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Segeberg Neues Bauland: Leezen, Itzstedt und Nahe wollen wachsen
Lokales Segeberg Neues Bauland: Leezen, Itzstedt und Nahe wollen wachsen
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23:16 18.11.2017
Itzstedt: Auf dem Acker hinter Netto wird das neue Wohngebiet entstehen.
Leezen/Itzstedt/Nahe

Leezens letzte Neubaugebiete „Op de Marsch“ und „Lindhof“ sind nämlich voll. Da aber noch mehr Anfragen nach Bauland gekommen sind, haben die Gemeindevertreter sich für die Ausweisung eines weiteren Neubaugebiets entschieden. Am Ortsausgang Richtung Tralau hat die Gemeinde einen etwa ein Hektar großen Acker der Kirchengemeinde Leezen abgekauft. Elf Bauplätze mit rund 700 Quadratmetern Grundstücksfläche sollen dort entstehen. Der Aufstellungsbeschluss wurde gerade gefasst, nun muss er bekannt gemacht werden. „Wenn alles gut geht, dann können die Planungen noch dieses Jahr abgeschlossen sein“, sagt Bürgermeister Ulrich Schulz (WGL). Und so rechne er Anfang 2018 mit Verkauf und Erschließung der Grundstücke. Schon jetzt sind die Bauplätze überzeichnet, so dass vermutlich per Los die Grundstücke zugewiesen werden müssen.

Ländliche Zentralorte sollen nicht nur die Grundversorgung der Bevölkerung gewährleisten, sondern auch Wohnraum entwickeln. Das trifft derzeit auch auf die Zentralorte entlang der B 432 – Leezen, Itzstedt und Nahe – zu. Sie planen Neubaugebiete in unterschiedlichen Größen.

Die Gemeindevertreter legen Wert auf kleine Neubaugebiete, die sich in den Bestand einpassen. Außerdem müssen so nur Ausgleichsknicks für die Knickdurchbrüche geschaffen werden. Auch die Frischwasser- und Abwasserleitung sind ausreichend groß konzipiert, so dass etwa 35 Neubürger mehr kein Problem sind. „Eventuell müssen wir ein kleines Regenrückhaltebecken bauen, doch wir haben eigenes Land, das wir nutzen können.“

„Hinter Netto“ heißt das neue Baugebiet in Itzstedt, das sich in zwei Bauabschnitte mit jeweils etwa acht Hektar unterteilt. Im ersten Bauabschnitt sind 90 Wohnungen und 52 Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser vorgesehen. Der Investor Semmelhaack plant 60 seniorengerechte und 30 Single-Wohnungen, von denen jeweils ein Drittel öffentlich gefördert werden. Von den acht Hektar hat die Gemeinde eine Fläche von 2800 Quadratmetern für vier Baugrundstücke erworben, die Iztstedt selbst vermarkten will. Die Mindestgröße für ein Einzelhaus beträgt 600 Quadratmeter, ein Doppelhaus benötigt 800 Quadratmeter Grundfläche. Der Erschließungsvertrag wird Ende November unterzeichnet, mit dem ersten Spatenstich rechnet Bürgermeister Peter Reese (CDU) im Frühling.

„Hat Itzstedt derzeit etwa 2380 Einwohner, wird mit dem neuen Baugebiet die 2600-Einwohnermarke geknackt“, sagt Peter Reese. Da mit vielen kleinen Kindern gerechnet wird, plant die Gemeindevertretung eine Kindergartenerweiterung: drei neue Gruppen sollen bis zum Jahr 2019 entstehen. Auch über die Abwasserbeseitigung muss die Gemeindevertretung nachdenken, denn über die bestehende Vakuumleitung kann das Abwasser des neuen Wohngebietes nicht abgeführt werden.

„In fünf Jahren sind die Bauplätze weg, dann können wir theoretisch mit dem zweiten Bauabschnitt beginnen, doch noch ist diese Fläche in Privateigentum.“

Auch die Gemeinde Nahe hat ein neues Baugebiet ausgewiesen. „Bielfeld“ heißt es und liegt an der Dorfstraße und wird über einen Kreisel von der Dorfstraße aus erreichbar sein. Das etwa drei Hektar große Gelände ist der ehemalige Rodelberg des Dorfes und so wird auch die Erschließungsstraße „Rodelberg“ heißen. „Ich bin dort als Kind Schlittengefahren“, erinnert sich Bürgermeister Holger Fischer (WDN).

31 Bauplätze inklusive Doppelhäuser und zwei größeren Wohneinheiten sind geplant. Die Grundstücksgrößen liegen für die Ein- und Zweifamilienhäuser zwischen 550 und 800 Quadratmeter. Fischer rechnet mit 45 bis 50 Wohneinheiten und einem Zuwachs von bis zu 150 Einwohnern, darunter zahlreiche kleine Kinder. Und so muss auch in Nahe der Kindergarten um drei Gruppen erweitert werden. Platz dagegen gibt es noch im Naher Schulzentrum. „Mein Wunsch ist es, die Oberstufe anzuleiern, vielleicht ist das dann möglich.“

Ebenfalls keine Probleme wird die Menge an Mehr-Abwasser machen. Derzeit wird der Eintrag von Fremdwasser durch verschiedene Baumaßnahmen reduziert, so dass die Einwohner-Gleichwerte ausreichend sind. Allerdings ist ein Regenrückhaltebecken im Neubaugebiet notwendig, auch im Hinblick auf eine Erweiterung des neuen Wohngebietes.

„Ab Januar werden die Bauplätze verkauft. Aufgrund der vielen Interessenten haben wir uns für eine notarielle Verlosung entschieden“, sagt Fischer. Direkt im Anschluss an den Verkauf ist die Planung der Erweiterung des Neubaugebiets an der Reihe. Ob zur linken oder rechten Seite ist dann sicherlich geklärt.

 Von Silvie Domann

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