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Neue Bedrohung für die Kastanien

Bad Segeberg Neue Bedrohung für die Kastanien

Pseudomonas-Bakterien machen den Laubbäumen zu schaffen, die im Kreis unter WZV-Beobachtung stehen.

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Mit einem roten Punkt hat der WZV-Mitarbeiter Heiko Rehders die Kastanien markiert, die gefällt werden müssen.

Quelle: Fotos: Petra Dreu

Bad Segeberg. Wenn der Arbeitstag von Heiko Rehders beginnt, ist eine Art Tablet-PC sein wichtigster Begleiter. Auf ihm sind alle Bäume in seinem Einsatzgebiet verzeichnet: gesunde Bäume, kranke und solche, die gefällt werden müssen. Heiko Rehders ist zertifizierter Baumkontrolleur beim Wege- Zweckverband, dessen Blick derzeit voller Sorge auf die Kastanien gerichtet ist.

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Heiko Rehders ist besorgt: Besonders junge Kastanien haben offene Stellen, aus denen dunkle Flüssigkeit läuft.

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Die Miniermotte hat die Kastanien nicht kleinkriegen können, die noch vor wenigen Jahre den Kastanien so viel Kraft geraubt hatte, dass sie bereits im Juli kümmerlich ohne Laub am Straßenrand gestanden haben. Inzwischen scheint es so, als würde der Befall der Miniermotte zurückgehen, nachdem Meisen und andere Vögel entdeckt haben, dass die kleinen weißen Raupen relativ leicht aus den Fressgängen gepickt werden können, über die sie sich mit Nahrung versorgen. „Wir haben weißblühende Kastanien dabei, die sind von der Miniermotte überhaupt nicht betroffen“, erklärt der Baumkontrolleur. Warum das so ist, vermag aber auch er nicht zu beantworten.

„Derzeit ist es das Pseudomonas-Bakterium, das uns Sorgen bereitet. Besonders erschreckend ist, wie schnell die Bäume so schwer erkranken, dass sie gefällt werden müssen“, bedauert er. Vier Kastanien hat er auf der Kreisstraße 56, die zum Gut Rohlstorf führt, mit einem roten Punkt gekennzeichnet - das Zeichen für die Straßenkolonnen des Wege-Zweckverbandes, dass der Baum gefällt werden muss.

Trostlos reckt die vielleicht 30 Jahre alte Kastanie ihre Äste und Zweige in den Himmel. Laub hat sie keins mehr, stattdessen aber hat sie Flecken, die aussehen, als habe sie geblutet. Schuld daran ist ein Bakterium, das derzeit in Schleswig-Holstein weit verbreitet ist. Wegen der Flecken nennt man es auch Kastanienbluten. Es entsteht, wenn sich die Pseudomonas-Bakterien unter der Borke im Bast, dem lebenden Teil der Rinde, eingenistet haben. „Sie bringen den Bast zum Absterben und damit stirbt der Baum“, erklärt Heiko Rehders. „Dieser Baum hier war im vergangenen Jahr noch völlig gesund. Jetzt kann er nur noch gefällt werden“, so Rehders, der eng mit Baumgutachtern und der beim Kreis angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde zusammenarbeitet.

Während der Brandkrustenpilz eher alte Bäume befällt, die schon vorher geschädigt waren, bevorzugen die Pseudomonas-Bakterien junge Bäume, die noch voll im Saft stehen. Deshalb ist die Gefahr, dass neu gepflanzte Bäume ebenfalls von den Bakterien befallen werden, groß. „Der Baumgutachter hat davon abgeraten, jetzt neue Bäume zu pflanzen“, erzählt Rehders, der als Baumkontrolleur durch die „Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau“ zertifiziert wurde.

Viele Eschen

haben sich erholt

Rehders warnt aber davor, bei den kleinsten Anzeichen in Panik zu geraten. „Wenn wir feststellen, dass der Baum blutet, heißt es noch lange nicht, dass er auch stirbt“, ist er überzeugt und verweist auf das Eschentriebsterben, durch das vor wenigen Jahren noch das „Aus“ für den Laubbaum prognostiziert wurde. „Es mussten zwar viele gefällt werden, wir haben aber auch welche, die sich wieder erholt haben“, so der Mitarbeiter des WZV.

Erst im April 2012 wurden die Stellen des 40-Jährigen und seines Kollegen Dirk Azsmoneit eingerichtet, die sich das Kreisgebiet teilen und damit eine weitere Dienstleistung für den Kreis und die Gemeinden abdecken. Denn diese sind dazu verpflichtet, ihre Bäume an Gemeindestraßen fachkundig zu kontrollieren und in einem Kataster festzuhalten. Der Kreis Segeberg ist der größte Auftrageber, für den Heiko Rehders tagtäglich unterwegs ist. 40 000 Bäume muss er an 400 Kilometern Kreisstraße und G1K-Wegen, wie die größeren Wirtschaftswege auch genannt werden, in Augenschein nehmen. Rehders:

„Entscheidend ist dabei für mich, ob die Verkehrssicherheit gefährdet ist.“

Pseudomonas-Bakterien
Erstmals im Jahr 2006 wurden an einzelnen Bäumen, aber auch an Rosskastanien-Alleen in Nordrhein-Westfalen, der Befall durch Pseudomonas Bakterien beobachtet. Auffällig sind dabei „blutende“ Stellen am Hauptstamm und an den Ästen, die später eintrocknen. Weitere Zeichen sind Risse und Dellen an Stamm und Ästen, die im weiteren Verlauf absterben. pd

Petra Dreu

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