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Neuer Recyclinghof für Bad Segeberg

Bad Segeberg Neuer Recyclinghof für Bad Segeberg

3,5 Millionen Euro investiert der Wege-Zweckverband dafür. Fertigstellung bis Ende 2014 geplant.

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Vorbild Norderstedt: Kunden fahren mit ihren Abfällen und Wertstoffen bis an die Sammelcontainer des Recyclinghofes heran.

Quelle: WZV/hfr

Bad Segeberg. Ein riesiger Kran ragt am Eingang der Straße Am Wasserwerk in die Höhe. Eine Sandwüste ist das Grundstück gegenüber des Hauptsitzes des Wege-Zweckverbandes (WZV). Hier entsteht eine Fahrzeughalle mit 36 Plätzen. Der Umzug des Kreis-Bauhofes zum WZV hat diese Erweiterung notwendig gemacht. Aber auch am Ende der Straße wird gebaggert: Dort, auf dem ehemaligen Gelände der Standortverwaltung, entsteht nächstes Jahr ein moderner Recyclinghof. Schon bis Dezember soll dagegen die neue Salzhalle fertig sein. Insgesamt investiert der WZV 6,5 Millionen Euro.

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Neue Schneefräse: Der Winterdienst hat aufgerüstet.

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„Der Recyclinghof Bad Segeberg platzt aus allen Nähten“, begründet Verbandsvorsteher Jens Kretschmer die Investition. Die Abfallwirtschaft entwickele sich immer mehr zur Rohstoffwirtschaft. Doch schon jetzt ist hier nicht genug Platz für die Trennung aller Fraktionen. So müssten beispielsweise beim Elektroschrott, der normalerweise in fünf Gruppen sortiert wird, die Leuchtstoffröhren mit dem sonstigen E-Schrott gesammelt werden. Zudem sei der Platz „der anachronistischste, den wir haben“, so Kretschmer. Gemeint ist, dass die Kunden zu den Containern raufklettern müssen, um ihren Müll zu entsorgen. Und um den Recyclinghof überhaupt erstmal zu erreichen, müssen die Kunden über den ganzen Betriebshof fahren. „Das birgt Unfallgefahren“, argumentiert Kretschmer. Den einen oder anderen Blechschaden habe es auch schon gegeben.

Mit dem neuen Recyclinghof dagegen würde es kaum Berührungspunkte mit den WZV-Fahrzeugen geben, die zum einen eine separate Auf- und Abfahrt benutzen würden. Außerdem können die Kunden direkt an die drei Meter tiefer gelegten Sammelcontainer heranfahren und ihre Wertstoffe und Abfälle hineinwerfen. Das Ganze wird von einer großen Umschlag- und Lagerhalle überdacht sein. „Wir haben hier mehr Möglichkeiten der Getrennthaltung, und die Maschinen in der Hallen können sich frei bewegen“, erklärt Projektleiter Cornelius Thürlings. Zwölf solcher Stellplätze wird es dann auf dem Platz geben, dazu kommen Boxen unter anderem für Bauschutt und Strauchgut. Zwischen 3,5 und 3,7 Millionen Euro wird der neue Recyclinghof kosten.

Vorbild ist der Hof in Norderstedt. Dieser war ursprünglich für 50 000 Anlieferungen gedacht, inzwischen seien es 90 000, sagt Kretschmer. Damit stoße der Recyclinghof in Norderstedt bereits an seine Grenzen. Auch in Bad Segeberg wird mit einer Steigerung von 35 000 auf 50 000 Anlieferungen im Jahr gerechnet. Dagegen ist das Areal in Bad Segeberg mit 3,3 Hektar drei Mal so groß, es bleibt noch viel Platz für Erweiterungsmöglichkeiten. Derzeit wird hier ein Entwässerungssystem verlegt.

Parallel entsteht auf dem Gelände ein neues Salzlager. Wenn es die Witterung zulässt, soll das alte Lager in Traventhal noch im Dezember nach Bad Segeberg umziehen. Dieses fasst derzeit 1000 Tonnen Salz. In der neuen Halle mit einer Fläche von 500 Quadratmetern und neun Metern Höhe können 1750 Tonnen Streusalz gelagert werden. Dazu kommt ein 50 000 Liter-Tank für die Magnesium-Chlorid-Lösung und eine Tankstation für die Streuwagen. Nur in Verbindung mit der Laugenlösung bleibt das Salz auch auf der Straße haften. Ende 2014 soll der Recyclinghof und damit das Baupaket fertiggestellt sein — immer vorausgesetzt, die Witterung macht mit.

Mit der Schneefräse in den Winterdienst gestartet
Die vergangenen Jahre hat der Kreis im Winter mit Schneeverwehungen zu kämpfen gehabt und damit auch der WZV, der für den Winterdienst auf Kreisstraßen zuständig ist.

„Deshalb haben wir beschlossen, eine Schneefräse anzuschaffen, mit der wir schneller und kostengünstiger sind“, begründet Sven Osnabrügge die 25 000-Euro-Investition.

Das 2,65 Meter breite Gerät räume mühelos zwei Meter hohe Schneeberge weg und bewege in einer Stunde 1200 Kubikmeter Schnee. Außerdem arbeite die Schneefräse schonender als Radlader, die im Einsatz gegen Schneeverwehungen hohe Reparaturkosten an Banketten, Straßenschildern und Schutzplanken verursacht hatten. 8000 Euro im Jahr, so WZV-Chef Jens Kretschmer, der das Gerät scherzhaft „Opferlamm“

nennt. Er spielt auf die Gemeinde Fehmarn an, deren Schneefräse in den vergangenen Jahren zwar gute Dienste geleistet hat, davor aber 20 Jahre in der Garage gestanden hatte , so dürfe es auch der Segeberger Fräse ergehen. Seit gestern ist der Winterdienst des WZV in Bereitschaft.

Zum 14. Mal zertifiziert
Es sollte langsam Routine sein für den Wege-Zweckverband. Im 14. Jahr in Folge wurde der WZV mit all seinen Standorten, die Deponie, die Recyclinghöfe und der Betriebshof, als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert. Trotzdem sei man doch immer wieder nervös, gestand Torsten Höppner, Leiter der Abfallwirtschaft. Eine Woche lang sei der Prüfer dafür im Betrieb unterwegs gewesen. Jeder Entsorgungsvorgang werde dabei stichpunktartig auf die Standardeinhaltung überprüft. Dabei müsse der WZV bei jeder Charge Art, Menge und Verbleib „auf alle Ewigkeit“ nachvollziehbar machen. Außerdem wurden die Anlagensicherheit und Mitarbeiterqualifikation geprüft.

nam Nadine Materne

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