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Segeberg Neue Grundstücke: Im Osten der Stadt liegt die Zukunft
Lokales Segeberg Neue Grundstücke: Im Osten der Stadt liegt die Zukunft
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21:19 19.07.2016
Die Umrisse eines neuen Baugebietes sind noch längst nicht ausverhandelt, stehen auch nicht fest. Aber hier im Osten Bad Segebergs gäbe es noch Freiflächen (rotumrandet) für städtebauliche Entwicklung. Quelle: Glombik

Die 17 000-Einwohner-Marke hat Bad Segeberg schon übersprungen. Durch rasante Wohnungsbau-Entwicklung, aber auch durch Zuwanderung von über 400 Flüchtlingen.

 

„Wir sollten bis zum Jahr 2025 noch bis zu 3000 Einwohner dazubekommen.“Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD)

„Doch wir sollten bis zum Jahr 2025 noch bis zu 3000 Einwohner dazubekommen“, sagte Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) den LN. Wichtig sei es, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen und nicht nur den Mangel zu organisieren. Tatsächlich boomt es zurzeit im Geschosswohnungsbau in Bad Segeberg. Überall schießen mehrstöckige Gebäude empor, wird innerstädtisch verdichtet. Ein geplantes Bauvorhaben mit 120 Wohnungen im Nelkenweg ist – wie berichtet – allerdings extrem umstritten.

Nun sollen auch für Einfamilienhäuser Flächen zur Verfügung stehen. Die sind derzeit absolute Mangelware: Wer jetzt im Immobilienportal der Stadt nachschaut, findet so gut wie keine Grundstücke für Einzelhausbebauung. Aus der Not eine Tugend macht jetzt Schönfeld. Er hat den kostengünstigen Wohnraum entdeckt. Nicht jeder könne sich ja ein Baugrundstück von 100 000 Euro plus 250 0000 Euro für ein Haus leisten, betont der Verwaltungschef. Trotzdem möchte er die Häuslebauer nicht ganz aus den Augen verlieren. Richtung Weede, östlich von Bad Segeberg, im Anschluss an die mittlerweile alte Wohnbausiedlung Bornwischen/Kuckucksbarg, gebe es Eignungsflächen, die bald verfügbar sein könnten. Aber nur, wenn sich Grundstückseigentümer und Investoren, die das Gelände erschließen möchten, auf einen Kaufpreis einigen. Schönfeld spricht von „seriösen Verhandlungspartnern“ und „nicht leichten Verhandlungen“.

Nach LN-Informationen handelt es sich um eine Größenordnung von rund 60 Grundstücken; die Zuwegung zum Baugebiet könnte über die bereits sichtbaren Sackgassenstummel der Straßen Bornwischen und Havkamp erfolgen. Auch über die Lübecker Landstraße wäre eine Anbindung des neuen Wohngebiets möglich. Es wird aber mit teuren Erschließungsmaßnahmen gerechnet.

Den Grundsatzbeschluss, dort ein Baugebiet zu ermöglichen, habe die Politik schon getroffen, so Schönfeld. Es dürfe aber nicht sein, dass dort Häuser auf Grundstücken „in Briefmarkengröße“ gebaut würden. „Wir sind ja keine Großstadt.“ 500 bis 600 Quadratmeter-Grundstücke seien schon „eine realistische Größe“. Auch wenn es ein städtebaulich geeignete Fläche mit guter Anbindung zum Einkaufszentrum Christiansfelde sei, werde sich die Stadt nicht in Abhängigkeit des Grundstückseigentümers begeben. Im Klartext: Auch anderorts gibt es noch Flächen.

Unabhängigkeit – die möchte Schönfeld auch bei den Verhandlungen mit den Investoren für das Vorhaben am Nelkenweg wahren. „Da bin ich nahe beim Bauausschuss, der gefordert hat, noch einmal zu verhandeln.“ Er sage den Nachbarn zu, dass es hier keinen „kleinen Koloss von Rügen“ geben werde. Viereinhalb Kilometer misst in Prora das damit gemeinte Bauwerk, für das die Nationalsozialisten 1936, als Ferienanlage geplant, den Grundstein gelegt hatten. Es werde am Nelkenweg kein viergeschossiges Bauwerk geben, verspricht Schönfeld. Und Staffelgeschosse seien nach neuer Landesbauordnung nicht mehr zulässig. Er sei gegen ein „Übermaß an Verdichtung“.

 Wolfgang Glombik

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