen Osten Bad Segebergs abwassertechnisch über die Kaiser-Lothar-Allee umgeleitet haben“, erklärt Otten. Wo es geht, werde man alte, bestehende Leitungen nutzen und dort neue Rohre einfügen. Doch hier und da müssten auch Straßen und Wege zur Neuverlegung aufgerissen werden, kündigte Otten an. Immerhin werde dann der Gestank verschwinden, die anrüchige Abwasser-Stadtrundfahrt ein Ende haben.

Wolfgang Glombik

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